So shoppen die Deutschen im Netz

Kunden, die sich im Laden ausführlich beraten lassen und dann doch im billigeren Online-Shop kaufen? Dieses so genannte „Showrooming“ ist das Schreckgespenst jedes Einzelhändlers. Doch die Befürchtung, Online-Shopping mache den stationären Handel überflüssig, bewahrheitet sich nicht.

17.02.2016

Viele Deutsche beginnen inzwischen ihren Einkaufsbummel online und kaufen anschließend offline. Besonders verbreitet ist dieses sogenannte „Webrooming“ bei Unterhaltungselektronik, Videospielen sowie IT-Elektronik. Der Kauf von Produkten wie Wein und anderen alkoholhaltigen Getränken, frischen Produkten wie Gemüse, Fleisch oder Blumen findet jedoch fast ausschließlich im Geschäft statt, und das ohne vorherige Aktivität im Netz.

Dennoch ist und bleibt der Online-Einkauf sehr wichtig. 99 Prozent der von Nielsen befragten Deutschen geben an, dass sie bereits mindestens einmal ein Produkt online gekauft haben. Was jedoch im digitalen Einkaufswagen landet, hängt stark vom Produkt ab. Kleidung steht auf dem Einkaufszettel der Deutschen beim Online-Shopping ganz oben. 76 Prozent der Befragten gaben dies an. Auf Platz zwei folgen Bücher und Musik (75 Prozent) und auf Platz drei Reisebuchungen (57 Prozent). Verbrauchsgüter, sogenannte „Fast Moving Consumer Goods“, stehen hingegen auf der digitalen Einkaufsliste ganz unten. Alkoholische Getränke (20 Prozent) Babyprodukte (17 Prozent) und frische Produkte (9 Prozent) sind die Schlusslichter. Eine Ausnahme innerhalb der Verbrauchsgüter bilden Pflegeprodukte. Fast jeder zweite deutsche Verbraucher kaufte diese Produkte bereits online ein.

Globale Shopper

Betrachtet man alle Waren des täglichen Bedarfs, steht der E-Commerce in Deutschland aktuell am Scheideweg. Der Anteil am entsprechenden Gesamthandelsumsatz liegt trotz Wachstum weiterhin unter einem Prozent. Das liegt auch an der hierzulande vergleichsweise hohen Geschäftsdichte bei Super- und Drogeriemärkten. In Großbritannien oder Frankreich gehört der Online-Einkauf von „Fast Moving Consumer Goods“ hingegen bereits fest zum Alltag. Dort zeigt sich auch das große Potenzial dieser Produkte. Wenn die Kaufbarriere erst überwunden ist, steht in diesem Bereich ein enormes Wachstum bevor. Das liegt vor allem daran, dass diese Produkte viel häufiger eingekauft werden als beispielsweise Elektronik oder Kleidung.

Und warum gehen die Deutschen online shoppen? Sie schauen besonders gerne im Online-Werbeprospekt nach Angeboten. Das ist die Top-Motivation beim Online-Shopping – 34 Prozent der Befragten gaben dies an. Die Zeitersparnis beim Online-Einkauf folgt auf Platz zwei (32 Prozent). Zudem geben 31 Prozent der Deutschen an, dass sie online shoppen, um Zugang zu Geschäften zu haben, die sie sonst schlecht erreichen können. Und das nicht nur auf Deutschland begrenzt. Die Bundesbürger sind auch globale Shopper. 73 Prozent haben in den vergangenen sechs Monaten bei einem ausländischen Händler gekauft.

Schlagworte: Onlineshopping, Fast Moving consumer Goods, Nielsen

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