Onlineshopper achten auf Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit spielt in vielen Lebensbereichen eine stetig wachsende Rolle – auch beim Onlineshopping. Laut einer neuen repräsentativen Umfrage legen 60 Prozent der deutschen Verbraucher Wert auf ökosoziale Nachhaltigkeitsaspekte beim Einkaufen im Internet.

16.07.2019

© obs/Hermes Europe GmbH

Die Lieferung per Lastenfahrrad ist eine nachhaltige Logistiklösung für das Paketaufkommen im E-Commerce.

Diese Einstellung zeigt sich zum Beispiel beim Versand: Würde ein Shop seinen Kunden die Wahl lassen, ob sie den herkömmlichen Versand oder eine nachhaltigere Lieferung präferieren, würden sich 86 Prozent der Deutschen für die umweltfreundliche Versandoption entscheiden. Etwa zwei Drittel machen diese Entscheidung jedoch vom Preis abhängig und würden sich nur für diese Lieferoption entscheiden, wenn dadurch keine Zusatzkosten für sie entstehen würde. Jeder fünfte Deutsche würde hingegen einen höheren Kaufpreis für eine nachhaltige Lieferung in Kauf nehmen, so die Umfrage der Meinungsforscher von YouGov im Auftrag des Gütesiegelgebers Trusted Shops. Die meisten von ihnen (66 Prozent) halten Mehrkosten in Höhe von fünf Prozent für gerechtfertigt.

Nachhaltigkeit beim Onlineshopping umfasst jedoch vielfältige Aspekte: Neben der Umweltfreundlichkeit von Verpackungen spielen auch faire Löhne und Arbeitszeiten, verantwortungsbewusster Umgang mit Retouren und klimaneutraler Transport eine Rolle. Am wichtigsten sind den deutschen Konsumenten die Punkte, die sie direkt betreffen: So findet fast jeder Deutsche wenig Verpackungsmüll (94 Prozent) und umweltfreundliche Verpackungen (93 Prozent) wichtig. Neun von zehn legen zudem großen Wert auf faire Löhne und Arbeitszeiten für Zusteller und Lieferanten, som die Studienautoren.

Preis fürs gute Gewissen

Doch einmal Hand auf’s Herz: Wie sehr berücksichtigen die Deutschen diese Grundsätze und shoppen danach? Den 94 Prozent, denen wenig Verpackungsmüll wichtig ist, stehen 73 Prozent entgegen, die diesen Aspekt bei ihrer letzten Bestellung tatsächlich berücksichtigt haben. 93 Prozent gaben an, auf umweltfreundliche Verpackungen Wert zu legen, doch nur 68 Prozent haben diesen Aspekt bei ihrem letzten Kauf in ihre Entscheidung einfließen lassen. Folglich gibt es etwa 20 bis 25 Prozent unter den Deutschen, denen Nachhaltigkeit beim Shoppen im Internet wichtig ist, die aber nicht danach handeln.

Wie kommt es zu diesem Unterschied? Mehr als jeder Vierte gibt an, dass es zu wenig Auswahl und keine passenden Alternativen gibt. Etwa genauso viele Deutsche haben keine Angaben zu den Nachhaltigkeitsaspekten des Shops finden können. Auch hier ist der Preis wieder entscheidend, so die Studienautoren, denn mehr als ein Viertel findet die angebotenen Alternativen zu teuer.

Schlagworte: Handel, Studie, Nachhaltigkeit, Onlinehandel, E-Commerce

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