Onlinemarktplätze

Ohne Konzept

Viele Händler vertreiben ihr Angebot mittlerweile auch über Marktplätze. Doch obwohl die Befragten im Schnitt mehr als ein Viertel ihres Umsatzes über Marktplätze erwirtschaften, betreiben zahlreiche Retailer das Marktplatzgeschäft nebenbei und ohne genaues Konzept, so eine neue Studie.

15.10.2019

© Adobe Stock

Viele Unternehmen sind für das Marktplatzgeschäft technisch und personell schlecht aufgestellt, zeigt eine neue Studie.

Lediglich jedes vierte Unternehmen analysiert der Erhebung von Ecom Consulting in Kooperation mit der Zeitschrift Internet World Business zufolge seine KPIs mithilfe von spezieller Software. Und auch beim operativen Betrieb agieren die Firmen zumeist händisch in einem digitalen Zukunftsmarkt: 60 Prozent nutzen keine Schnittstellen von Amazon, bearbeiten also Produktlistings manuell beziehungsweise über Excel-Listen. Die Automatisierungschance von Spezialsoftware zur Artikeleinstellung oder Auftragsabwicklung wird nur von gut jedem dritten Anbieter genutzt. Und nur jeder zehnte Händler hat Systeme für aktives Repricing auf Marktplätzen in Gebrauch. 

Auch personell sind die meisten Unternehmen für das Marktplatzgeschäft schlecht aufgestellt. Lediglich in 43 Prozent der befragten 365 Firmen gibt es hierfür spezialisierte Mitarbeiter. 39 Prozent der Umfrageteilnehmer haben auch in Zukunft nicht vor, Personal dafür einzustellen. Oliver Lucas, Gründer von Ecom Consulting, sieht die Studienergebnisse als dringenden Appell an die Unternehmen, ihr Marktplatzgeschäft zu professionalisieren. „Wer erfolgreich auf Online-Marktplätzen verkaufen will, muss schon lange mehr tun, als nur Produkte online zu listen“, mahnt er.

Anzeige

Längst hätten sich die Plattformen zu eigenen Ökosystemen entwickelt, die jeweils ihre ganz individuellen Erfolgsmechanismen aufweisen und nur mithilfe von Excel nicht beherrscht werden können. „Ohne dezidierte Strategie, qualifiziertes Personal und professionelle Tools sind die Marktplätze kaum mehr gewinnbringend nutzbar“, so Lucas.

Die komplette Marktplatzstudie steht, nach Angabe der Kontaktdaten, hier kostenlos zum Download bereit. 

Schlagworte: Omnichannel, Handel, Digitalisierung, E-Commerce, Onlinehandel, Onlinemarktplätze, Marktplatz

Kommentare

  • Tobias König

    Ich arbeite in einem Unternehmen im E-Commerce. Der einfache Grund weshalb man nicht spezialisierte Mitarbeiter dafür einstellt ist, dass es sich nicht lohnt. Die Margen sind sehr gering und die Gebühren der Plattformen hoch sodass am Ende nichts mehr übrig um weitere Mitarbeiter einzustellen, geschweige denn für spezialisierte Mitarbeiter. Im Internet wird bekanntlich nur über einen günstigen Preis verkauft. Theorie und Praxis.
    Antworten
    16.10.2019, 15:41 Uhr
    • Oliver Lucas

      Hallo Tobias, dieser Einwand ist nachvollziehbar. Es ist super, wenn Unternehmen wirtschaftlich agieren – und natürlich benötigt man eine gewisse Größenordnung, um Personal zu rechtfertigen. Andererseits bieten Marktplätze national und international ein dermassen spannendes Umsatzpotential, welches nur erschlossen werden kann, wenn man mit spezifischen Knowhow, passendes Tools und notwendigen Ressourcen in diese Welt einsteigt. Im Ergebnis kann ein dedizierter Mitarbeiter dann einen deutlich höheren Umsatz (und damit auch Marge) betreuen und verantworten als vergleichsweise im eigenen Online Shop – oder im stationären Umfeld.
      Antworten
      16.10.2019, 15:41 Uhr
Ihr Kommentar