E-Food

Warten auf den Durchbruch

Der Durchbruch des Onlinehandels mit Lebensmitteln ist nur eine Frage der Zeit, so die Prognose des IFH Köln. Für die zukünftige Angebotsgestaltung sei jedoch mehr Dynamik von Anbietern und Herstellern gefordert.

04.02.2020

© Rewe

Der Onlinehandel mit Lebensmitten steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Doch Handelsunternehmen müssen aufpassen, dass der Zug nicht ohne sie abfährt, warnen die Handelsforscher aus Köln.

Der Onlineanteil am Gesamtmarkt Lebensmittel und Getränke wird bis zum Jahr 2030 zwischen 5,2 Prozent bei einer Weiterentwicklung der aktuellen Marktgestaltung und maximal 9,1 Prozent bei einer Angebotsausweitung ansteigen, so die Studie „Lebensmittel online – heute und 2030“ des IFH Köln

„Der Durchbruch im Onlinelebensmittelhandel kommt – das steht außer Frage. Da sich Angebot und Nachfrage bedingen und die Konsumenten soweit sind, haben die Anbieter klar das Steuer in der Hand", so Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln. „Aufgrund der Marktgröße wird jedoch weiter ein langer Atem gefragt sein. Dabei wird jeder Prozentpunkt, der sich Richtung online verschiebt, den Gesamtmarkt langfristig verändern. Wer Gestalter, Mitläufer und Verlierer dieser Entwicklung sein wird, zeigt sich daran, wie gut die Hausaufgaben nun gemacht werden.“

Wunsch nach Bequemlichkeit

Neue Lebensumstände bedingen einen Wandel im Einkaufsverhalten im Alltag von Konsumenten und brechen das von Gewohnheiten geprägte Verhalten auf. So sind bei den Befragten Veränderungen in Bezug auf Familiensituation (41 Prozent), Wohnen (34) oder Job (29) häufig Auslöser für ein neues Einkaufsverhalten. Für eine Mehrheit von 44 Prozent der Befragten ist eine neue Angebotssituation der führende Treiber für ein verändertes Einkaufsverhalten. Auf welch fruchtbaren Boden veränderte Lebensumstände in Kombination mit einer neuen Angebotssituation fallen können, zeigen insbesondere Personen, die bereits Lebensmittel online kaufen. So geben zwei von drei Onlinelebensmittelkäufer an, ihr Einkaufsverhalten aufgrund einer veränderten Angebotssituation angepasst zu haben.

Wenig überraschend: Der allgemeine Trend Convenience ist auch bei der Lebensmittelbestellung mit Lieferung Hauptmotiv – gerade durch die Bestellung von Getränken gestalten sich Verbraucher den Alltag möglichst bequem. Zurzeit haben allerdings nur 19 Prozent der Bevölkerung die Möglichkeit, für die Onlinelebensmittelbestellung zwischen mehr als einem Onlineshop mit Sortimenten inkl. Frischeprodukten und Auslieferung auszuwählen. Vor diesem Hintergrund gilt es für Händler und Hersteller zu prüfen, inwiefern sie als Treiber oder Mitspieler Teil dieser Entwicklung sein möchten.

Schlagworte: Lebensmitteleinzelhandel, Digitalisierung, E-Food, Studie, IFH Köln

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