Technologie

Drei Tipps für Einzelhändler im Weihnachtsgeschäft

Weihnachten steht vor der Tür. Händler versuchen, in der Vorweihnachtszeit ihre Ware an die Frau und den Mann zu bringen. Morten Illum, Vice President EMEA beim Netzwerkanbieter HPE Aruba, gibt Tipps für den sinnvollen Einsatz von Technologie im Weihnachtsgeschäft.

Von Morten Illum 29.11.2019

© Kondoros Eva Katalin / IStock

Auf der Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken zieht es viele Menschen in die Innenstädte.

Die ersten Weihnachtsspots der großen Einzelhändler gehen schon seit November viral und keiner kann es mehr leugnen: Weihnachten steht vor der Tür. Verbraucher geraten wieder in den üblichen Geschenke-Einkauf-Stress und Händler sind bemüht, daraus Profit zu schlagen. Oft werden Verluste im Einzelhandel zum Weihnachtsgeschäft auf den Online-Handel zurückgeführt. Doch neben E-Retail gibt es noch andere Gründe, die beachtet werden müssen: Auch der Verbraucher prägt die Landschaft des Einzelhandels, denn sein Verhalten verändert sich schnell, was neue Anforderungen und Herausforderungen für den Offline- und Online-Handel gleichermaßen schafft.

Tatsächlich verfolgen digitale Plattformen derzeit einen In-Store-Ansatz, wie beispielsweise Amazon Go. E-Commerce stellt weiterhin den kleineren Teil des gesamten Einzelhandels dar. Das signalisiert ein anhaltendes Interesse seitens der Kunden an einem persönlichen Shopping-Erlebnis. Der stationäre Einzelhandel hat den Vorteil, dass er das traditionelle Einkaufserlebnis revolutionieren kann: Er hat die Möglichkeit, die digitale Welt in das physische Geschäft zu integrieren und so ein neues Erlebnis für Kunden zu schaffen.

Mit diesen drei Tipps können Einzelhändler digitale Methoden nutzen, um so ihr Weihnachtsgeschäft anzuheizen:

1. Das Einkaufserlebnis lebendig machen

Während traditionelle Einzelhandelsunternehmen dringend ihre Geschäftsmodelle aktualisieren müssen, können Sie gleichzeitig die Vorteile ihrer Geschäfte nutzen und mit Hilfe von Technologie verbessern. Im Gegensatz zum Online-Shopping können stationäre Läden die Möglichkeit der persönlichen Interaktion mit dem Verkaufspersonal sowie einzigartige Erlebnisse bieten, die über die traditionellen Einkaufsroutinen hinausgehen. Die Idee ist, dass Verbraucher Artikel oder Services online recherchieren und dann einen Laden besuchen, um diese auszuprobieren und fachkundigen Rat zu erhalten, anstatt im Laden zu stöbern und dann nach Hause zu gehen, um online zu kaufen. Das Konzept des „Reverse Showrooming“ wurde dabei von Mango entwickelt. Der Modehändler hat neueste Technologien genutzt, um einen ähnlich personalisierten Service anzubieten. Viele ihrer Umkleidekabinen verfügen inzwischen über die Radio Frequency Identification Technology (RFID), welche passende Artikel empfiehlt, wenn ein Kunde etwas scannt.

Es geht aber nicht nur darum, ein neuartiges Erlebnis zu bieten. Einzelhändler müssen auch Technologie nutzen, um ihren Kunden den bestmöglichen Besuch zu ermöglichen. So hat Zara Selbstbedienungskioske eingeführt, damit Kunden die langen Warteschlangen während des Weihnachtsgeschäfts umgehen können. Die Chance des Einzelhandels liegt also darin, die Interaktion im Geschäft zu ihrem Vorteil auszubauen.

2. Grenzen überwinden und das Online- und Offline-Shopping-Verhalten verbinden

Wenn Einzelhändler gezielt in eine Netzwerk-Infrastruktur investieren, können sie die Grenzen zwischen E-Commerce und stationärem Handel auflösen und so Verbrauchern ein übergreifendes Shopping-Erlebnis bieten. Bis vor kurzem gab es keinen Zusammenhang zwischen dem, was ein Kunde online gekauft oder angesehen hat, und seinem Kaufverhalten im Geschäft. Aber zu wissen, wer der Kunde ist, wo er ist und welche Präferenzen er hat, ist entscheidend. Um das herauszufinden, können Einzelhändler Analyse-Tools, Standorte und Zusammenhänge nutzen, womit sie letztendlich ihre Umsätze steigern können.

Die Vorteile der Kombination von Online-Diensten mit dem In-Store-Betrieb werden durch die zunehmende Beliebtheit plattformübergreifender Click & Collect-Optionen veranschaulicht. Verbraucher wollen einkaufen, wann und wo sie wollen. Die Einführung von Click & Collect hat sich als attraktiv für Kunden erwiesen, die mehr Flexibilität bei ihren Liefermöglichkeiten wünschen. Dieser Service kombiniert die Bequemlichkeit des Internet-Shoppings (einfacher Preisvergleich und Filter durch Präferenzen), mit der Abholung im Geschäft. So werden Kunden wieder in physische Geschäfte gelenkt. Tatsächlich treibt dieser Service Impulskäufe voran, wobei Untersuchungen zeigen, dass 24% der Europäer spontane Käufe tätigen, während sie einen bestellten Artikel im Geschäft abholen. Da Einzelhändler mit Lieferrückständen im Vorfeld der Feiertage konfrontiert sind, kann diese alternative Option dazu beitragen, den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden.

Durch die Ausrichtung des Backend-Betriebs auf den Front-End-Kundenservice und den Einsatz von Technologie in der gesamten Lieferkette erhält der Einzelhandel eine einheitliche Sicht auf Kunden, die sowohl online als auch offline einkaufen. Nur so können Einzelhändler ihren Kunden ein nahtloses, optimiertes Shopping-Erlebnis bieten.

3. Bessere Einblicke in Lagerbestände gewinnen

Was die Erkenntnisse über das Verhalten der Kunden im Geschäft noch weiter ergänzt, ist die Erhebung von Daten über Lagerbestände. Die Struktur vieler Einzelhändler entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der Kunden. Der Bestand wird typischerweise blockweise gelagert und verschiedenen Bereichen zugeordnet, die den physischen Shop, E-Commerce, Pop-ups und den Großhandel bedienen. Dieser Ansatz ist jedoch nicht mehr zeitgemäß. Mit der wachsenden Kundennachfrage, jederzeit und über alle Kanäle auf jeden Artikel zugreifen zu können, müssen Einzelhändler rund um die Uhr ein genaues Bild ihres Bestands haben.

Um dies zu erreichen, Gewinnmargen zu erhöhen und Kunden zu binden, müssen Einzelhändler ihre Datensysteme aktualisieren und die Bestandsverfolgungstechnologie besser nutzen. Investitionen in Technologien wie RFID und elektronische Regaletiketten werden es Einzelhändlern ermöglichen, die Lagerbestände in Echtzeit zu überwachen. Dadurch wird nicht nur die Enttäuschung der Kunden über nicht vorrätige Artikel vermieden, sondern auch die Effizienz maximiert, was langfristig Zeit und Geld spart.

Einzelhändler, die während des Weihnachtsgeschäfts diese Tipps befolgen, können ihr Geschäft auch im Hinblick auf die Digitalisierung neu definieren und konzipieren. Wenn Technologie so eingesetzt und integriert wird, dass sie Mitarbeiter unterstützt, Kundenwünsche erfüllt und das Geschäftsergebnis verbessert, können sich Einzelhändler auf ein profitables Weihnachtsfest freuen.

Schlagworte: Weihnachtsgeschäft, Technologie

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