Tankstellen-Märkte: Frische tanken

Mit der verstärkten Präsenz an Aral-Tankstellen setzt Rewe auf eine Kundschaft, die für den Lebensmitteleinkauf nicht mehr viel Zeit aufwenden will.

Von Martin Jahrfeld 01.07.2016

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Deutschlands automobile Pendler haben es gut: Sie müssen für den Lebensmitteleinkauf zum Feierabend bald keine Umwege mehr in Kauf nehmen, sondern können das alltägliche Shopping beim Tanken erledigen. Mit rund 1 000 Rewe-To-Go-Shops, die die Rewe-Gruppe in den kommenden Jahren an Aral-Tankstellen eröffnen will, soll ein Publikum erreicht werden, das es beim Lebensmitteleinkauf vor allem schnell und bequem haben will.

Auf diese Zielgruppe wollen Aral und deren Tankstellenpächter schon aus Ertragsgründen nicht mehr verzichten. Denn das Shopgeschäft und der Handel mit verschiedensten Food- und Non-Food-Artikeln ist für die Tankstellen bereits seit Jahren ein Segment von überragender Bedeutung, mit dem im Vergleich zum Benzinverkauf zwar keine riesigen Umsätze, aber mehr als 60 Prozent des Gewinns erwirtschaftet werden. Die aktuell niedrigen Ölpreise beflügeln dieses Geschäftsfeld noch zusätzlich: Bei Autofahrern, die sich an der Tankstelle über die niedrige Benzinrechnung freuen, sitzt das Geld für Spontankäufe im Tankstellenshop lockerer denn je.

Neue Kundengruppen

In Rewe sieht Aral einen idealen Partner, um dieses Segment zielgruppengenau bedienen zu können. „Mit dem Rewe-To-Go-Format können wir die wachsenden Erwartungen von mobilen und qualitätsorientierten Kunden und auch Nachbarschaftskunden in unseren Tankstellen noch besser als heute erfüllen“, glaubt Aral-Vorstandschef Patrick Wendeler. Zuversicht schöpft der Manager aus der vor zwei Jahren begonnenen Testphase mit Rewe-To-Go-Märkten an zunächst zehn Aral-Tankstellen. Die Angebote hätten nicht nur zu erheblichen Umsatzzuwächsen im Shopgeschäft geführt, sondern auch neue Kundengruppen erschlossen.

Die Wachstumspläne, auf die sich die beiden Kooperationspartner angesichts dieser Testergebnisse geeinigt haben, sind ambitioniert: Noch in diesem Jahr sollen vornehmlich in Ballungsräumen rund 50 Shops eröffnet werden, 2017 folgen 200 weitere Läden. Läuft das Geschäft weiterhin so gut wie bisher, könnten in den kommenden fünf Jahren rund 1 000 der insgesamt 2 500 Aral-Tankstellen mit Lebensmittelshops ausgerüstet werden.

Frische und Convenience

Die mit einem Sortiment von rund 1 200 Artikeln ausgestatteten Shops setzen vor allem auf Frische und Convenience: Neben Backwaren, Fleisch, Obst, Gemüse und Konserven werden Sandwiches, Wraps, Sushi, geschnittenes Obst und Desserts angeboten. Darüber hinaus finden die Kunden in jedem Shop eine einheitliche „Food Zone“ mit heißen und kalten Gerichten und Imbissklassikern wie Hähnchen, Frikadellen und Schnitzel.

Vorbehalte der Verbraucher, frische Lebensmittel im Umfeld von Zapfsäulen und Autowaschanlagen einzukaufen, gehören nach Ansicht von Aral-Pressesprecher Detlef Brandenburg längst der Vergangenheit an. Als Betreiber der Aral-eigenen Imbissmarke „Petit Bistro“ hätten die Tankstellenpächter bereits seit einigen Jahren umfangreiche Erfahrungen mit frischen Lebensmitteln gesammelt.

Schlagworte: Strategie, Einzelhandelskonzepte, Tankstellen-Shops

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