Supermärkte punkten gegen Discounter

Die deutschen Kunden lieben ihre Supermärkte. Mit stabilen Wachstumszahlen sind sie inzwischen zum Vorbild auch für Discountstrategien im Lebensmittelhandel geworden. Denn die Discounter wuchsen zuletzt weniger stark.

09.07.2019

© Edeka Kels

Gehobene Ansprüche: Supermärkte sind unter deutschen Verbrauchern beliebt. Die Lebensmitteldiscounter investiren ins Uptrading.

Das belegen die Kennzahlen zum Handel, die neben weiteren gesamtwirtschaftlichen Daten im neuen Datenkompendium „Handelsdaten aktuell 2019“ des EHI erschienen sind. Insgesamt hat der deutsche Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland seinen Umsatz von 158,3 Milliarden in 2017 auf 162,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gesteigert.

Die Supermärkte (kleine und große) tragen mit der höchsten Wachstumsrate zu diesem Ergebnis bei. In 2018 konnten sie ihren Umsatz um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 64,9 Milliarden Euro erhöhen – und das bei nur wenig veränderter Filialanzahl (von 12.049 auf 12.143) und Verkaufsfläche (von 15,1 auf 15,3 Millionen Quadratmeter).

Discounter mit neuen Konzepten

Das Umsatzwachstum der Lebensmittel-Discounter ist von 72,3 auf 73,9 Milliarden Euro deutlich schwächer ausgefallen als das der Supermärkte. Ihre Anzahl ist in den letzten zwei Jahren sogar ein wenig gesunken, nämlich von 16.162 auf 15.990, die Verkaufsfläche ist mit 12,6 Millionen Quadratmeter gleich geblieben. Um den gestiegenen Ansprüchen der deutschen Kunden zu entsprechen, investieren Discounter daher in ihr Erscheinungsbild und ihre Sortimente, besonders in Frischeabteilungen und Convenience.
 
„Im Handel geht es immer mehr um Erlebnis und zusätzliche Services. Auch der Lebensmitteleinzelhandel erweitert seine Konzepte und bietet seinen Kunden immer mehr gastronomische Angebote, aufwändigeren Ladenbau oder Online-Services. Damit punkten die Händler erfolgreich beim Kunden“, erklärt Marco Atzberger, Geschäftsleitung im EHI.
 
Auch wenn die Deutschen ihre Lebensmittel bisher eher selten online bestellen – der Anteil der Lebensmittel am gesamten E-Commerce-Umsatz liegt noch im niedrigen einstelligen Bereich –, bereitet sich der Handel vor. Edeka, der größte Lebensmittelhändler Deutschlands, hat beispielsweise jüngst seine Beteiligung am Onlinehändler picnic von 20 auf 35 Prozent erhöht. Auch Rewe arbeitet weiter an seinem Onlineshop, bietet ein Vollsortiment und belegt im Ranking der 1.000 größten Onlineshops bereits Platz 48. 
 
Umfassende statistische Zahlen des Handels wie Kosten- und Leistungskennzahlen, Strukturdaten oder Umsatzzahlen finden Sie in dem neuen Buch "EHI Handelsdaten aktuell 2019", das hier zu erwerben ist.

Schlagworte: Lebensmitteleinzelhandel, Discounter, Supermärkte, EHI Retail Institute, Studie

Kommentare

Ihr Kommentar