Nahversorgung auf der Überholspur

Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs erreicht immer neue Höchststände, so eine neue Studie. Die rasante Entwicklung hänge den gesamten Nonfoodsektor des Einzelhandels ab.

26.03.2019

© imago / Joko

Immer breitere Kreise von Investoren interessieren sich für die lange Zeit unterschätzte Assetklasse der Nahversorgung.

Mit durchschnittlich 3.600 Euro pro Kopf wird schon deutlich mehr als die Hälfte der jährlichen Einzelhandelsausgaben für den täglichen Bedarf verausgabt. Spitzenreiter sind Mittelschicht-Rentnerhaushalte mit beachtlichen knapp 5.000 Euro pro Kopf im Jahr, so der Report von Habona Invest, der in Kooperation mit dem Onlineportal Statista sowie dem Immobilienberater Savills entstand. 

Entsprechend positiv entwickeln sich die neuen Formate von Edeka, Rewe oder der Schwarz-Gruppe, die ihre Filialnetze modernisieren und für die nächsten zwanzig Jahre fit machen. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben in den letzten zehn Jahren der Umsatz von Supermärkten um 36 Prozent und der von Discountern um 26 Prozent zugelegt. Kein Wunder, dass sich auch immer breitere Kreise von Investoren für die lange Zeit unterschätzte Assetklasse Nahversorgung interessieren, so die Studienautoren. In der Spitze haben die Preise längst das Zwanzigfache überschritten. Ist dieser positive Trend aber auch nachhaltig, und wie lange wird er anhalten?

Demographischer Profiteur
Namhafte Unternehmen aus Lebensmittelhandel, Projektentwicklung und Investment geben im Habona-Report 2019 aus ihrer jeweiligen Perspektive vielschichtige Antworten. Auch wenn der demografische Wandel häufig als größtes Risiko für die Immobilienwirtschaft genannt wird, überwiegt die Meinung, dass Nahversorgungskonzepte davon profitieren werden. Manuel Jahn von Habona Invest und Redaktionsleiter des Reports konkretisiert: „Die Megatrends einer alternden Gesellschaft wie Sicherheit, Gesundheit und Bequemlichkeit werden die Ausgaben insbesondere für Lebensmittel, Gastronomie und Gesundheitsdienstleistungen weiter antreiben.“

Die Ausrichtung auf immer differenziertere Kundenbedürfnisse an unterschiedlichen Standorten und Situationen wird somit immer wichtiger. Eike Hartmann, Statista, und für die Marktforschung im Report verantwortlich: „Diese Entwicklung bietet Händlern, die Nahversorgung konsequent umsetzen, große Diversifizierungschancen. Der Wunsch des Kunden nach Convenience in belebten Quartieren wird zudem die Entwicklung gemischter Immobilienkonzepte aus Wohnen, Arbeiten und Einkaufen fördern.“

Diese Einschätzung wird von Jörg Krechky, Savills, geteilt, der die Potenziale der Nahversorgungsimmobilie eng verknüpft sieht mit ihrer Durchlässigkeit auch für andere Nutzungen wie Wohnen, Logistik oder Hotellerie: „Als hybride Immobilie, die sowohl einen diversifizierten Cash Flow liefert, als auch veränderten Konsumentenbedürfnissen gerecht wird, winkt ihr eine goldene Zukunft“.

Der Habona-Report 2019 steht hier zum Download bereit

Schlagworte: Handelsimmobilien, Einzelhandelsimmobilien, Studie, Savills, Nahversorgung

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