Sportsfreunde

Seit 50 Jahren betreibt Familie Langen im emsländischen­ Haselünne ein Schuh- und Sportgeschäft. Damit zog sie 2018 in ein ehemaliges Kaufhaus um. Seither brummt der Laden. Denn nun reisen aus dem gesamten Umland Kunden an.

Von Kapka Todorova 20.08.2019

© Sport Langen

Bewegen das Emsland: Frank und Karin Langen mit ihren Söhnen Philipp (l.) und Fabian.

Selbst wenn sie alle Sportskanonen wären, könnte Sport Langen von den knapp 13 000 Einwohnern Haselünnes allein nicht existieren – und genauso wenig einen 2 000 Quadratmeter messendes Ladengeschäft im Herzen der Stadt betreiben. Doch das Geschäft läuft.

„Die Idee hinter dem Umzug war, unseren Kunden durch gute Serviceleistungen vor Ort einen Mehrwert gegenüber dem Angebot im Internet zu bieten“, sagt Juniorchef Philipp Langen. Das Verkaufsteam berate die Kunden professionell und erkläre kenntnisreich die Produkte. Zudem zählten Geh- und Bewegungsanalysen zum Repertoire. Für das Gesamtkonzept hat die Jury der Ladenbaupublikation „Store Book“ Sport Langen Anfang dieses Jahres ausgezeichnet.

Gegründet wurde das Unternehmen 1969 von Schuhmachermeister Johann Langen in einer 60 Quadratmeter großen Werkstatt. Heute führt die dritte Generation den Schuh- und Sportartikelhandel: Enkelsohn Philipp arbeitet zusammen mit seinen Eltern Frank und Karin im Geschäft. „Derzeit zählen 13 Mitarbeiter zu unserm Team. Gute und engagierte Fachkräfte zu finden, ist heute eine der größten Schwierigkeiten“, so Langen. Gespräche mit vertrauten Personen seien für die Kundenpflege aber wichtig, weil so das Haus ein Gesicht bekomme.

Seit dem Umzug konnte das Unternehmen seinen Kundenkreis deutlich vergrößern. „Oft kommen ganze Familien vorbei, vom Opa bis zum Enkel“, erklärt Langen. Die Digitalisierung des Handels sieht er durchaus als Chance: „Wir sind auf dem Onlinemarktplatz von ANWR vertreten und bieten dort unser Sortiment an. So können wir am Online­geschäft teilhaben, ohne in eine eigene Infrastruktur investieren zu müssen.“

Vor Ort erweisen sich jedoch andere Parameter als erfolgsentscheidender: Die Familie war immer eng mit dem lokalen Sport verbunden; alle sind aktive Mitglieder in lokalen Sportvereinen. Getreu dem Motto „Von Sportler zu Sportler“ sind sie nah am Kunden und wissen, wo der Schuh drückt. „Die lokale Verankerung ist wichtiger denn je. Denn wir wissen, wie die Leute vor Ort ticken“, sagt der 22-Jährige. Nur so könne „Sport Langen“ gegen die großen Schuhketten bestehen. Denn die Herausforderungen sind groß: Fachkräftemangel, Konzentration auf immer weniger große Filialisten, die Marktmacht der Lieferanten.

Besonders Händler in kleinen und mittleren Städten sind gebeutelt. „Ich hoffe, dass sich die Politik künftig mehr für den Einzelhandel einsetzt und das Problem aussterbender Innenstädte angeht. Dieser Trend schadet uns allen“, ist Langen überzeugt. Die Attraktivität eines Standorts hänge nicht allein von Geschäften ab, sondern auch von einer gesunden Mischung aus Handel, Gastronomie und Dienstleistungen.

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Schlagworte: Sportartikel, Einzelhandel, Die Ware leben, Handelshelden

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