Handelsinvestmentmarkt im Plus

Der nationale Handelsinvestmentmarkt schließt das erste Quartal 2019 mit einem leichten Plus ab. Insgesamt beläuft sich das Transaktionsvolumen auf rund 2,7 Milliarden Euro und liegt damit vier Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

09.04.2019

© Imago / Michael Weber

Der Verkauf der Königsbau Passagen in Stuttgart stellt mit rund 280 Millionen Euro die größte Transaktion auf dem Handelsimmobilienmarkt im ersten Quartal dar.

Handelsimmobilien zeichnen für rund 24 Prozent des gesamten Gewerbetransaktionsvolumens verantwortlich und bleiben auf dem zweiten Platz der bedeutendsten Nutzungsarten am deutschen Investmentmarkt. Spitzenreiter sind nach wie vor Büroimmobilien mit einem Anteil von 50 Prozent. „Zurzeit agieren viele aktive, aber auch sehr selektive Marktakteure. So spiegelt die Preisvorstellung des Verkäufers die langfristigen Risiken des Käufers oftmals nicht wider, was ein höheres Transaktionsvolumen ausbremst. Auch im weiteren Jahresverlauf rechnen wir hier mit keiner Veränderung“, sagt Jennifer Güleryüz, Senior Consultant Research Germany bei Savills.

Während Geschäftshäuser mit einem Volumen von knapp 1,3 Milliarden Euro erneut das stärkste Teilsegment darstellten, wurden mit Fachmarktzentren rund 427 Millionen Euro umgesetzt. Dies entspricht einem Anteil von 16 Prozent am Einzelhandelstransaktionsvolumen. „Die Nachfrage nach Objekten dieser Art ist zwar gleichbleibend hoch, aufgrund des Mangels an Core-Produkten bleiben höhere Volumina jedoch aus. Außerdem führt der aktuelle Nachfrageüberhang zu einer weiteren Renditekompression für Fachmarktzentren“, sagt Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Germany bei Savills. Aktuell liegt die Spitzenrendite für das Teilsegment deshalb bei nur noch 3,9 Prozent. 

Mischnutzung im Shoppingcenter

Ein wenig stärker am Umsatzvolumen beteiligt waren Shoppingcenter: Sie machten mit 587 Millionen Euro einen Anteil von rund 22 Prozent aus, so Savills. Der Verkauf der Königsbau Passagen in Stuttgart trug mit rund 280 Millionen Euro nicht nur maßgeblich zu diesem Ergebnis bei, sondern stellt für den Jahresauftakt auch die mit Abstand größte Transaktion auf dem Handelsimmobilienmarkt dar. Mit einem Büroflächenanteil von rund 40 Prozent gehört es zudem zu den Objekten, die zeigen, das Mischnutzung funktioniert. „Wir sind in einer Dekade der Transformation angekommen – sowohl auf übergeordneter Centerebene als auch innerhalb der Ladenflächen findet eine Verschiebung und Fusion einzelner Nutzungsbausteine statt. Anstelle eines reinen Einkaufszentrums mit 100 Prozent Handelsflächen braucht es Stadtquartiere, die Freizeit, Arbeit, Wohnen und Einkaufen optimal kombinieren“, so Krechky.

Die Spitzenrendite für Prime Shoppingcenter liegt weiterhin bei 4,2 Prozent. Savills erwartet jedoch einen Anstieg im weiteren Jahresverlauf. Auch die Rendite für Secondary Shoppingcenter wird bereits seit längerer Zeit von Savills analysiert: Aktuell liegt diese bei 5,9 Prozent in der Spitze und damit 170 Basispunkte über der des Prime Sektors. „Wir stellen bereits seit Jahren Werte zwischen 5,3 und 6,7 Prozent fest, beobachten aber, dass sich die Renditen in dieser Bandbreite eher in einer Seitwärtsbewegung entwickelt haben und auch zukünftig weniger volatil sein dürften“, so Krechky. 

Bei Betrachtung der Investorenstruktur ist mit 62 Prozent Marktanteil zwar erneut eine deutliche Dominanz deutscher Anleger festzustellen, jedoch ist schon jetzt eine zunehmende Nachfrage aus dem Ausland spürbar. Savills prognostiziert insbesondere einen regen Anstieg asiatischen Kapitals. Die damit verbundenen Returnanforderungen von sechs bis sieben Prozent dürften Handelsimmobilien im Vergleich zu anderen, meist teureren Assetklassen, zukünftig in der Gunst der Investoren wieder steigen lassen. 

Schlagworte: Einzelhandel, Handelsimmobilien, Einzelhandelsimmobilien, Studie

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