Baumärkte auf Erfolgskurs

Die Unternehmen des deutschen DIY-Handels sind auch im Geschäftsjahr 2016 weiter auf Erfolgskurs: Mit einem Gesamtbruttoumsatz von 18,24 Milliarden Euro konnte die Branche im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 1,5 Prozent erzielen.

21.03.2017

© toom/Jens Hauer

Auch auf bereinigter beziehungsweise vergleichbarer Verkaufsfläche verzeichnete die Branche mit 0,8 Prozent ein leichtes Wachstum. Die Marktzahlen gab der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) basierend auf aktuellen Marktzahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bekannt.

Für das laufende Geschäftsjahr 2017 zeigt sich der BHB ebenfalls optimistisch: der Branchenverband geht von einem Umsatzwachstum von 1,3 Prozent aus. Bei flächenbereinigter Betrachtung erwartet man ein Umsatzwachstum von rund 1,0 Prozent. Damit liegt der Branchenverband auf einer Linie mit den Konjunkturprognosen führender deutscher Wirtschaftsinstitute für das laufende Jahr, die von Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts in einer Spanne von 1,2 bis 1,9 Prozent ausgehen – dies trotz möglicherweise bevorstehender ökonomischer Unsicherheiten aufgrund etwaiger Einschränkungen des Freihandels durch eine veränderte Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten oder durch die bevorstehenden Verhandlungen der Briten über einen EU-Austritt. Für den erweiterten DIY-Kernmarkt (Bau- und Heimwerkermärkte, Fachhandel, Kleinbetriebsformate und Distanzhandelsumsatz mit DIYKernsortimenten) sehen die Kölner Marktforscher von Teipel Research & Consulting bei einem Marktvolumen von 48,4 Milliarden Euro Gesamtbruttoumsatz ein Umsatzwachstum von 1,1 Prozent für das Jahr 2017 als realistisch an.

Potenzial für Umsatzzuwächse 2017 in der Baumarktbranche sieht der BHB insbesondere auf dem Gebiet des privaten Renovierungs- und Wohnungsbaus sowie in der prosperierenden Bauwirtschaft: Der aktuelle und auch 2017 anhaltende Bauboom werde insbesondere dem Handwerk, aber auch dem Baumarkthandel zugutekommen. Entscheidender Wachstumsmotor 2017 sei aber der Privatkonsum: Der Arbeitsmarkt sei in hervorragender Verfassung, Lohnerhöhungen, sichere Jobs und niedrige Zinsen verlockten auch in diesem Jahr die Baumarktkunden zum Geldausgeben. Davon werde der Baumarkthandel profitieren.

Vernetzung der Einkaufswelten
2016 stand ganz im Zeichen der Neuausrichtung der Baumarktbranche. Ein zentraler Hebel ist dabei die Vernetzung
von stationärer und digitaler Einkaufswelt: Die Baumärkte optimieren ihr Filialnetz und investieren gleichzeitig verstärkt in die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle. Abzulesen ist dies auch an der bundesweiten Entwicklung der Zahl der Baumärkte und der Gesamtverkaufsfläche im zurückliegenden Geschäftsjahr 2016. Zum 1. Januar 2017 zählte die Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse (Gemaba) bundesweit 2.118 Baumärkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von 13,25 Millionen Quadratmetern, 16 Märkte und rund 49.000 Quadratmeter Verkaufsfläche weniger als noch zum Jahresanfang 2016 (2.134 Märkte/Gesamtverkaufsfläche 13,30 Millionen Quadratmeter).

„Die intelligente Vernetzung von stationärem und Onlinegeschäft ist ein elementarer Schlüssel für eine erfolgreiche Kundenansprache“, betont BHB-Hauptgeschäftsführer Peter Wüst. Dabei würden die Baumarkthändler im Zuge des Ausbaus der eigenen Geschäftsmodelle zum Omnichannelanbieter richtigerweise auch die Rentabilität der eigenen Standorte auf den Prüfstand stellen, um Geschäftsprozesse weiterhin zu optimieren und um verbleibende Umsatzpotenziale voll auszuschöpfen.

Beim Blick auf die Sortimentsentwicklungen im Gesamtjahr erzielten die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte 2016 laut GfK-Total-Store-Report die höchsten Umsätze mit den Sortimenten Sanitär/Heizung (1,75 Milliarden Euro), Bauchemie/Baumaterial (1,75 Milliarden Euro), Elektro (1,29 Milliarden Euro), Anstrichmittel/Malerzubehör (1,25 Milliarden Euro) und Werkzeuge/Maschinen/Werkstattausstattung (1,23 Milliarden Euro). Die Gesamtheit aller Gartensortimente, bestehend aus den Warengruppen Gartenausstattung (1,19 Milliarden Euro), Gartenmöbel (351,2 Mio. Euro), Gartengeräte/Be- und Entwässerung (1,00 Milliarden Euro), Lebend Grün (967,6 Mio. Euro) und Gartenchemie/Erden/Saatgut (579,9 Mio. Euro), erzielte einen Umsatz von 4,09 Milliarden Euro und damit 22,4 Prozent des gesamten Jahresumsatzes. Betrachtet man die Sortimentsentwicklung im Vorjahresvergleich, zeigten sich 2016 die Sortimente Wand/Boden (+4,3 Prozent), Gartengeräte/Be- und Entwässerung (+4,1 Prozent), Lebend Grün (+3,9 Prozent) und Werkzeuge/Maschinen und Werkstattausstattung (+3,8 Prozent) als Wachstumstreiber. Zu deutlichen Umsatzrückgängen kam es hingegen in den Warengruppen Wohnen/Dekoration (-8,7 Prozent) und Haushaltswaren (-7,0 Prozent).

E-Commerce wächst
Wie in den vergangenen Jahren zeigt sich auch 2016 ein zunehmende Kundennachfrage nach DIY-Produkten im Vertriebskanal Online – der Wunsch zum E-Commerce ist auch bei den Heimwerkern und Hobbygärtnern ungebrochen: So setzten der stationäre Handel, der Versandhandel und die Pure Player in Deutschland nach Angaben der Marktforscher von Teipel Research & Consulting 2,77 Milliarden Euro mit DIY-Kernsortimenten im Geschäftsjahr 2016 um. Das bedeutet eine Steigerung gegen-über 2015 (2,43 Milliarden Euro) um 14,0 Prozent. Dabei lagen die Produkte des Heimwerkersortiments in der Gunst der Kunden mit einem Gesamtjahresumsatz von 1,85 Milliarden Euro deutlich vor den Artikeln des Gartensortiments (762,0 Mio. Euro) und Baustoffen/Baumaterialien (156,0 Mio. Euro). Der Marktanteil der Bau- und Heimwerkermärkte an den E-Commerce-Umsätzen (2,77 Milliarden Euro) lag dabei 2016 bei 17,5 Prozent, 2015 betrug dieser noch 13,5 Prozent.

Allerdings ist der Anteil der E-Commerce-Umsätze am gesamten Marktvolumen des erweiterten DIY-Kernmarkts (Bau- und Heimwerkermärkte, Fachhandel, Kleinbetriebsformate und Distanzhandelsumsatz mit DIY-Kernsortimenten/ 47,9 Milliarden Euro in 2016) mit 5,8 Prozent verglichen mit anderen Branchen weiterhin gering. „Das Branchenergebnis 2016 hat gezeigt, dass die Unternehmen des deutschen Baumarkthandels bereits heute den Wandel aktiv und erfolgreich gestalten, ihre Geschäftsprozesse und Vertriebskonzepte optimieren und sich erfolgreich den Herausforderungen der sich verändernden Handelswelt gestellt haben und stellen werden“, betont der stellvertretende BHB-Vorstandssprecher Kai Kächelein. „Dabei gilt es für die Unternehmen unserer Branche heute und in Zukunft, ein besonderes Augenmerk auf die Wünsche unserer Kunden zu legen und sich als vertrauensvoller und erster Ansprechpartner für die Umsetzung von Projekten in Haus und Garten zu positionieren.“

Hierzu gehöre die optimale Vernetzung stationärer und digitaler Angebote, ebenso wie der Ausbau des eigenen Leistungsportfolios in den Märkten vor Ort, etwa durch die Einbindung neuer In-Store-Technologien, das Anbieten zeitgemäßer Logistiklösungen oder durch den Ausbau der Beratungs- und Serviceangebote.

Schlagworte: Baumarkt, DIY, BHB

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