Baumärkte

Boombranche

Mit einem Gesamtbruttoumsatz von 19,46 Milliarden Euro erzielten die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland im Jahr 2019 ein deutliches Umsatzplus in Höhe von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit konnte die Branche das beste Umsatzergebnis seit mehr als zehn Jahren verzeichnen.

10.03.2020

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Die Branche investiert in den Aus- und Umbau von Filialen, nimmt aber verstärkt auch unrentable Standorte vom Netz.

Auch auf bereinigter Verkaufsfläche verbuchte die Branche mit plus 3,8 Prozent ein solides Wachstum. Die Marktzahlen, basierend auf aktuellen Werten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), stellt der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) vor. Der Blick auf die Sortimentsentwicklungen im Gesamtjahr zeigt, dass die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte 2019 laut GfK-Total-Store-Report die höchsten Umsätze mit den Sortimenten Bauchemie/Baumaterial (rund 2,02 Milliarden Euro) sowie Sanitär/Heizung (rund 1,80 Milliarden Euro) erzielten. Zum zweiten Male behauptet der Sortimentsbereich Gartenausstattung den dritten Platz im Umsatzranking (1,39 Milliarden Euro) vor dem Werkzeugsegment (1,38 Milliarden Euro). 

Prozentuale Zugewinne von insgesamt 10,2 Prozent über das Gesamtjahr verzeichnete die Kategorie Gartenchemie/ Erden/ Saatgut. Investitionen ins Wohneigentum zeigen die Zuwächse in der Warengruppe Bauchemie/Baumaterialien: Hier stiegen die Umsätze in 2019 um 6,9 Prozent. Einbußen verzeichneten die Bereiche Gartenmöbel (minus 3,5 Prozent) sowie Wohnen und Dekoration (minus 2,1 Prozent).

Baumärkte schärfen Filialnetz

Bei der Entwicklung der Vertriebswege stand das Geschäftsjahr 2019 für eine fortschreitende Schärfung des Standortportfolios der Branche. Nach wie vor werden zwar Lücken in Vertriebsnetz mit neuen Märkten geschlossen, aber auch verstärkt unrentable und veraltete Standorte vom Netz genommen. Dies zeigt sich in der Bilanz in einem weiteren, wenn auch minimalen Abwachsen der Gesamtmarktzahl und auch der Gesamtverkaufsfläche. Zum 1. Januar 2020 zählte die Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse (gemaba) bundesweit 2.106 Baumärkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von 13.240 Millionen Quadratmetern, 13 Märkte und rund 27.000 Quadratmeter Verkaufsfläche weniger als noch zum Jahresanfang 2019.

Auch wenn die Zeit der großen Flächenzuwächse und der Neueröffnungen großer „Big Boxes“ derzeit vorbei ist: Es ist deutlich zu spüren, dass die Handelsunternehmen der Branche eine hohe Investitionsbereitschaft beim Aus- und Umbau vorhandener Flächen sowie in die Hard- und Software unterschiedlichster Digitalisierungsprozesse mitbringt. „Nach wie vor bleibt die Verschmelzung stationärer und digitaler Kanäle vorrangige Aufgabe der Branchenhändler. Nur wenn wir den Kunden eine bequeme und barrierefreie Customer Journey bieten, bleiben wir auch weiterhin bevorzugte Wahl beim Einkauf“, betont BHB-Hauptgeschäftsführer Peter Wüst.

Onlinehandel wächst dynamisch

Die Dominanz der Fläche beim Erwirtschaften der Umsätze kann allerdings den Aufwärtstrend der Umsätze mit E-Commerce nicht stoppen. Auch 2019 entwickelte sich dieser Anteil spürbar - die Kundennachfrage nach DIY-Produkten im Vertriebskanal Online bleibt bei den Heimwerkern und Hobbygärtnern ungebrochen. So setzten der stationäre Handel, der Versandhandel und die Pure-Player in Deutschland nach Prognosen der Marktforscher von Teipel Research & Consulting/ IFH im E-Commerce 4,0 Milliarden Euro mit DIY-Kernsortimenten im Geschäftsjahr 2019 um. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber 2018 (3,67 Milliarden Euro) um 9,0 Prozent. Der BHB rechnet derzeit für den aktuell ermittelten Branchen-Gesamtbruttoumsatz (19,46 Milliarden Euro) weiterhin mit einem Online-Anteil zwischen fünf und sechs Prozent beziehungsweise rund einer Milliarde Euro.

Das laufende Geschäftsjahr 2020 wird voraussichtlich unter erschwerten Bedingungen ablaufen. Noch sind die Auswirkungen durch den weltweiten Einfluss des Corona-Virus auf Produktion, Sourcing und Logistik noch nicht abzuschätzen. Dank allerdings weiterhin guter Rahmenbedingungen zeigt sich der BHB optimistisch und rechnet mit einem Umsatzwachstum auf einem Level zwischen 1,5 und 1,8 Prozent.
 

Schlagworte: Baumarkt, Jahresbilanz

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