Digitalisierung

Warum Fachkräfte im Handel ihre Jobs bedroht sehen

Die Digitalisierung verändert den Arbeitsalltag von Fachkräften im Handel spürbar. Laut einer aktuellen Studie von meinestadt.de macht sich rund ein Drittel der Fachkräfte Sorgen, der eigene Arbeitsplatz könne dadurch in Gefahr sein.

10.08.2020

© Stock Adobe

Die Digitalisierung löst bei vielen Menschen auch Sorgen aus.

Grundsätzlich sehen 35 Prozent der befragten Fachkräfte im Handel Arbeitsplätze durch die Digitalisierung bedroht – zusammen mit Logistik-Fachkräften der höchste Wert im Branchenvergleich. Ein Verlust des Arbeitsplatzes drohe dabei vor allem den Unqualifizierten, glauben die Teilnehmer. Auf die Frage, in welchen Berufsgruppen ihrer Meinung nach am ehesten Arbeitsplätze durch die Digitalisierung wegfallen, gibt eine Mehrheit von 48 Prozent Personen ohne Berufsausbildung an. Dennoch fürchtet rund ein Drittel, der eigene Arbeitsplatz könnte trotz Berufsausbildung aufgrund der Digitalisierung in Gefahr sein. 

Bei mehr als einem Drittel der Fachkräfte im Handel hat die Digitalisierung laut Befragung bereits Teile der Arbeit ersetzt. Jede zweite Fachkraft fürchtet, dass dies zukünftig der Fall sein wird – dies ist der höchste Wert im Branchenvergleich. Auch sind Fachkräfte im Handel mit deutlichem Abstand am wenigsten zuversichtlich, dass es ihren Ausbildungsberuf in zehn Jahren noch geben wird. Zur Begründung sagt eine Fachkraft: “Durch Selfscanning-Märkte werden weniger Einzelhandelskaufleute benötigt”. 

Mitarbeiter im Handel fühlen sich schlecht vorbereitet

Fachkräfte im Handel fühlen sich im Branchenvergleich am wenigsten den Veränderungen durch die Digitalisierung gewachsen. Viele wünschen sich mehr Unterstützung durch ihren Arbeitgeber: Auf die Frage, wie gut sie sich bei den Veränderungen durch die Digitalisierung unterstützt fühlen, antworten nur 28 Prozent mit gut oder sehr gut. 57 Prozent geben an, in ihrem Unternehmen gebe es keine Weiterbildungsmaßnahmen zu Digital-Kompetenzen. 

„Es genügt nicht, bei der Einführung neuer Technologien nur das Kundenerlebnis im Blick zu haben”, mahnt Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de. “Unternehmen müssen ihre Fachkräfte mitnehmen und fördern – das nimmt ihnen auch die Sorge vor den Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt.” Für die Studie hat das Marktforschungsinstitut respondi 2.020 Fachkräfte mit Berufsausbildung im Alter von 18 bis 64 Jahren befragt.

Die komplette Studie steht hier zum Download bereit.

Schlagworte: Digitalisierung, Arbeitsplätze

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