Ranking

Deutschlands beliebteste Einzelhändler

Der aktuelle „Einzelhandel-Index“ analysiert jährlich die Trends der Handelsbranche und ermittelt die beliebtesten Einzelhändler der Deutschen. Die Spitzenplätze verteidigen zwei Drogeriemarktketten vor einem amerikanischen Riesen.

04.02.2020

© Douglas

Douglas war zuletzt im Jahr 2017 in den Top Ten vertreten und kehr nun zurück. Der Marktführer hat intensiv an seinen Omnichannel-Angeboten gearbeitet und damit das Einkaufserlebnis verbessert.

Die Studienautoren der internationalen Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants untersuchen das Leistungsversprechen führender Handelsunternehmen und ermitteln die Kundenbewertung in den Dimensionen: Einkaufsatmosphäre, Kundenservice, Preis, Preis-Leistungs-Wahrnehmung, Produktauswahl, Produktqualität, Convenience, modische Aktualität und Vertrauen. Die Verbraucherperspektive wird auf einer Skala mit einem Maximalwert von 100 erfasst. Für die aktuelle Studie wurden weltweit über 50.000 Konsumenten zum Leistungsversprechen von weltweit 650 führenden Handelsunternehmen (darunter 68 aus Deutschland) befragt. 

Die Spitzenplätze gehen in diesem Jahr an die Drogeriemärkte dm und Rossmann. Beide Konkurrenten punkten in den Dimensionen „Vertrauen“ und „Preis-Leistungs-Wahrnehmung“. Primus dm landet zudem in den Kategorien „Einkaufsatmosphäre“ und „Produktqualität“ unter den Top Ten. Durch die insgesamt hohe Kundenzufriedenheit verweisen die Drogeriemarktketten Amazon.de dieses Jahr nur auf den dritten Rang. Der Online-Versandhändler bleibt in Sachen „Produktauswahl“ das Maß der Dinge und schneidet auch in den Kategorien „Convenience“, „Vertrauen“, „Kundenservice“ und „Einkaufsatmosphäre“ gut ab. Amazons zentrale Herausforderung besteht jedoch zunehmend darin, bei stetig wachsender Produktauswahl für den Kunden mit maßgeschneiderten Angeboten relevant zu bleiben.

1. dm                 86,6 (Wert)    +0,7 (Veränderung zu 2018)
2. Rossmann    83,6               +0,3
3. amazon.de    83,3                -0,4
4. IKEA              83,0               +3,4
5. Edeka            82,5                -0,1
6. Douglas        82,2               +3,3
7. Hornbach      82,1               +5,6
8. Tchibo           81,8               +1,7
9. Fressnapf     81,6                -1,0
10. Alnatura      81,5                 n/a


Erstmals unter den Top Ten finden sich Hornbach (Rang 7) sowie Neueinsteiger Alnatura (Rang 10). Die Rückkehr in die Gruppe der zehn beliebtesten deutschen Händler gelingt Ikea (zuletzt 2015 in den Top 10), Douglas (zuletzt 2017 in den Top 10) und Tchibo (zuletzt 2012 in den Top 10). Ikea und Douglas haben intensiv an ihren Omnichannel-Angeboten gearbeitet und damit das Einkaufserlebnis verbessert. Im Falle Ikeas belohnen die Konsumenten zudem Investitionen in die Bereiche Nachhaltigkeit und Innovation. Ein Beispiel ist die Initiative „Zweite Chance“ für gebrauchte Möbel, die Ikea annimmt und an neue Interessenten weiterverkauft. Newcomer Alnatura überzeugt mit hoher Transparenz entlang der Wertschöpfungskette und bedient damit den steigenden Verbraucherwunsch nach Nachhaltigkeit.

Zentrale Trends für den Einzelhandel

Die Analyse des „Einzelhandel-Index 2019“ sieht zwei zentrale Trends, die deutsche Händler auch 2020 intensiv beschäftigen werden: 
 
1. Omnichannel-Präsenz: Das Ladengeschäft wird für das Einkaufserlebnis wieder wichtiger – allerdings mit anderen Spielregeln
Wollen sich Omnichannel-Händler erfolgreich positionieren, müssen sie sowohl online als auch im stationären Handel überzeugen. Kunden haben an beide Handelsformen aber sehr unterschiedliche Erwartungen, die es zu bedienen gilt. Im stationären Handel sehnen sich Kunden nach besonderen Einkaufserlebnissen – hier sind Vertrauen, Qualität und Kundenservice sehr wichtig. Online hingegen sind Kriterien wie Produktvielfalt und schneller Versandservice von größter Bedeutung. Viele der in den Top 10 platzierten Händler verdanken ihr gutes Gesamtergebnis einem ausgewogenen Mix aus stationärem Geschäft und Onlinehandel. Gerade in Sektoren wie Health & Beauty oder der Textilbranche sind Stores ein essenzieller Erfolgsfaktor. Hier wollen sich die Kunden inspirieren lassen und vor dem Kauf möglichst viele Produkte ausprobieren und vergleichen.
 
„Kunden schätzen die Vorteile guter Omnichannel-Konzepte und belohnen diese Händler mit positiven Bewertungen. Reine Online-Anbieter verzeichnen hingegen gegenüber dem Vorjahr Verluste bei den Gesamtwerten von durchschnittlich 1,4 Prozentpunkte. Doch die Bedeutung stationärer Geschäfte haben mittlerweile auch Online-Händler wie Amazon, Zalando oder Home24 erkannt, die immer häufiger Stores in Innenstädten eröffnen“, erklärt Christoph Treiber, Partner bei OC&C und einer der Autoren der Studie.
 
2. Steigendes Nachhaltigkeitsbewusstsein beeinflusst zunehmend die Kaufentscheidung
Etwa die Hälfte der im Rahmen des „Einzelhandel-Index 2019“ befragten Konsumenten interessiert sich bereits jetzt für die Umweltauswirkungen des Einkaufs. Noch führt das nur sporadisch zu veränderten Kaufentscheidungen. Doch die Anzeichen, dass Kunden sich zukünftig von Händlern und Marken abwenden, die Nachhaltigkeitsthemen nicht in ihrem Sinne priorisieren und adressieren, sind unverkennbar. So besitzen Gen-Z sowie Millennials im Vergleich zu den anderen Generationen schon jetzt ein deutlich höheres Nachhaltigkeitsbewusstsein. 

Im Bereich Health & Beauty ist ein verändertes Konsumverhalten aufgrund von Nachhaltigkeitsaspekten bereits spürbar. Auch im Lebensmitteleinzelhandel und im Textilsektor wächst das Bewusstsein der Konsumenten. Nachhaltigkeitsaffine Kunden bewerten Einzelhändler mit einer umweltfreundlichen Positionierung positiver als vergleichbare Konkurrenten ohne eine erkennbar nachhaltige Ausrichtung. Gute Beispiele sind dm und Rossmann im Drogeriesegment oder Alnatura im Lebensmittelbereich. Auch Discounter wie Aldi oder Lidl haben das Potenzial erkannt und setzen sich ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Aldi-Kunden können etwa per App die Herkunft ihrer Produkte bis zum Erzeuger zurückverfolgen und Lidl will der nachhaltigste Discounter Deutschlands werden.

„Das Nachhaltigkeitsbewusstsein der Verbraucher wird in den kommenden Jahren als Kriterium für die Kaufentscheidung noch bedeutender werden", so Treiber. „Neben jüngeren Verbrauchern sind es vor allem Konsumenten mit hohen Einkommen, die von Händlern eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Wertschöpfungskette fordern." 

Den kompletten Report zum Herunterladen finden Sie hier.

Schlagworte: Einzelhandel, Trends, Studie, Omnichannel

Kommentare

Ihr Kommentar