Die Ware leben

Adel verpflichtet

Wer bei Tierbedarf an großmarktähnliche Geschäfte denkt, in denen es komisch riecht, sollte dringend mal bei Koko von Knebel vorbeischauen. Die Boutiquen des Labels repräsentieren die hohe Schule der Hundeverwöhnung.

Von Cornelia Dörries 14.09.2020

© Koko von nebel Retail

Every dog is a star: Unter dieser Maxime betreibt Friederike de Jong von Knebel Boutiquen für den gehobenen Hundebedarf.

Filialen auf Sylt, in Berlin, Düsseldorf und Amsterdam, dazu eine Kundschaft, die auf so klangvolle Namen wie Dobrica vom Dreiburgenblick oder Hoheit Hamlet vom Zerbster Schloss hört – kein Zweifel, in den Filialen von Koko von Knebel gehört der diskrete Verweis auf einen Stammbaum zum guten Ton.

Doch das Personal nimmt auch ein sanftes Knurren nicht übel und weiß etwaigen Unmut mit einem Leberwurstkeks zu besänftigen. Ob auch die handgefertigten Lederhalsbänder oder „Aida“, die It-Bag in Silvergrey mit melierten Felldetails, ähnlich hoch geschätzt werden, darüber schweigt sich die Zielgruppe aus. Denn sie kann nur bellen.

„Every dog is a star“: Unter diesem Motto führt Friederike de Jong von Knebel ein Unternehmen für den gehobenen Hundebedarf. Das ausgewählte Sortiment umfasst qualitativ hochwertige Accessoires, biozertifiziertes Futter sowie Spielzeug und wird in stationären Dependancen sowie über einen Onlineshop vertrieben.

Wie so oft, entwickelt sich die Idee für das eigene Unternehmen in einer Marktlücke. „Ich habe damals vergeblich nach einem Hundekörbchen gesucht, das zu meiner Einrichtung passt“, erzählt de Jong von Knebel. „Und mir fiel auf, dass es keine Fachgeschäfte mit einer schönen Verkaufsatmosphäre gibt.“

Fertigung in eigener Manufaktur

Im Jahr 2005 eröffnet sie am Stammsitz Kiel den ersten Laden. Die Nische erweitert sich dank des guten Konzepts, einer strategisch klugen Standortwahl und ausgewählter Produkte rasch zu einem Netz von Filialen in Bestlagen; parallel dazu wächst auch das Sortiment. „Viele Produktentwicklungen verdanken sich den Hinweisen von Kunden“, so die Inhaberin. „Wir bekommen ständig Rückmeldungen und können Verbesserungsvorschläge direkt umsetzen.“

Denn seit 2012 entstehen Halsbänder, Hundetaschen, -jacken und -körbchen des Labels in einer eigenen Manufaktur in Kiel. Als eine Kundin vor Kurzem bemängelte, dass der neu erworbene Autositz für ihren Vierbeiner nur über einen einseitigen Gurtauslass verfügt, wurde das Modell flugs umgearbeitet. Jetzt lässt sich der optimierte Autositz so platzieren, wie es Hund und Halter beliebt.

Abgesehen von den Non-Food-Produkten, führt Koko von Knebel auch eine nahrhaft bestückte Futterpalette. Für die in schicken Dosen abgefüllte Hundenahrung und die berühmten Leckerlis, darunter hausgemachte Hundekekse mit Blattgold, verarbeitet die Unternehmerin ausschließlich nachhaltige Zutaten. Seit einer Weile gibt es auch einige Produkte für Katzen und Pferde; das Sortiment für die beiden von Natur aus genügsameren Arten beschränkt sich allerdings auf schmückende Accessoires. Menschen, also Herrchen und Frauchen, dürfen bei Koko von Knebel nur bezahlen. ●

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