„Das Smartphone ist heute die Fernbedienung fürs Leben“

Aktuell testet Saturn in Hamburg zum ersten Mal ein kassenloses Projekt auf der Fläche eines gesamten Marktes. Warum die MediaMarktSaturn Retail Group auf das Smartphone als Bezahlmittel der Zukunft setzt, erklärt Chief Innovation Officer Martin Wild.

Von Pascal Fynn 20.05.2019

© MediamarktSaturn

Martin Wild, Chief Innovation Officer, bei MediamarktSaturn.

Herr Wild, wird sich der mobile Self-Checkout in Deutschland durchsetzen?

Das Smartphone ist für viele Menschen heute die Fernbedienung fürs Leben. Daher ist zu erwarten, dass es zukünftig noch stärker zum Bezahlen genutzt werden wird. Wir freuen uns über das wachsende Interesse unserer Kunden an dem in Deutschland noch recht jungen Thema „mobiler Self-Checkout“. Wir sehen gerade viele Initiativen großer Händler in diesem Bereich und wir wünschen uns noch viel mehr davon. Denn durch Google Pay, Apple Pay und Payback Pay hat das Thema nun den nötigen Reifegrad erreicht, um auch in Deutschland eine immer höhere Relevanz zu erreichen. Als einer der Pioniere beim Thema kassenloses Bezahlen merken wir aber auch, dass wir einem Teil unserer Kunden das Thema aktiv nahebringen müssen. Dafür setzen wir zum Beispiel Promoter ein. Wenn unsere Kunden aber Smartpay einmal ausprobiert haben, nutzen sie es danach auch immer wieder gerne.

Das aktuelle Pilotprojekt im Saturn Hamburg Altstadt ist ja bereits ihr drittes zum Thema „kassenloses Bezahlen“. Können Sie kurz ihre Erfahrungen zu den drei Piloten schildern?

Unseren ersten Schritt haben wir im Frühjahr 2018 mit unserem kassenlosen Pop-up-Store für Consumer Electronics in Innsbruck gemacht. Das dreimonatige Pilotprojekt mit Mishipay hat unsere Erwartungen weit übertroffen: 30.000 Besucher aus der ganzen Welt besuchten den Store und das Feedback war sehr positiv. Mehr als 85 Prozent der Besucher gaben an, sie würden den Store ihren Freunden und Bekannten weiterempfehlen. Im September 2018 folgte dann ein weiteres Pilotprojekt mit dem Start-Up Rapitag. In einem Saturn-Markt in München konnten unsere Kunden Kopfhörer direkt am Regal bezahlen und selbst entsichern. Auch hier war die Resonanz der Kunden sehr positiv und auch die Technologie wurde gut angenommen. Dies hat uns darin bestärkt, mithilfe weiterer Piloten Erfahrungen mit dem kassenlosen Bezahlen zu sammeln und sie mit unseren Kunden im realen Marktbetrieb von Anfang an zu teilen. Daher haben wir mit Saturn Smartpay im Saturn Hamburg Altstadt das erste kassenlose Projekt auf der gesamten Fläche eines bestehenden Marktes eingeführt, der mit 18.000 Quadratmetern übrigens auch der größte Elektrofachmarkt der Welt ist. An stark frequentierten Tagen gibt es aktuell bis zu 100 Smartpay-Bezahlvorgänge täglich mit dem Mobiltelefon. Besonders loben die Kunden die Schnelligkeit der neuen Bezahlmethode.

Mit dem Retail Tech Hub fördern sie aktiv die Kooperation mit Start-ups. Wieso ist so ein Austausch für etablierte Händler spannend?

Weil wir fest daran glauben, dass Innovationsprojekte im Bereich Retail mit Startups am besten funktionieren. Startups gehen anders an Themen heran. Sie denken oft Out-of-the-Box. Dann gehen sie auch mal Wege mit uns, an die wir selbst nicht gedacht hätten. Start-Ups machen uns also insgesamt schneller, effizienter und agiler. Das Retailtech Hub dient aber nicht allein dazu, passende Start-Ups für uns zu finden. Mindestens genauso wertvoll ist für uns der Erfahrungsaustausch mit anderen Retailern, die auch Partner des Retailtech Hub sind, wie zum Beispiel Lidl, Kaufland und S. Oliver.

Schlagworte: MediaMarktSaturn, Point of Sale

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