Ladenbau

„Brandschutzkonzepte sind sehr individuell“

Selbst wenn niemand verletzt wird, entsteht bei einem Feuer oft ein enormer Schaden. Kein Wunder, dass Versicherungen zuverlässige Brandschutzkonzepte einfordern. Worauf es dabei ankommt, erklärt Manuel Mack, Brandschutz-Spezialist beim Sicherheitstechnologie-Anbieter Telenot.

Von Thomas Müller 08.10.2020

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Eine zentrale Rolle in den vielen Regularien rund um den Brandschutz nimmt die DIN 14675 ein.

Welche Faktoren sollten Händler beim Brandschutzkonzept für ihren Laden bedenken?

Die Planung eines Brandschutzkonzepts ist eine sehr individuelle Angelegenheit, bei der alles vom Objekt abhängt. Faktoren wie Ladenfläche und Brandlast – also die aufgrund der vorhandenen Materialien bei einem Brand entstehende Hitze – spielen eine wichtige Rolle. Aber es geht auch um Fragen wie: Aus welchem Material bestehen die Wände? In welchem Umfeld befindet sich der Laden? Und welche Standards verlangt die eigene Versicherung?

Gibt es Bestimmungen, denen eine besondere Bedeutung zukommt?

Eine zentrale Rolle in den vielen Regularien rund um den Brandschutz nimmt die DIN 14675 ein: Fast alle bauaufsichtlichen Anforderungen und Ausschreibungen verweisen auf diese Norm. In ihr sind nicht nur die technischen Bedingungen für Brandmeldeanlagen definiert, sondern sie bestimmt zudem, dass solche Anlagen ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben geplant, projektiert, montiert, in Betrieb genommen, abgenommen und regelmäßig instand gehalten werden dürfen.

Wie können kleine und mittlere Unternehmen diesen komplexen Anforderungen gerecht werden?

Wie einige andere Anbieter von Brandschutztechnologie auch, haben wir bei Telenot eine hauseigene Planungsabteilung aufgebaut, die solche Konzepte für Kunden bis ins Detail ausarbeitet. Unserer Erfahrung nach greifen Architekten und Planer gerne auf diesen zumeist kostenlosen Service zurück, der ein spezifisches Planungskonzept exakt nach ihren Vorgaben erstellt und dabei aktuelle Normen berücksichtigt. Auf Wunsch übernehmen unsere autorisierten Stützpunkte zudem die Realisierung und kümmern sich um die Abnahme des Brandmeldesystems durch die zuständigen Sachverständigen der Versicherung. 

Die Deutsche Industrienorm 14675

Die für den Brandschutz entscheidende Norm ist im April 2018 in zwei Teilen neu erschienen. Die neue DIN 14675-1 beschreibt Anforderungen an den Aufbau und Betrieb von Brandmeldeanlagen, wie etwa den Aufstellort der Brandmelder­zentrale, und erläutert die technischen Vorgaben für den Anschluss der Anlage an die Zentrale der zuständigen Feuerwehr. Die DIN 14675-2 definiert die​ Anforderungen an zertifizierte Fachfirmen, die die Anlagen installieren und warten dürfen: So muss etwa der Kompetenznachweis durch eine akkreditierte Prüfstelle ausgestellt und regelmäßig überprüft werden.

Schlagworte: Brandschutz, Brandschutzkonzept, Interview

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