Coronapandemie

Wie Händler sich auf das Weihnachtsgeschäft vorbereiten können

Im Zuge der COVID-19-Pandemie hat sich das Einkaufsverhalten der Verbraucher verändert und der Einzelhandel wird die Auswirkungen auch während des Weihnachtsgeschäftes spüren. Wie sie aussehen und wie Händler reagieren können, hat der Softwareanbieter Bazaarvoice analysiert.

12.10.2020

© andresr / iStock

Auch das Weihnachtsgeschäft wird in diesem Jahr anders sein als gewohnt.

Die Hälfte der weltweit befragten Verbraucher (49 Prozent) will Weihnachtsgeschenke der Analyse zufolge häufiger als noch vor der Pandemie online kaufen, wobei dieser Anteil in Deutschland bei 32 Prozent liegt. Preis (37 Prozent) und Preisleistung (20 Prozent) werden für deutsche Verbraucher die wichtigsten Faktoren bei den diesjährigen Weihnachtseinkäufen sein, 27 Prozent räumen allerdings ein, dass ihre geplanten Ausgaben von der COVID-19-Pandemie beeinträchtigt sind.

48 Prozent der Konsumenten weltweit geben in der Bazaarvoice-Umfrage an, dass die Chancen für den Kauf eines Produktes steigen, wenn Unternehmen auf Online-Bewertungen reagieren. „Es ist deswegen wichtig, dass Einzelhändler und Marken ihre Strategie für die Feiertage rechtzeitig überdenken, da Verbraucher auf diese Informationen zurückgreifen, um Kaufentscheidungen zu treffen. Bewertungen als User Generated Content boomen in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Social Distancing, aber auch schon im vergangenen Jahr konnte ein ähnlicher Trend im Vorfeld des Weihnachtsgeschäftes ausgemacht werden“, weiß Tobias Stelzer, Head of Sales Central Europe von Bazaarvoice.

Amazon bekommt Konkurrenz von Social Media

Amazon wird auch in dieser Wintersaison die erste Anlaufstelle für Verbraucher sein. Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) nutzt die Plattform als Startpunkt der Geschenkesuche und fast drei Viertel (71 Prozent) planen, beim größten Onlinehändler der Welt einzukaufen. Bei den 18- bis 24-Jährigen bekommt Amazon jedoch zunehmend Konkurrenz von sozialen Netzwerken: Der Marktplatz ist zwar nach wie vor die wichtigste Inspirationsquelle, doch Instagram ist bei der jungen Zielgruppe bereits mit 48 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Pinterest (23 Prozent) und TikTok (20 Prozent). Insgesamt bleibt Facebook (20 Prozent) die einflussreichste Social-Media-Plattform, wenn es um den Kauf von Geschenken geht, Instagram (17 Prozent) und Pinterest (13 Prozent) folgen.

Mit jedem Monat des Lockdowns hat das Bazaarvoice-Netzwerk einen deutlichen Anstieg der Seitenaufrufe und Bestellungen verzeichnet. Tatsächlich glauben 85 Prozent der befragten Einzelhändler aus dem Netzwerk, dass die Online-Umsätze im Weihnachtsgeschäft 2020 über denen des Vorjahres liegen werden und 61 Prozent rechnen mit einem höheren Engagement über soziale Netzwerke.

Für Tobias Stelzer steht fest: „Dieses Weihnachtsgeschäft wird wie kein anderes sein, mit mehr Online-Shopping als je zuvor. Der Handel muss Kunden mithilfe von FAQs, Kundenbewertungen und Reaktionen von Händlern schnell Antworten auf ihre Fragen liefern. Die Effekte sind eindeutig: Wir sehen, dass FAQs auf Produktseiten zu einem Umsatzanstieg von 120 Prozent pro Besucher führen und dass Kundenbewertungen sogar einen Anstieg von 159 Prozent bewirken."

Amazon sei während der Pandemie noch prominenter geworden und diese Größe gebe der Plattform einen fast unschlagbaren Vorteil. Wo Marken und Einzelhändler aber gewinnen könnten, sei bei der Bereitstellung einer besseren Customer Experience und maßgeschneiderter Informationen. "Um sich von Amazon abzuheben, sollten Marken und Einzelhändler daher verstärkt auf Social Media setzen und so ein optimales Einkaufserlebnis schaffen“, so Stelzer.

Bazaarvoice, ein Anbieter von Softwarelösungen für Nutzerbewertungen, hat für seine Analyse weltweit 5.000 Verbraucher befragt, darunter 1.000 aus Deutschland, und zudem Daten aus seinem über 6.200 Händler und Brandwebsites umfassenden Netzwerk analysiert.

Schlagworte: Coronakrise, Coronavirus, Weihnachtsgeschäft

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