Handelsimmobilien

Frequenzanker Nahversorgung

Während der Pandemie stellt sich quer durch alle Asset-Klassen die Frage nach der Zukunftsfähigkeit von Immobilien im Einzelhandel. Im Rahmen einer neuen Studie zeigt Kaufland anhand von fünf Thesen Handlungsfelder auf.

03.11.2020

© iStock/Sven Peter

Kaufland befragt Branchenexperten und beschreibt im Rahmen einer Studie die Situation der Asset-Klasse Retail.

Die im Januar veröffentlichte Studie von Kaufland „Frequenzanker im Online-Zeitalter – Zehn Gründe für eine stabile Zukunft“ hat essenzielle Rahmenbedingungen aufgearbeitet, die den Handel sowie die Handelsimmobilien beeinflussen werden. Die Studienautoren haben die einschneidenden Veränderungen durch die Corona-Pandemie zum Anlass genommen, die Rahmenbedingungen der ersten Studie neu zu beleuchten. In der aktuell veröffentlichten Folgestudie „Frequenzanker im Post-Corona-Zeitalter – Fünf Thesen für die neue Zukunft des Handels“, die sich an Investoren, Projektentwickler, Händler und Kommunen richtet, erörtern Branchenexperten die Zukunft von Handelsimmobilien.

Das Ergebnis ist ein umfassender Status quo zur Situation der Asset-Klasse Retail und zeigt Handlungsfelder der Zukunft auf: Diese sind insbesondere Nachhaltigkeit, Digitalisierung sowie die steigende Bedeutung von Mixed-Use-Immobilien. Daneben werden Revitalisierungen von bestehenden Standorten zukünftig noch wichtiger werden. Die Nahversorgung als Frequenzanker wird dabei in vielen Bereichen eine Rolle spielen.

Die Thesen und ihre Bewertung durch befragte Experten im Überblick:

These 1: "Revitalisierungen werden bei Handelsimmobilien stark zunehmen."
Der Trend geht in diese Richtung. Nicht alle Handelsimmobilien werden dabei gleichermaßen betroffen sein und müssen daher nicht unbedingt eine umfassende Revitalisierung erhalten. Es muss sich ein deutlicher Mehrwert aus der Revitalisierung ergeben, ansonsten ist gegebenenfalls auch eine alternative Nutzung zu überlegen (Hans Volckens, KPMG). Um sich den wachsenden und immer schneller wandelnden Herausforderungen zu stellen, müssen Handelsimmobilien flexibler werden (Lars Heese, Redevco). Viele Handelsimmobilien wurden in den letzten Jahren zudem schon erheblich aufgewertet (Alexander Otto, ECE). Gerade durch die Pandemie-bedingten Umbrüche werden sich insbesondere Kommunen auf die Inwertsetzung und Neuinterpretation bestehender Standorte fokussieren (Johnnie Wilkinson, Greenman).

These 2: "Mixed-Use-Immobilien mit Handelsanteilen werden deutlich steigen."
Mixed-Use ist sicherlich einer der Schlussfolgerungen für die Immobilien der Zukunft. Dieser Trend
zeichnet sich deutlich ab. Kaum eine Kommune, kaum ein Projektentwickler oder Investor, der sich nicht damit beschäftigt. Und es ist nur eine logische Konsequenz aus den langfristigen Rahmenbedingungen und den kurzfristigen Impulsen. Urbanität ist das Wort der Stunde (Lars Heese, Redevco). Noch mehr als bisher müssen die Nutzungen jedoch auf den Standort und die konkrete Lage abgestimmt sein (Hans Volckens, KPMG), dann allerdings mit dem Vorteil einer eingebauten Kundenbasis durch die ergänzenden Nutzungen, gerade für die Nahversorgung (Johnnie Wilkinson, Greenman).

These 3: "Die Digitalisierung wird Handelsimmobilien noch stärker bestimmen."
Digitalisierung ist sicherlich einer der dominantesten Megatrends. Die Corona-Pandemie hat in ihrer
Vielschichtigkeit gezeigt, wie sehr der gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Alltag davon
beeinflusst wird. Die Pandemie hat den Wandel, wie Menschen einkaufen, beschleunigt (Johnnie Wilkinson, Greenman). Kein Wunder also, dass auch der Handel und die Handelsimmobilien davon in Zukunft noch stärker betroffen sein werden. Der Kunde ist vielschichtiger geworden, hat mehr Handlungsoptionen. Der technische Fortschritt bietet dafür neue Plattformen. Auch in Zukunft wird es wichtig sein, vom Kunden her zu denken. Die Digitalisierung bietet hier vielfältige neue Absatz- aber auch Kommunikationswege.

These 4: "Nahversorgung wird zum wichtigsten Frequenzanker bei Handelsimmobilien."
Nahversorgung wird weiterhin eine bedeutende Rolle spielen. Für manche Lagen und Immobilienprodukte muss das Konzept jedoch abgestimmt sein. Nahversorgung alleine wird keine Innenstadt als Ganzes retten, und auch kein Shopping-Center. Nahversorgung wird jedoch, zumal immer näher an den Menschen und Quartieren, eine Grundfrequenz sicherstellen. Dies wird insbesondere für kleine Kommunen oder für die Stadtteilzentren der Metropolen bedeutend sein. Bei den Fachmarkt-dominierten Betriebstypen ist der Trend jedoch eindeutig: ohne Nahversorgung kein gut positionierter Standort.

These 5: "Nachhaltigkeitsthemen werden den Handelsimmobilienmarkt noch intensiver beeinflussen."
Die Experten sind sich durchweg einig: Nachhaltigkeit wird auch zukünftig immer stärker die Gesellschaft und die Wirtschaft, und damit auch die Immobilienmärkte bestimmen. Nicht nur bei Handelsimmobilien wird die Dynamik und Bedeutung zunehmen (Lars Heese, Redevco). Dieses Bild ist das eindeutigste unter den Experten. Green Buildings, Green Finance und viele weitere Aspekte, die auch über die Politik mehr und mehr unser Handeln bestimmen, werden dies noch weiter vorantreiben.

Die komplette Studie „Frequenzanker im Post-Corona-Zeitalter – Fünf Thesen für die neue Zukunft im Handel” mit zahlreichen Experten-Interviews steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Schlagworte: Einzelhandel, Handelsimmobilien, Einzelhandelsimmobilien, Studie

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