Impulspapier

Stadtentwicklung in Coronazeiten

Die Auswirkungen der Krise auf die kommunalen Finanzen sind entscheidend für die zukünftige Gestaltungskraft der Kommunen. Was heißt das für die Entwicklung unserer Städte? Ein neues Papier des Deutschen Instituts für Urbanistik soll Impulse für einen Diskurs geben.

01.09.2020

© imago images/Schöning

Die Coronakrise hat den Handlungsdruck der Kommunen erhöht, eine aktive Stadtentwicklungspolitik zu betreiben.

Die Corona-Pandemie hat Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft binnen kurzer Zeit in einen Ausnahmezustand versetzt und führt allenthalben zu großer Verunsicherung. Die fundamentalen Belastungen der Wirtschaft in globalem Maßstab und die damit einhergehenden bislang nicht da gewesenen finanziellen Belastungen für den Staat schlagen dabei natürlich auch auf die kommunale Ebene durch. Die Auswirkungen der Krise auf die kommunalen Finanzen sind entscheidend für die zukünftige Gestaltungskraft der Kommunen. 

Was heißt das für die Entwicklung unserer Städte? Wo liegen Chancen und Risiken? Und welche Prioritäten ergeben sich daraus für die Stadtentwicklung? Welchen besonders relevanten Herausforderungen für die Stadtentwicklung im Kontext der durch die Pandemie festzustellenden Veränderungen müssen und sollten sich die Städte stellen? Prof. Dr. Carsten Kühl, Direktor des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) und sein Stellvertreter im Amt, Prof. Dr. Arno Bunzel, geben in einer Difu-Sonderveröffentlichung Impulse für einen Diskurs zu diesen und weiteren Fragen.

Funktionsstärkende Nachnutzung

In einigen Bereichen hat die Corona-Krise den Handlungsdruck der Kommunen erhöht. Dies gilt in besonderem Maße für die Innenstädte, heißt es in dem Papier. Die Krise wird nach derzeitigem Stand zu einer Welle von Geschäftsaufgaben führen und den Funktionswandel der Innenstädte massiv beschleunigen. Leerstand in der Fläche und in noch stärkerem Maße Leerstand großer Schlüsselimmobilien wirft die Frage auf, wie eine funktionsstärkende Nachnutzung initiiert werden kann. Wichtig wird es sein, dass die Städte hier nicht nur konzeptionell begleitend, sondern auch investiv handlungsfähig sind, um zum Beispiel Schlüsselimmobilien zu erwerben, und auf diese Weise Impulse zur Belebung geben.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert bereits seit Wochen die Einrichtung eines Sonderfonds, um die Zentren zu unterstützen. Die finanziellen Mittel in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro sollen auf drei Sonderfonds aufgeteilt werden. Einmal zur Aktualisierung und Standardisierung von Einzelhandelskonzepten, zur Analyse der Leerstandssituation sowie für eine aktive Ansiedlungspolitik, die den Branchenmix in den Stadtzentren attraktiv gestalten soll.

Die komplette Veröffentlichung des Difu steht hier kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Schlagworte: Einzelhandel, Innenstadt, Standort

Kommentare

Ihr Kommentar