Studie

Wie sich das Einkaufen nach der Krise verändern wird

Social Distancing und Maskenpflicht haben das Einkaufserlebnis im stationären Handel stark verändert, zugleich erfuhren viele Online-Händler großen Zulauf. Was die Verbraucher sich für ihren Einkauf nach der Krise wünschen, zeigt eine aktuelle Studie des digitalen Handelsunternehmens QVC.

19.05.2020

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Maskenpflicht, soziale Distanz - die Coronakrise verändert vieles.

Unter dem Titel „New Normal: Wie lebt Deutschland in der Post-Corona-Welt?“ entwickelt die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Trendforscher Professor Peter Wippermann entstanden ist, fünf Thesen für das Leben und das Einkaufen nach der Corona-Krise.

So sei in der Isolation der Wunsch nach sozialer Nähe gewachsen. Social-Shopping-Apps, die in China bereits boomen, könnten diese künftig zumindest teilweise zurückbringen. Eingekauft werde digital und live, zusammen mit Freunden oder anderen Fans. Diese Idee kommt auch bei den deutschen Verbrauchern gut an: 41 Prozent der Frauen und jeder zweite Mann finden Social Shopping attraktiv, so die QVC-Umfrage. Ebenso viele können sich demnach vorstellen, mit einem virtuellen Shopping-Scout einzukaufen, ohne selbst im Geschäft anwesend zu sein. „Der Handel wird sich nach der Krise neu definieren müssen“, sagt Mathias Bork, CEO von QVC Deutschland. „Die Community zu unterhalten und emotionale Erlebnisse zu schaffen wird noch weiter in den Vordergrund rücken. Und das am besten live und in Echtzeit.“

Auch Streaming könnte der Studie zufolge künftig beim täglichen Routine-Einkauf helfen: 44 Prozent aus der Generation Z (14 bis 20 Jahre) wünschen sich einen Online-Einkaufsassistenten, der ihnen aktuell verfügbare, frische Lebensmittel per Video zeigt. „Ob in der realen oder virtuellen Welt: Märkte bleiben Gespräche“, unterstreicht Studienleiter Wippermann. „Händler sind gut beraten, wenn sie den Spaß beim Shopping zurückbringen.“ 54 Prozent der befragten Deutschen wünschen sich, dass sich Läden mehr zu Treffpunkten für Communities entwickeln. Ob sie ein Verkäufer oder ein Bot berät, ist zweitrangig. „Wenn der Service gut ist, ist mir egal, ob dahinter ein Mensch oder ein Computer steht“, sagen laut der QVC-Umfrage 59 Prozent der Deutschen – und damit elf Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.

Haltung überzeugt die Verbraucher

Überhaupt nicht egal ist es den Verbrauchern hingegen, ob ein Händler Haltung zeigt. Zwei Drittel der Deutschen geben an, dass sie künftig eher bei Anbietern einkaufen wollen, die für Solidarität, soziales Engagement und Nachhaltigkeit stehen. 69 Prozent haben vor, beim Kauf von Kleidung mehr auf Langlebigkeit und Zeitlosigkeit zu achten. „Stärker als noch vor der Pandemie stellen sich die Kunden nun die Frage nach Sinn und Nachhaltigkeit ihres Einkaufs“, sagt Studienleiter Wippermann. „Unternehmen überzeugen nicht mehr nur mit ihren Produkten, sondern mit ihren Werten.“

Eines hat die Pandemie jedoch nicht verändert: Der Klimawandel macht vielen Menschen weiterhin Sorgen. Drei Viertel der befragten Deutschen sprechen sich in der QVC-Umfrage dafür aus, bei diesem Thema nicht locker zu lassen: „Die Corona-Krise sollte nicht dazu genutzt werden, den Klimaschutz aufzuschieben“.

Weitere Ergebnisse der QVC-Studie finden Sie hier.

An der repräsentativen Online-Umfrage im Auftrag von QVC nahmen Ende April 2020 1.000 Menschen in Deutschland zwischen 14 und 50 Jahren teil. Die Ergebnisse sind unterteilt in drei Generationen: Generation Z (14 bis 20 Jahre), Generation Y (21 bis 35 Jahre) und die Generation X (36 bis 50 Jahre). Im Mittelpunkt standen ihre Wünsche für die Zukunft. Bereits 2016 beschäftigte sich QVC im Rahmen einer Zukunftsstudie mit der Frage: „Wie kauft Deutschland übermorgen ein?“. Daran anknüpfend erschien 2018 die Studie „Living 2038: Wie lebt Deutschland übermorgen?“.

Schlagworte: Studie, Zukunft des Einkaufens, Coronakrise

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