Studie

Verbraucher reagieren zurückhaltend auf das Ende des Shutdowns

Shopping-Stimmung kommt unter den gegenwärtigen Umständen bei den Verbrauchern nicht auf. Nur eine Minderheit hat das Ende des Shutdowns zum Einkauf in den bislang geschlossenen Geschäften genutzt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Innofact und EY-Parthenon.

05.05.2020

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Kunden haben seit der Wiedereröffnung fast ausschließlich gezielte Einkäufe getätigt, nur eine kleine Minderheit hat die Gelegenheit zum Shopping-Bummel genutzt.

Die Mehrheit der Verbraucher, die die Wiedereröffnung der Geschäfte genutzt haben, geben an, sich beim Einkaufen unwohl gefühlt zu haben. Viele bemängeln das Verhalten der anderen Kunden. Die Kunden haben fast ausschließlich gezielte Einkäufe getätigt, nur eine kleine Minderheit hat die Gelegenheit zum Shopping-Bummel genutzt. Rund ein Viertel würde laut Umfrage nur einkaufen gehen, wenn es attraktive Rabatte gibt.

Gleichzeitig zeigen sich die Kunden durchaus verständnisvoll, wenn es um den Geschäftsbetrieb der Händler geht: Über 65 Prozent finden es in Ordnung, wenn die Geschäfte nach dem Neustart beispielsweise ihre Öffnungszeiten verkürzen, um bei wegfallenden Umsätzen die Kosten möglichst gering zu halten.

Unverändert geben 60 Prozent der repräsentativ befragten Verbraucher an, dass entweder sie selbst oder mindestens eine Person aus ihrem Haushalt zur Corona-Risikogruppe zählt. Diese Risikowahrnehmung wirkt sich entsprechend auch auf das Einkaufsverhalten der Verbraucher aus. Rund jeder dritte Verbraucher muss außerdem feststellen, bereits persönlich finanziell von Corona negativ betroffen zu sein. Dieser Anteil zeigt sich über die letzten fünf Wochen stabil und ist nur minimal weiter gestiegen.

Nach wie vor kaufen die Menschen in Corona-Zeiten mehr Lebensmittel, allerdings nicht mehr so viel wie in den letzten Wochen. Eine vollkommene Normalisierung hat sich aber noch nicht eingestellt, der Grundbedarf vieler Haushalte ist gestiegen.

Shutdown-Branchen weiterhin die großen Verlierer trotz Wiedereröffnung

Produkte, die nicht unmittelbar benötigt werden, werden auch nach der langsamen Öffnung vieler Geschäfte generell deutlich weniger gekauft. Seit Öffnung der Geschäfte deutet sich bei Bekleidung und Baumarktprodukten immerhin ein langsamer Umschwung beim weiterhin deutlich negativen Einkaufssaldo an.

In den letzten vier Corona-Wochen findet bei Gütern des täglichen Bedarfs mit durchgehend geöffneten Läden kein massives Umschwenken der Verbraucher zum Onlinekanal statt. Nach Wiedereröffnung der Geschäfte ist auch in den vom Shutdown betroffenen Branchen der Anteil der Onlinekäufer wieder rückläufig. In einigen Branchen fällt auf, dass viele Verbraucher einen Onlinekauf zwar in Erwägung gezogen haben, dann aber doch nicht online bestellten. Insbesondere bei Gütern des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln oder Drogerieprodukten haben zum Beispiel Lieferzeiten von über zwei Wochen oder die Nichtverfügbarkeit von knappen Wunschprodukten viele potentielle Besteller davon abgehalten, online zu kaufen.

Innofact und EY-Parthenon befragen jede Woche eine repräsentative Stichprobe von rund 1.000 Verbrauchern. Damit liegen wöchentlich aktuelle Daten zum Kaufverhalten in Corona-Krisenzeiten für momentan 11 abgebildete Branchensegmente vor.

 

Schlagworte: Verbraucherstimmung, Konsumverhalten, Coronakrise

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