Kaufverhalten

Gewöhnung an den Online-Einkauf

Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf das Kaufverhalten der Verbraucher in Deutschland hat, analysiert die Marktforschungsplattform Appinio seit Beginn der Krise wöchentlich. Ein Ergebnis der achten Messungswelle: Die Konsumfreudigkeit steigt langsam wieder an.

12.05.2020

© iStock/svetikd

Seit der ersten Befragung im März ist der Anteil derjenigen, die momentan mehr online shoppen als vor Corona, um 21 Prozentpunkte von 26 Prozent auf 47 Prozent gestiegen.

Vor sieben Wochen sagten 60 Prozent derjenigen Befragten, die wegen Corona einen Vorrat angelegt haben, dass dieser für mehr als zehn Tage reichen würde. Mittlerweile reicht dieser Vorrat nur noch bei 48 Prozent aller „Vorratseinkäufer“ für mehr als zehn Tage. Ein Viertel aller Verbraucher in Deutschland gibt aber an, momentan generell mehr zu kaufen. Dies war zu Beginn der Krise noch anders; damals gaben lediglich 17 Prozent an, dass sie generell mehr kaufen. Ähnliche Werte zeigt auch das Appinio Konsumbarometer, das im bisherigen Verlauf des Monats Mai einen kontinuierlichen Anstieg verzeichnet.

Seit der ersten Befragung im März ist der Anteil derjenigen, die momentan mehr online shoppen als vor Corona, um 21 Prozentpunkte von 26 Prozent auf 47 Prozent gestiegen. Gleichzeitig geben mittlerweile mehr als ein Drittel (33 Prozent) an, dass sie weniger offline einkaufen als noch vor Corona. Zu Beginn der Befragung im März waren es noch 21 Prozent. 

Verbraucher erwerben neue Skills

Diese Veränderung, die sich bereits seit der vierten Messwelle (8. April) manifestiert hat, zeigt sich auch in der Reaktion der Konsumenten, die ein bestimmtes Produkt nicht wie üblich in ihrem Supermarkt bekommen: Vor sieben Wochen sind 31 Prozent dann in einen anderen Laden gegangen und nur sieben Prozent haben es stattdessen online gekauft. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen 24 Prozent in einen anderen Laden und 15 Prozent kaufen online.

Ein Fünftel (21 Prozent) aller Befragten hat wegen Corona zum ersten Mal Videocalls mit mehreren Personen gemacht. Danach folgen mit je 13 Prozent Haare selbst färben oder schneiden und Kleidung online kaufen sowie mit zwölf Prozent Streaming und Dinge des täglichen Bedarfs online kaufen. Die neu entdeckten Aktivitäten scheinen gut anzukommen, da je mindestens die Hälfte diese Aktivitäten auch nach Corona weitermachen will, gegebenenfalls sogar in höherer Frequenz. 

Drang nach draußen

Eine Ausnahme bilden die Videocalls und virtuelle Arztbesuche – diese Aktivitäten will weniger als die Hälfte auch nach Corona weiterführen. Ganz vorne liegen hingegen Möbel online kaufen, Podcasts hören, Streaming und Kleidung online kaufen. Diese Aktivitäten wollen 71 Prozent der Personen, die die jeweilige Aktivität wegen Corona das erste Mal durchgeführt haben, auch in Zukunft weitermachen.

Die Deutschen bleiben von Woche zu Woche weniger drinnen: Diese Woche gaben 82 Prozent an, das Haus fast nicht zu verlassen; letzte Woche waren es noch 84 Prozent und vor sechs Wochen sogar 91 Prozent. Auch Menschenmassen werden weniger und weniger gemieden. Diese Woche gaben 71 Prozent an, dass sie Menschmassen vermeiden. Letzte Woche waren es noch 76 Prozent und vor sechs Wochen 83 Prozent.
 

Schlagworte: Einzelhandel, Studie, Kaufverhalten, Onlinehandel, Coronakrise

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