Studie

Coronakrise: Konsumverzicht vor allem bei Möbel, Uhren und Schmuck

Die Marktforschungsplattform Appinio untersucht, welche Auswirkungen die Covid-19-Pandemie auf den Alltag und das Konsumverhalten der Deutschen hat. Die Studie, die regelmäßig neu erhoben wird, zeigt: Nur ein geringer Anteil der Offline-Käufe wird durch Online-Konsum kompensiert.

28.05.2020

© Jürgen Fälchle / stock.adobe.com

Die Befragten gehen aber bei allen Produktkategorien davon aus, dass sie die Produkte nach Corona zum dem gleichen Anteil offline kaufen werden wie auch davor

In der 22. Kalenderwoche hat Appinio 18 Produktkategorien danach bewerten lassen, wo sie gekauft werden: Eher online, eher offline, oder gar nicht – und das für drei Zeitpunkte: vor Corona, momentan und in der Zukunft nach Corona.

Das Ergebnis: Alle Produktkategorien werden weniger offline gekauft als vor Corona. Vor allem Uhren und Schmuck sowie Kleidung und Schuhe mit einem Minus von 16 beziehungsweise 13 Prozentpunkten.

Die meisten Verbraucher kompensieren die fehlenden Offlinekäufe aber nicht mit E-Commerce, sondern kaufen die Produkte (bis auf Essentials wie Lebensmittel und Hygieneartikel) momentan einfach eher gar nicht. Besonders hart trifft es dabei Möbel (minus 21 Prozentpunkte) und Uhren / Schmuck (minus 15 Prozentpunkte).

In den allermeisten Produktkategorien ist dennoch ein Uplift für Onlinekäufe zu sehen – wenn auch ein geringer. Im Schnitt plus 2,27 Prozentpunkte im Vergleich zu der Zeit vor Corona. Den höchsten Online-Uplift hat dabei Kleidung mit plus sieben Prozentpunkten.

Zurück zum Status Quo

Die Befragten gehen aber bei allen Produktkategorien davon aus, dass sie die Produkte nach Corona zum gleichen Anteil offline kaufen werden wie auch davor – es geht also zurück zum Status Quo. Es gibt keine Produktkategorie, bei der die Befragten einen langfristigen Switch auf Online-Käufe erwarten oder langfristig das Produkt gar nicht mehr kaufen werden.

Wenn überhaupt, zeigt sich eher ein leichter Trend dahin, dass die Befragten sich vornehmen, manche Produkte wie Kleidung und Sportartikel in Zukunft vermehrt offline zu kaufen.

Zehn Wellen Corona Consumer Report: Das hat sich getan

35 Prozent der Befragten gaben zu Beginn der Studie an, dass sie (sehr) um ihre Gesundheit besorgt sind. Aktuell sagen das noch 31 Prozent. Während in der ersten Befragung noch die Lebensmittel Nudeln, Mineralwasser, TK-Produkte, Konserven sowie Fertiggerichte von jedem dritten Deutschen verstärkt gekauft worden sind (im Mittel 31 Prozent), geben jetzt im Schnitt nur noch etwa 20 Prozent an, dass sie diese Produkte derzeit häufiger kaufen. Die Produktgruppen Obst, Gemüse sowie Joghurt/Quark sind mit plus sieben, beziehungsweise plus fünf Prozentpunkten im Vergleich zur ersten Messung die einzigen, deren Nachfrage während der zehn Wochen konstant gestiegen ist.

Schlagworte: Coronakrise, Coronavirus, Konsumverhalten

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