Umfrage

Angst, Ärger ­­­— vor allem aber Dankbarkeit

Während viele Händler in der Coronakrise schließen mussten, geht der Betrieb in Supermärkten und anderen Läden des täglichen Bedarfs weiter. Kurz vor Ostern haben wir Kunden gefragt, mit welchen Gefühlen sie ihre Feiertagseinkäufe erledigen.

04.05.2020

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In der Straßenumfrage zeigt sich: Kunden empfinden vor allem Dankbarkeit für die Supermarkt-Mitarbeiter.

Das Anstehen vor dem Laden, das man jetzt ja oft erlebt, ist schon nervenaufreibend. Und im Laden will man darauf achten, den Mindestabstand zu anderen Einkäufern einzuhalten. Allerdings ist das oft ziemlich schwierig, weil manche Gänge recht eng sind. Eigentlich finde ich aber, die Kunden gehen respektvoll miteinander um. Apropos: Die Mitarbeiter im Einzelhandel verdienen eine Menge Respekt dafür, dass sie auch in der Coronakrise ihren Job so gut machen. Man sollte darüber nachdenken, die Löhne im Einzelhandel aufzubessern.

Felix Hohberg, 30

Dass im Supermarkt Sicherheitsleute stehen und bestimmen, wie viele Kunden überhaupt hineindürfen, habe ich vor der Coronakrise noch nie erlebt. Leider ist es jetzt trotzdem oft so, dass Produkte, die man täglich braucht, ausverkauft sind. Wir müssen manchmal früh am Morgen los, um noch alles zu bekommen. Ich selbst nehme jetzt auf jeden Fall viel mehr Rücksicht auf andere, wenn ich einkaufe. Ich trage zum Beispiel immer eine Maske im Laden. Und ich habe großen Respekt vor den Mitarbeitern, die kassieren oder Regale einräumen. Die machen einen guten Job.

Vincent, 17

Die Situation beim Einkaufen ist momentan schon sehr speziell. Weil es in den Läden nicht immer alles gibt, muss man sich gut organisieren, damit man alles zu Hause hat, was man braucht. Ich hamstere aber nicht. Klar, im Laden nimmt man mehr Rücksicht aufeinander. Die anderen Einkäufer machen es einem aber oft schwer, den Mindestabstand einzuhalten, manchmal sind auch einfach zu viele im Laden. Wenn es eng wird, drehe ich mich dann eben mal kurz weg. Ruhig zu bleiben, wenn sich Kunden doch mal danebenbenehmen, ist für die Mitarbeiter im Lebensmittelhandel bestimmt nicht immer einfach. Dafür bin ich ihnen dankbar.

Robert Sommerfeld, 38

Ich finde das Einkaufen momentan beängstigend. Und ich muss sogar öfter in Läden als sonst, weil oft viele Sachen ausverkauft sind. Das ist sehr schade, denn ich möchte am liebsten schnell wieder nach Hause – dort fühle ich mich am sichersten. Im Supermarkt gehen viele Menschen zu eng an einem vorbei, um sich zum Beispiel noch den letzten Käse zu schnappen. So schnell kann man dann gar nicht zur Seite gehen. Vor den Beschäftigten in den Super­märkten habe ich Hochachtung, denn sie können den Kunden kaum aus dem Weg gehen – und das acht Stunden am Tag. Ich bin allen dankbar, die jetzt diesen Job machen.

Gina, 51

Dass man jetzt häufiger vor Supermärkten anstehen muss, finde ich sehr bedenklich. Ich arbeite beim Zahnarzt und dort eng mit Patienten zusammen – natürlich mit Mundschutz. Den trage ich auch beim Einkaufen, um ältere Leute zu schützen. Meinem Eindruck nach sind die meisten Kunden vernünftig und halten sich an die Regeln. Hut ab vor den Leuten, die im Einzelhandel schuften müssen in diesen Zeiten. Das muss man erst mal schaffen, was die derzeit leisten. Ich habe mich mit Mitarbeitern in den Läden unterhalten und gehört, dass die Kunden zu denen auch mal patzig und unfreundlich sind. Dafür habe ich kein Verständnis.

Kerstin Rauscher, 52

Ich fühle mich nicht sehr viel anders als sonst. Man muss jetzt eben Abstand zu anderen halten. Ich trage immer eine Maske, weil ich gesundheitlich leicht angeschlagen bin. Negative Erfahrungen beim Zusammentreffen mit anderen Einkäufern habe ich bisher nicht gemacht. Aber mal sehen, wie sich die Situation entwickelt. Bisher machen die Leute zwar Hamster­käufe, aber die Sachen werden auch immer wieder nachgeliefert. Ob das so bleibt? Die Arbeit in den Läden ist angesichts dieser Lage jedenfalls hart. Ich würde den Beschäftigten wünschen, dass sie auch mal Abstand gewinnen können und Zeit haben, sich um ihre Familien zu kümmern.

Martin Destner, 33

Ich empfinde den Unterschied zu der Zeit vor der­ ­Coronakrise als nicht so groß. Klar, manche Sachen sind nicht da, die findet man dann eben woanders. Dass Toilettenpapier in so vielen Läden immer ausverkauft ist, nervt mich aber schon. Ich selbst will nicht hamstern, ich kaufe ein wie sonst auch. Mit den Beschäftigten im Lebensmitteleinzelhandel möchte ich allerdings momentan nicht tauschen. Manche haben ja gar keinen Schutz, nicht einmal diese durchsichtigen Folien, die jetzt an vielen Kassen zwischen Kunde und Kassierer hängen.

Marie von Kuck, 48

Ich bin überrascht, dass die Hamsterkäufe nicht langsam mal aufhören und es immer noch so oft kein Klopapier und keine Nudeln gibt. Ich trage im Supermarkt Handschuhe und versuche, zu anderen Personen Abstand zu halten. Umso mehr ärgert es mich, dass es immer noch Menschen gibt, die nicht richtig aufpassen. Die fassen das Gemüse mit bloßen Händen an, suchen sich die besten Teile aus und legen den Rest wieder zurück. Leider gibt es auch Verkäufer, die keine Rücksicht nehmen, in ihre Hände husten und danach Produkte anfassen. Im Allgemeinen bin ich den Mitarbeitern im Handel aber dankbar, dass sie auch in der Krise ihren Job machen.

Takwa Fala, 29

Zu den Statements als Video geht es hier.

Schlagworte: Verbraucherumfrage, Coronakrise

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