Coronakrise

Handel fordert Steuerfreiheit für Sonderzahlungen

In der Coronakrise sind viele Beschäftigte im Einzelhandel besonders gefordert. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser schlägt nun vor, Sonderzahlungen der Händler an ihre Mitarbeiter von der Steuer zu befreien. Erste Unternehmen haben bereits konkrete Pläne für Krisen-Bonuszahlungen.

24.03.2020

© Kay Nietfeld / DPA Picture Alliance

Gerade Beschäftigte im Lebensmittel-Einzelhandel sind in der Corona-Krise besonders belastet.

„Wir möchten das außerordentliche Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf freiwilliger Basis honorieren, zum Beispiel durch krisenbedingte Sonderzahlungen zusätzlich zu Löhnen und Gehältern“, so Josef Sanktjohanser in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Solche Sonderzahlungen könnten aber dazu führen, dass die Steuerlast der Beschäftigten sehr stark anwachse.

Sanktjohanser schreibt weiter: „Wir möchten Sie deshalb bitten, sich für eine Steuerbefreiung von Sonderzahlungen einzusetzen. So würde die finanzielle Entlohnung dafür, dass unsere Beschäftigten in der Krise den Laden am Laufen halten, ungeschmälert bei den Betroffenen ankommen.“

Konkrete Pläne für Bonuszahlungen gibt es bereits bei Deutschlands zweitgrößtem Lebensmittelhändler Rewe. Das Unternehmen kündigt an, die Beschäftigten bei Rewe, aber auch bei der konzerneigenen Discounttochter Penny für ihren Einsatz in der Coronavirus-Krise mit einem Bonus belohnen zu wollen. Dafür werde der Konzern über 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, sagt ein Rewe-Sprecher.

Bonussumme abhängig von Funktion

"Das sind schnelle und unbürokratische erste Sofortmaßnahmen, um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine klare Botschaft zu geben: Wir sagen nicht nur Danke für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser schwierigen Ausnahmesituation, sondern wir honorieren ihr Engagement zugleich in finanziell spürbarer Weise", betont der Sprecher. Der jeweilige Betrag ist etwa abhängig von der Funktion und davon, ob Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet wird.

Das Problem der Steuerlast will Rewe vorerst umgehen: Die Bonuszahlung werde als Guthaben auf die Mitarbeiterkarten gebucht, heißt es. Das habe den Vorteil, dass der Betrag den Beschäftigten praktisch als Netto-Zahlung zugutekomme.

Auch bei Aldi Süd können sich die Beschäftigten vielleicht schon bald über eine Prämie freuen. "Wir machen uns derzeit Gedanken, wie wir uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz erkenntlich zeigen können", sagt ein Unternehmenssprecher.

Schlagworte: HDE, HDE-Präsident, Steuern

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