Coronavirus

Händler, Verbände und Forscher fordern pragmatische Krisenhilfe

Die Initiative „Händler helfen Händlern“ hat gemeinsam mit den großen deutschen Handelsverbänden HDE, BEVH, dem Bundeswirtschaftssenat des BVMW, dem IFH Köln und dem Kompetenzzentrum Handel Forderungen an die Bundesregierung formuliert.

26.03.2020

© Arne Dedert / Picture Alliance

Läden dürfen nicht öffnen, Händler sind in Not.

Auf Einladung von Marcus Diekmann, Mitinitiator von „Händler helfen Händlern“ und CEO von Rose Bikes, haben sich die führenden Köpfe der Handelsverbände, Stephan Tromp (HDE), Martin Groß-Albenhausen (BEVH), Boris Hedde (IFH), Frank Rehme (Kompetenzzentrum Handel) und Günter Hübner (Bundeswirtschaftssenat des BVMW), in einer Sondersitzung per Videokonferenz auf klare Forderungen für die Hilfskredite und Fördermittel an den Staat und die Politik in der Corona-Krise verständigt.

Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Ladenschließungen sei der Handel unverschuldet in eine Schieflage geraten. Die beteiligten Vertreter der Handelsverbände begrüßen die Entscheidung der Bundesregierung, kurzfristig ein Budget von 150 Milliarden Euro als Hilfsmaßnahme zur Verfügung zu stellen. Sie stellen allerdings in einer gemeinsamen Erklärung dar, dass die aktuell vorgestellten Maßnahmen nicht weit genug gehen und häufig an bürokratischen Hürden scheitern.

Die Forderungen an die Bundesregierung und die Wirtschaftspolitik:

► Die Hilfsprogramme sollen für alle kleinen und mittelständischen Handelsunternehmen gelten.
► Auf den Nachweis der positiven Fortführungsprognose soll verzichtet werden.
► Unterstützung soll in Form von Betriebsmittelkrediten gewährt werden. Berechnungsgrundlage für die Höhe der Kredite sind die Ausgaben für Betriebsmittel, die in den letzten sechs Monaten aufgewendet wurden (Mieten, Personal, Werbekosten, IT, etc.) sowie die offenen Posten aus dem Wareneinkauf (Lieferungen und Leistungen). 
► Das Betriebsmitteldarlehen soll drei Jahre tilgungsfrei gewährt werden, damit die Unternehmen nach der Krise die Chance haben, Liquidität aufzubauen, wieder Gewinne zu erwirtschaften und kapitaldienstfähig zu bleiben.
► Das Betriebsmitteldarlehen soll zu einem effektiven Zinssatz von null Prozent und ohne weitere Gebühren oder Aufschläge – auch nicht seitens der begleitenden Hausbanken – gewährt werden.
► Die Rückführung der Kredite soll variabel sein. Die Unternehmen dürfen selbst entscheiden, wann und in welcher Höhe sie zurückführen. Endfälligkeit ist nach fünf bis sieben Jahren.
► Die Gesamtlaufzeit soll maximal acht Jahre betragen.
► Die 90-prozentige Haftungsfreistellung soll nicht nur für Banken, sondern auch für Unternehmen gelten.

Marcus Diekmann: „Wir müssen eine Chance bekommen, den Handel nach der Krise wiederaufzubauen. Die Einbußen, die durch den Lockdown im Handel entstehen, sind unmöglich in zwölf Monaten wieder aufzuholen.“

Die Initiative „Händler helfen Händlern“ startete am 19. März 2020, als aufgrund der Corona-Pandemie deutschlandweit nicht systemrelevante stationäre Geschäfte ihr Ladentüren schließen mussten. Dazu haben führende mittelständische Handelsunternehmen eine Gruppe auf der Karriereplattform LinkedIn ins Leben gerufen, die betroffene Unternehmer und Unternehmerinnen informiert und untereinander vernetzt. Die Gruppe zählt nach nur sechs Tagen über 1000 Mitglieder, darunter Händler, Handels- und Wirtschaftsverbände, Journalisten und Handelsexperten. Händler wie Rose Bikes, BabyOne, MediaMarkt, Saturn, TomTailor, Intersport und Visunext unterstützen die Initiative.

Schlagworte: HDE, Forum Handel 4.0, IFH Köln

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