Corona-Krise

Diese finanziellen Hilfen bekommen Händler vom Staat

Die erzwungenen Ladenschließungen während der Coronakrise bringen viele Händler in finanzielle Schwierigkeiten. Die Regierung hat im großen Umfang Unterstützung versprochen, es gibt erste Informationen zur konkreten Umsetzung. Ein Überblick.

18.03.2020

© Carsten Koall / Getty Images

Die Corona-Krise hat Deutschland im Griff, viele Händler brauchen finanzielle Unterstützung.

Die Bundesregierung ist entschlossen, den Unternehmen in der Krise zu helfen. Aus dem Wirtschaftsministerium heißt es: "Es ist genug Geld vorhanden, um die Krise zu bekämpfen und wir werden diese Mittel jetzt einsetzen. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen. Darauf kann sich jede und jeder verlassen."

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) haben einen "Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen" vorgestellt. Ziel sei es, Firmen und Betriebe mit ausreichend Liquidität auszustatten, damit sie gut durch die Krise kommen. Das Krisenprogramm besteht aus mehreren Elementen:

► Flexibleres Kurzarbeitergeld: Bis Anfang April wird die Kurzarbeiterregelung zielgerichtet angepasst. Dabei werden erleichterte Zugangsvoraussetzungen für das Kurzarbeitergeld eingeführt: Das Quorum der von Arbeitsausfall betroffenen Beschäftigten im Betrieb wird auf bis zu 10 % gesenkt, Kurzarbeitergeld gibt es auch für Leiharbeitnehmer, die Sozialversicherungsbeiträge werden durch die Bundesagentur für Arbeit vollständig erstattet.

► Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen: Um die Liquidität zu verbessern, werden die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen, zur Senkung von Vorauszahlungen und im Bereich der Vollstreckung verbessert. Insgesamt wird den Unternehmen die Möglichkeit von Steuerstundungen in Milliardenhöhe gewährt. Die hierfür erforderliche Abstimmung mit den Ländern darüber hat das Bundesministerium der Finanzen eingeleitet.
Im Einzelnen: Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird. Vorauszahlungen können zudem leichter angepasst werden. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert. Schließlich wird auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

► Leichterer Zugang zu Krediten: Im Bundeshaushalt steht ein Garantierahmen von rund 460 Milliarden Euro zur Verfügung. Dieser Rahmen kann laut den Ministerien – sofern erforderlich – zeitnah um bis zu 93 Milliarden Euro erhöht werden. Damit sollen Kredite an Unternehmen ermöglicht werden, die durch die Coronakrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Die Kredite gewährt die Förderbank KfW, Ansprechpartner für betroffene Händer ist aber die jeweilige Hausbank. Weitere Informationen bietet die KfW. Zusätzlich gibt es regionale Unterstützungsangebote, etwa von der Berliner Investitionsbank.

Allgemeine Informationen zum Hilfsprogramm und Kontakte zu Ansprechpartnern hat das Wirtschaftsministerium gesammelt.

Auch das Finanzministerium hat eine Übersicht mit hilfreichen Informationen und Kontaktdaten angelegt.

Der Handelsverband Tabak bietet eine Checkliste an, die Händlern Orientierung geben soll.

Schlagworte: Finanzierung

Kommentare

  • Bernd Fischer

    Wenn ich 9000,- Eu vom Staat geschenkt bekomme kann ich mir vorstellen, daß mit dieser Gabe viel Schmuh getrieben wird. Richtig wäre ein Darlehen,denn jetzt melden sich viele Unternehmer, auch Kleinstunternehmer um Schmott zu machen obwohl sie Aufträge haben. So ist es jedenfalls im ländlichen Bereich ! Oder werden die Anträge geprüft und wie werden sie geprüft ??
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    01.04.2020, 19:08 Uhr
  • Annemarie Berger

    Die Anträge werden definitiv nicht geprüft ! Jeder "Unternehmer" auch wenn es sich - den Angaben in dem Antrag zuwider - um ein krankes Unternehmen handelt bekommt dieses Geld und kann sich die neue Stereoanlage oder sonst was davon kaufen. Die Finanzämter stunden großzügig auch denjenigen, die Steuerrückstände aus vergangenen Jahren in sechsstelliger Höhe haben, gerne die Steuern. Der Solo Unternehmer, der keine Miete zahlen muss und kaum laufende Kosten hat, bekommt genauso seine 9000 Euro geschenkt wie der Unternehmer, der ein Ladenlokal mietet und 5 Arbeitnehmer hat.
    Man merkt, dass dieses Hilfspaket mit der heißen Nadel gestrickt worden ist, insbesondere, weil die wenigsten Friseurläden, Nagelstudios und auch Kosmetikstudios auch in guten Zeiten einen Umsatz haben, der auch nur annährend an 3000 Euro monatlich herankommt. Und es zeigt sich, dass diejenigen von uns, sei es Kassiererinnen, Krankenschwestern, Ärzte, Polizisten, Feuerwehrmänner etc. die Dummen sind, denn sie bekommen keine 9000 Euro geschenkt, sondern müssen für ihr Geld in diesen Zeiten hart arbeiten und laufen zudem auch noch ständig Gefahr sich anzustecken. Aber die Solo-Selbständigen und Kleinunternehmer dürfen auf dem Sofa liegen und bekommen dafür 3000 Euro monatlich vom Staat geschenkt. Super !! Ich könnte mich übergeben, wenn ich an diesen Schwachsinn denke, den unsere Regierung hier verzapft hat. Jeder Arbeitnehmer muss in harten Zeiten auf seine Ersparnisse zurückgreifen, aber jeder Unternehmer, der was auf der hohen Kante hat, muss seine Ersparnisse nicht angreifen, sondern darf sich seine 9000 Euro abholen.

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    02.04.2020, 12:47 Uhr
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