Mehrwertsteuer

Nur wenige Onlinehändler senkten Preise zum 1. Juli

Die Mehrwertsteuersenkung soll Kunden in die Geschäfte locken und so den Konsum ankurbeln. Doch geben die Händler die Ersparnis weiter und senken die Preise? Das wollte das ZDF-Magazin "WISO" wissen und ließ rund 3.000 Produkte im Onlinehandel über Wochen beobachten.

07.07.2020

© imago images/Mario Hösel

Während der stationäre Handel die Mehrwertsteuersenkung an die Verbraucher weitergibt, halten sich Oninehändler diesbezüglich zurück.

Das Ergebnis nach der Auswertung von rund 1,8 Millionen Preispunkten: Nur rund ein Viertel aller beobachteten Angebote sank mehrwertsteuerbedingt, fast drei Viertel blieben gleich oder wurden sogar teurer. Stichproben im stationären Handel ergaben hingegen ein anderes Bild. 

Dort senkten die großen Warenhäuser, Baumärkte und Elektrohändler die Preise entsprechend. Der Leiter der Studie, Clemens Vest, sieht sich bestätigt, dass der Onlinehandel im Gegensatz zum stationären Handel nicht auf den Impuls der Mehrwertsteuersenkung angewiesen war: Die Dynamik sei ohnehin hoch, so dass die Preise immer stark schwankten. Dennoch rechnen Experten wie der Professor für Marketing und Strategie an der WHU Vallendar, Martin Fassnacht, damit, dass der Handel von der Mehrwertsteuersenkung profitiert: "Eine Senkung des Preises ist was Positives für den Verbraucher. Das kann dazu führen, dass der Konsum angeregt wird", sagte Fassnacht.

Für die Studie wurde ein zufälliger Warenkorb aus rund 3.000 Produkten verschiedener Kategorien zusammengestellt, wie zum Beispiel: Baumarkt, Elektronik, weiße Ware, Küchengeräte, Kosmetik oder Spielzeug. Eine Preissenkung ab 1. Juli für regulär besteuerte Produkte durch die Mehrwertsteuersenkung würde rund 2,59 Prozent betragen, somit wurde eine Mindestsenkung von 2 Prozent als mehrwertsteuerbedingte Preisanpassung anerkannt.

Schlagworte: Einzelhandel, E-Commerce, Onlinehandel, Studie

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