IFH-Analyse

Wie der Fahrradmarkt von der Coronakrise profitiert

Der deutsche Fahrradmarkt ist von 2015 bis 2019 mit einem Umsatzplus von 5,03 Milliarden Euro stark gewachsen. Der wirtschaftliche Einbruch der Coronakrise zeigt sich im Fahrradmarkt nicht, im Gegenteil.

10.08.2020

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Der Fahrradmarkt ist während der Krise gewachsen.

Die Analyse "Branchenfokus Fahrräder" von IFH Köln und BBE Handelsberatung kommt zu dem Ergebnis, dass der Fahrradmarkt in Deutschland in den Jahren 2015 bis 2019 kontinuierlich gewachsen ist. Die Branche verzeichnet demnach eine positive Entwicklung mit einem Plus von 20,3 Prozent (5,03 Mrd. Euro) und einem Absatz von 4,31 Millionen Stück, was einem Plus von 3,1 Prozent entspricht. Die Coronapandemie kurbelt den Markt sogar zusätzlich an.

"Diese Ausnahmesituation des Fahrradmarktes ist als kleines, feines Licht im ansonsten eher düsteren Handelsumfeld zu betrachten. Paradoxerweise haben sich für die Branche in der Krise günstige Bedingungen ergeben", kommentiert Uwe Krüger, Senior Consultant am IFH, das Ergebnis. Die Auswirkungen des Shutdowns führen – im Gegensatz zu vielen anderen Konsumgütermärkten – nicht zu milliardenschweren Umsatzausfällen, sondern im Gegenteil zu einem Umsatzplus zwischen 300 und 900 Millionen Euro.

Der Fahrradmarkt steht im von Corona gebeutelten Handel fast solitär auf der Sonnenseite. Für viele andere Branchen erbringt 2020 heftige Umsatzverluste in insgesamt zweistelliger Milliardenhöhe. Aus diesem Blickwinkel betrachtet relativiere sich das Umsatzplus der Fahrradbranche, analysiert das IFH. Die Prognose zeigt außerdem, dass das Umsatzhoch eher nicht langfristig sein wird: Für den weiteren Verlauf des Fahrradmarktes könnte ein Umsatzausfalleffekt eintreten wie er oft bei Vorziehungskäufen durch eine zeitweilig erhöhte Nachfrage zu beobachten ist.

"2020 sah zunächst alles nach einem weiteren Rekordjahr aus. Dieser Wachstumspfad wurde dann jäh von den Shutdown-Maßnahmen in den meisten Bundesländern exakt zu Saisonbeginn gestoppt. Doch auf den Schock folgte nach Wiedereröffnung ein noch nie dagewesener Andrang auf die Läden", resümiert Florian Schöps, Senior Consultant der BBE-Handelsberatung. Hinzu komme die Entdeckung des Fahrrads als „Urlaubsersatz“ für daheim und des Radfahrens als eine der unbedenklichen Aktivitäten für jedes Alter überhaupt.

Die komplette Studie steht hier zum kostenpflichtigen Download bereit.

Schlagworte: Fahrradhandel, Coronakrise, Coronavirus

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