Umfrage

So nachbarschaftlich ist Deutschland

Wie steht es um die Nachbarschaft in Deutschland? Ist eine zunehmende Anonymität zu verzeichnen? Oder stärkt die Corona-Pandemie das Verhältnis? Diesen Fragen geht Edeka mit der erstmals aufgelegten Studie Nachbarschaftsbarometer nach.

18.08.2020

© Peter Maszlen/Stock Adobe

Das Bundesland Brandenburg und die Stadt Frankfurt sind laut Edeka-Barometer besonders nachbarschaftlich.

Die Umfrage des Lebensmittelhändlers in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Gelszus rmm Marketing Research umfasst zwei Erhebungszeiträume. Die Kernergebnisse im Überblick:

Das gehört zu einer guten Nachbarschaft: "Hilfsbereitschaft" (56 Prozent), "Freundlichkeit"/ein "freundlicher Umgang" (25 Prozent) und "Rücksichtnahme"(elf Prozent) gehören für die Befragten zu einer guten Nachbarschaft. 
Rund zwei Drittel der Befragten fühlt sich in ihrer Nachbarschaft (sehr) wohl: 25 Prozent der Befragten fühlen sich in ihrer Nachbarschaft sehr wohl, 44 Prozent wohl; gar nicht hingegen nur zwei Prozent. 
Hier begegnen sich Nachbarn: Am häufigsten begegnen sich Nachbarn "auf der Straße"/"im Hof" (83 Prozent), im Wohnhaus/Hausflur (54 Prozent) und beim Einkauf (41 Prozent). 
So eng ist der Kontakt unter Nachbarn: Der Kontakt mit den Nachbarn ist bei 16 Prozent (sehr) eng. Bei 38 Prozent ist er weniger eng beziehungsweise nicht vorhanden, davon sind über die Hälfte offen für einen engeren Kontakt oder diesem nicht abgeneigt. 
Häufigkeit des Engagements: Insgesamt engagieren sich 18 Prozent der Befragten (sehr) häufig für die Nachbarschaft und 42 Prozent selten bis nie, wobei sich Ältere häufiger engagieren als Jüngere. Das (sehr) häufige Engagement sinkt während der Corona-Pandemie um die Hälfte (neun Prozent). 
Aktives Engagement während der Corona-Pandemie: 29 Prozent der Befragten haben den Nachbarn während der Pandemie geholfen - am häufigsten durch Gespräche (61 Prozent) und das Übernehmen von Einkäufen (56 Prozent). 15 Prozent gehen davon aus, dass die Corona-Pandemie ihr Verhältnis zur Nachbarschaft langfristig eher stärken wird.  

Grundlage des Nachbarschaftsbarometers sind zwei von der Edeka-Zentrale in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Gelszus rmm Marketing Research GmbH durchgeführte Onlinebefragungen. Die erste bevölkerungsrepräsentative Befragung umfasste 3019 Befragte vom 5. bis zum 17. März. In einer zweiten Onlinebefragung mit 750 Befragten wurde vom 15. bis zum 19. Mai unter anderem das Thema Corona und Nachbarschaft überprüft. Das Nachbarschaftsranking setzt sich aus vier Dimensionen zusammen, aus denen sich der Indexwert ermittelt: Einstellung zu Nachbarschaft, Ist-Beurteilung von Nachbarschaft, eigener Beitrag zur Nachbarschaft und Rahmenbedingungen für Nachbarschaftsengagement.

Das Nachbarschaftsranking 2020 ermittelt zudem, welche Bundesländer und Städte besonders nachbarschaftlich sind und ob ein Unterschied zwischen Stadt und Land zu verzeichnen ist:
Brandenburg belegt unter den Ländern auf Platz eins, Rheinland-Pfalz ist Schlusslicht: Gefolgt von Niedersachsen auf Platz zwei (106,9) und Hamburg auf Rang drei (103,1), ist Brandenburg das nachbarschaftlichste Bundesland (107,7). Berlin folgt auf Rang vier (102,8), Baden-Württemberg (102,4) und Hessen (101,5) belegen Platz fünf und sechs. Schlusslicht sind das Saarland (88,3) und Rheinland-Pfalz (87,5). 
Frankfurt mit höchstem Nachbarschaftsindex: Bei den Städten hat Nachbarschaft in Frankfurt am Main den höchsten Stellenwert (111,0), gefolgt von Stuttgart (110,6), München (106,8), Dresden (103,6), Hamburg (103,1) undBerlin (102,8). 
Land vor Stadt: Auf dem Land (weniger als 20.000 Einwohner) ist man nachbarschaftlicher (106,9) als in urbanen Gebieten, wobei Nachbarschaft in Städten mit über 100.000 Einwohnern mehr gelebt wird (96,3), als in denen mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern (93,6).  

Weitere Detailinformationen zum Studiendesign sowie alle Ergebnisse finden Sie hier: nachbarschaftsbarometer.edeka
 

Schlagworte: Einzelhandel, Studie, Edeka, Coronakrise, Coronavirus

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