Coronakrise

Exit-Strategie: Masterplan statt Länder-Chaos gefordert

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit den Ministerpräsidenten über Lockerungen der Corona-Beschränkungen beraten und geeinigt. Der Mittelstandsverbund mahnt ein geschlossenes Vorgehen an.

16.04.2020

© dpa picture alliance/Robert Michael

Nur mit einer transparenten Kommunikation könnten Händler die nötigen Vorkehrungen für die Wiedereröffnung treffen und ihren Kunden den höchsten Standard für den Gesundheitsschutz bundesweit gewährleisten, so der ZGV.

„Nachdem sich Unternehmen bereits durch einen Vorgaben-Dschungel bei Schließungen kämpfen mussten, droht nun ein Flickenteppich bei Lockerungen. Einzelne Branchen dürfen hierbei keineswegs ausgeschlossen oder benachteiligt werden“, appelliert Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des Mittelstandsverbundes (ZGV). 

Die Vorgaben in den Bundesländern unterschieden sich beispielsweise hinsichtlich der einzuhaltenden Abstände zwischen Personen, der maximalen Personenzahl auf der Fläche, der Zugangsbeschränkungen, eventueller Reinigungspflichten für Griffflächen, der Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und der zum Verkauf freigegebenen Sortimente.

„Fragestellungen, wie die abstrakten Vorgaben konkret umgesetzt werden sollen, blieben zu häufig unbeantwortet. Diese Verunsicherung muss bei einer Wiedereröffnung verhindert werden“, so Veltmann. Nur mit einer frühzeitigen, unmissverständlichen Kommunikation können Unternehmen die nötigen Vorkehrungen für die Wiedereröffnung treffen und ihren Kunden den höchsten Standard für den Gesundheitsschutz bundesweit gewährleisten.

Länderübergreifende Einheitlichkeit des Vorgehens sei gerade für die Vielzahl des kooperierenden Mittelstandes aus Handel, Handwerk und Dienstleistungsbranchen wichtig, sagt Veltmann. Die Kooperationszentralen könnten ihren Mitgliedern dann mehr Hilfestellungen bieten – vom Ladenbau, bis hin zum Management von Abständen oder den Unterweisungen der Beschäftigten.

Teil des Masterplanes müsse ebenso sein, die Liquidität in der Breite des Mittelstandes zu erhalten. Gerade weil das Hilfsprogramm der Bundesregierung für 3,1 Millionen Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten nicht zugänglich ist. „Von den von uns vertretenen 230.000 Unternehmen haben rund zwei Drittel nicht mehr als zehn Mitarbeiter. Gerade Unternehmen mit hoher Wertschöpfung haben aber einen Liquiditätsbedarf, der über die Soforthilfe der Bundesländer hinausgeht und durch den KfW-Schnellkredit gedeckt werden könnte", so Veltmann. Soforthilfe-Empfänger ganz vom KfW-Schnellkredit auszuschließen, sei ein handwerklicher Fehler im ansonsten ausgezeichneten Programm.

Schlagworte: Strategie

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