Studie

Coronakrise: Weniger Sorgen, weniger Hamsterkäufe

Die Marktforschungsplattform Appinio untersucht, welche Auswirkungen die Covid-19-Pandemie auf den Alltag und das Konsumverhalten der Deutschen hat. Die Studie wird regelmäßig neu erhoben. Ein Ergebnis der fünften Messungs-Welle: Es wird weniger gehamstert.

21.04.2020

© Nikita / Imago

Die Krise hat Deutschland immer noch fest im Griff.

Eine der größten Veränderung zu den vorherigen Erhebungen ist, dass sich die Verbraucher deutlich weniger Sorgen um die eigene Gesundheit machen. Aktuell sind es 33 Prozent, die (sehr) besorgt um ihre Gesundheit sind, wohingegen es vor drei Wochen noch 42 Prozent waren.

Auch machen sich die Befragten im Vergleich zu den Vorwochen allgemein weniger Sorgen rund um das Thema Corona. So sind die Sorgen darum, dass sich die Familie anstecken könnten, um eine schlechte Versorgung im generellen Krankheitsfall, beziehungsweise konkret bei einer Corona-Infektion und die Sorgen um das Erliegen des öffentlichen Lebens alle im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Gestiegen sind dagegen die Sorgen um langfristige wirtschaftliche sowie um persönliche finanzielle Konsequenzen.

Generell scheint sich eine gewisse Müdigkeit eingestellt zu haben: Die Befragten tun weniger, um ein Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Nur noch 85 Prozent bleiben vermehrt zu Hause – vor drei Wochen waren es noch 92 Prozent. Zudem desinfizieren die Befragten weniger, nutzen häufiger den ÖPNV und vermeiden seltener den Kontakt zu Menschen aus betroffenen Gebieten. Das Tragen von Schutzmasken allerdings kann weiterhin einen Zuwachs verzeichnen.

Einkaufsverhalten normalisiert sich

Was ihr Einkaufsverhalten angeht, geben nur 34 Prozent der Befragten an, sich einen Vorrat an Artikeln des täglichen Bedarfs angelegt zu haben. In der ersten Messwoche waren es noch 43 Prozent. Außerdem wird das Volumen der Hamsterkäufe geringer: In der ersten Woche hatten 60 Prozent der Hamsterer einen Vorrat angelegt, der länger als zehn Tage hält, in der aktuellen Mess-Woche waren es nur noch 49 Prozent mit solch einer Vorratsgröße. Produkte wie Nudeln und Konserven werden immer noch vermehrt gekauft, aber um rund zwölf Prozentpunkte weniger als noch vor einem Monat.

Zum ersten Mal gestellt wurde in der aktuellen Erhebung die Frage danach, was den Verbrauchern beim Einkaufen wichtig ist. Den Ergebnissen zufolge ist den Einkäufern momentan neben einem fairen Preis (47 Prozent) und einer hohen Qualität (36 Prozent) auch wichtig, dass ein Produkt hält, was es verspricht (32 Prozent) und dass es regional hergestellt wird (29 Prozent). Frauen sind faire Preise und Regionalität wichtiger als Männern – Männer sind eine hohe Qualität und Innovationen/neue Produkte wichtiger als den Frauen.

Schlagworte: Kundenverhalten, Studie, Konsumverhalten

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