Logistik

Balance in der Lieferkette

Der europäische Markt für Straßengüterverkehr ist stark fragmentiert. Das belastet Händler und Spediteure gleichermaßen – 50 Prozent der Versender arbeiten mit mehr als 30 Spediteuren gleichzeitig. Da sind kühle Köpfe und neue Technologien vonnöten, so eine neue Studie.

29.10.2019

© Hor/Stock Adobe

Händler und Spediteure stehen beim Thema Logistik größtenteils vor ähnlichen Herausforderungen, so die Studie.

Logistik-Fachleute haben die Aufgabe, sich in einer komplexen Branche zurechtzufinden. Händler und Logistiker müssen die Dynamik des Marktes verstehen. Coyote Logistics, UPS-Tochter und Anbieter von Drittanbieter-Logistik (3PL), präsentiert in einer neuen Studie mit dem Titel „The Evolution of Technology + Humanity: Building a Supply Chain for Long-Term Success“ Ergebnisse und Daten von zwei Händler- und Lieferanten-Umfragen sowie der eigenen Kundenforschung. In der Studie, die in Zusammenarbeit mit den Forschungsunternehmen MakerStreet (mit Sitz in Amsterdam) und Martec (Niederlassung in Frankfurt) entwickelt wurde, untersuchte Coyote Logistics die Herausforderungen von Entscheidungsträgern in allen europäischen Märkten, um die ideale Balance zwischen Technologie und menschlicher Expertise zu finden.

Die Studie hat insbesondere ergeben, dass Händler und Spediteure größtenteils vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Steigende Kosten, zunehmende Komplexität, Kapazitätsengpässe, die Notwendigkeit von Flexibilität und Agilität sowie eine erhöhte Transparenz in der gesamten Lieferkette gehörten zu den wichtigsten Faktoren, die identifiziert wurden. Die Ergebnisse zeigen auch, dass Händler und Spediteure glauben, dass das ideale Gleichgewicht zwischen Technologie und menschlichem Fachwissen in der Branche in dem Verhältnis 60 zu 40 gewichtet wird. Mensch und Maschine müssen eng zusammenarbeiten, um in einer sich weiterentwickelnden Welt erfolgreich zu sein, so die Studienautoren.

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Automatisierung allein keine Lösung

Um besser zu verstehen, wie Händler und Spediteure die Effizienz ihrer Lieferketten steigern können, analysiert Technology + Humanity, welche 13 Aufgaben menschliches Fachwissen benötigen, welche Funktionen technologisch optimiert werden können und für welche eine Kombination aus beidem nötig ist. Die Studie hat ergeben, dass menschliche Kompetenz bei kreativen, entscheidungsrelevanten und strategischen Aufgaben – etwa der Kommunikation mit Kunden und der Lösung von Versand- und Lieferproblemen – unersetzlich ist.

Im Hinblick auf die Automatisierung berichteten Händler und Spediteure, dass die Technologie am besten bei operativen Funktionen, wie die Verwaltung von Beständen und der Buchung von Sendungen, eingesetzt wird. Während die Studie die vielen Möglichkeiten zeigt, Technologie in die Lieferkette zu integrieren, können die Befragten keine Felder aufzeigen, die allein durch neue Technologien effizienter ausgebaut werden können. Stattdessen sprechen sich Händler und Spediteure bei Aufgaben in der Lieferkette für ein ausgewogenes Verhältnis von Technologie und menschlichem Fachwissen im Verhältnis 60 zu 40 aus.

Um die ideale Balance aus Technologie und menschlicher Unterstützung zu erreichen, sollten Händler und Spediteure zunächst ihre bestehenden Lieferketten bewerten, um herauszufinden, welche Aufgaben die Technologie bewältigen kann und welche am besten der menschlichen Expertise überlassen werden. Von dort aus sollten Lieferketten-Experten Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung untersuchen und Geschäftslücken identifizieren, die durch Technologie oder qualifizierte Talente geschlossen werden können. Die vollständigen Ergebnisse aus den drei Forschungsstudien sowie ein Webinar zum Thema finden Sie hier.

Schlagworte: Handelslogistik, externe Logistik, Logistik, Digitalisierung, Automatisierung

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