Sechs-Punkte-Plan

Wie Verbände die Innenstädte retten wollen

Die Coronapandemie hat den stationären Handel in eine tiefe Krise gestürzt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) will gemeinsam mit anderen Verbänden ein Sterben der Innenstädte verhindern: Sie rufen zur Kooperation auf und fordern von der Bundesregierung ein Rettungspaket.

08.09.2020

© Michael Eichhammer/stock.adobe.com

Gerade Händler in den Innenstädten leiden unter den Folgen der Coronakrise.

Die Bundesstiftung Baukultur, der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV), der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Deutsche Verein für Stadtentwicklung und Handel urbanicom rufen in einem gemeinsamen Positionspapier dazu auf, dem Niedergang der Stadtzentren mit einem kreativen Zusammenwirken möglichst vieler Innenstadtakteure zu begegnen. Zum Rettungspaket der Bundesregierung muss ihrer Auffassung nach zwingend ein Sonderprogramm der Städtebauförderung über 500 Millionen Euro jährlich gehören.

„Nur wenn Handel und Gastronomie, Immobilieneigentümer, soziale und Bildungseinrichtungen, urbane Produktion und Handwerk sowie Kreative und Kulturschaffende zusammenwirken können neue multifunktionale Nutzungen und Geschäftsideen entstehen, die die Menschen wieder in die Zentren ziehen“, sagt Michael Groschek, Staatsminister a. D. und Präsident des DV. Neben Kooperation, Vernetzung, innovativen Ideen und einer konsequenten Digitalisierung umfasst der Sechs-Punkte-Plan der Verbände auch die Forderung nach einer verbindlichen planungsrechtlichen Abgrenzung der Zentren, um zum Beispiel Leerstand besser begegnen zu können.

Und nicht zuletzt ist eine städtebauliche und architektonische Aufwertung notwendig: „Unsere Innenstädte müssen wieder zu Wohlfühlorten mit Verweilqualität und attraktiven Anziehungspunkten werden. Die Baukultur unserer Zentren und öffentlichen Räume prägt uns alle und ist entscheidend für lebenswerte Städte und Gemeinden“, hebt Reiner Nagel hervor, Vorsitzender des Vorstands der Bundesstiftung Baukultur.

Zudem fordern die Verbände von der Bundesregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Rettung der Innenstädte: „Wenn wir die Verödung und damit den Identitätsverlust unserer Innenstädte verhindern wollen, brauchen wir dringend einen neuen integrierten Ansatz. Alle Beteiligten – Bund, Länder, Kommunen und die betroffenen Wirtschaftsbranchen - müssen an einem Strang ziehen“, mahnt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE. Bundesstiftung, DV, HDE und urbanicom schlagen dazu auch einen niedrigschwelligen Kulturfonds vor. Dieser soll kreativwirtschaftlichen Akteuren Mittel an die Hand geben, die Lebendigkeit und Frequenz in den Zentren zu stärken.

Das ausführliche Statement der Verbände inklusive des kompletten Sechs-Punkt-Plans finden Sie hier.

Schlagworte: Coronakrise, Coronavirus, HDE, Innenstadt

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