Passbilder

Fotohändlern drohen Umsatzeinbußen

Wegen eines Gesetzentwurfes für mehr Sicherheit bei Passbildern drohen dem Fotohandel in Deutschland Umsatzeinbußen in Millionenhöhe. Händler sind aufgerufen, ihre Bürgermeister und Abgeordneten anzuschreiben.

14.01.2020

© imago/Michael Eichhammer

Gesetzentwurf zur Sicherheit von Passbildern: Viele Fotohändler sorgen sich um Einnahmeverluste und auch die Kommunen fürchten sich vor massiven Mehrkosten bei Personal und Technik.

Künftig sollen Passbilder nur noch unter staatlicher Aufsicht der Passbehörde aufgenommen werden dürfen. „Da die Fotohändler mit der Erstellung der Passbilder nicht nur den höchsten Deckungsbeitrag erzielen, sondern dieser Service auch maßgeblich für Kundenfrequenz in den Geschäften sorgt, würde dieser Plan Millionenumsätze im Handel vernichten. Angesichts der ohnehin angespannten Lage im stationären Einzelhandel stellt dies eine existenzielle Bedrohung für viele mittelständische Unternehmen dar“, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser und der Vorstandsvorsitzende des Handelsverbandes Technik (BVT), Frank Schipper, in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer.

Es sei richtig und wichtig, Manipulationen bei der Pass- oder Personalausweisbeantragung zu verhindern, der Handel unterstütze das ausdrücklich. Allerdings brauche es dafür kein faktisches Verbot der Passbilderstellung im Fotohandel. Denn über eine Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und Behörden seien im Handel die gleichen Sicherheitsstandards realisierbar. „Derzeit arbeiten namhafte Händlergruppen gemeinsam mit den Herstellern von Passbildstationen, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und Softwareherstellern bereits an einem Konzept, das sichere, bruchfreie und einfache Bildübertragung an die Passbildämter gewährleistet und damit geeignet ist, Ihre nachvollziehbaren Ziele ebenso gut zu erreichen“, so Sanktjohanser und Schipper in ihrem Brief. 

Politiker in die Pflicht nehmen

Viele betroffene Fotohändler und Fotografen wenden sich in diesen Tagen mit der Frage an den Fachverband BVT, wie sie aktiv werden können. Sie sorgen sich um Einnahmeverluste und auch die Kommunen fürchten sich vor massiven Mehrkosten bei Personal und Technik. Die Empfehlung des BVT: Am besten helfen die Unternehmer der Sache, wenn sie in eigenen Worten ihren Bürgermeister und Abgeordneten (Bundestag und Landtag) anschreiben und um Stellungnahme und Unterstützung bitten. Je mehr Betroffene aktiv werden, desto wirkungsvoller. 
 
Bundestag: Den Kontakt zu Ihrem Bundestagsabgeordneten finden Sie hier. Ihren Text können sie in das Kontaktfeld einfügen. 

Landtag: Ihren Landtagsabgeordneten finden Sie, indem Sie „Landtagsabgeordnete“ und ihr jeweiliges Bundesland in einer Suchmaschine eingeben. Der jeweilige Landtag listet die Abgeordneten auf seiner Website auf. Hier ein Beispiel vom Landtag NRW. Unter „Erweiterte Suche“ können Sie beispielsweise nach ihrem Wahlkreis suchen. 
 

Schlagworte: Einzelhandel, HDE, BVT, Fotodienst

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