Initiative ZukunftHandel

Wie HDE und Google gemeinsam die Digitalisierung des Handels vorantreiben

Die Coronakrise trifft viele Einzelhändler in Deutschland hart – vor allem jene, die nur wenig digitalisiert sind. Vor diesem Hintergrund bieten der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Internet-Konzern Google ein Digitalisierungsprogramm an: die Initiative ZukunftHandel.

Von Jens Gräber 10.09.2020

© c_ontsunan/stock.adobe.com

Digitalisierung ist für Händler in Zeiten der Corona-Pandemie noch wichtiger geworden.

„Wir haben einen Absturz des Konsumklimas erlebt, der schlimmer war als während der Finanzkrise", veranschaulicht der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des HDE, Stephan Tromp, den Ernst der Lage. Der Einzelhandel leide, mit am stärksten treffe es Mode- und Schuhhändler, vor allem die, die ausschließlich stationär aktiv sind. Erfahrungen aus China zeigten, dass während der Krise zum E-Commerce verschobene Umsätze nicht mehr vollständig zurückkehrten. Bis zu 50.000 Läden seien dadurch in ihrer Existenz gefährdet, viele davon in Innenstädten, wo Leerstände drohen.

Aus Tromps Sicht muss die zentrale Lehre aus der Krise deshalb lauten: „Händler müssen digital sichtbar sein, vor allem auf dem Smartphone." Gleichzeitig schätzt er, dass 50 Prozent der deutschen Retailer noch über keine eigene Webseite verfügen – viel Nachholbedarf also. Deshalb starten der HDE und Google gemeinsam mit weiteren Partnern wie DHL und Ebay die Initiative ZukunftHandel. Es handelt sich dabei um ein Paket von Angeboten, das die teilnehmenden Unternehmen Schritt für Schritt vom klassischen Ladengeschäft (offline) hin zu einem hybriden Betrieb (offline und online) begleitet.

Ohne größere Investitionen nutzbare Angebote

„Es ist auch für Google wichtig, dass Händler digital auffindbar sind“, ergänzt Philipp Justus, Vice President Central Europe bei Google, die Motivation des Internet-Konzerns, dessen ursprüngliches Geschäftsmodell die Suche ist. Damit gerade kleinere und mittelgroße Unternehmen, die im Fokus der Initiative stehen, tatsächlich von den Angeboten profitieren können, sollen diese einfach und ohne größere Investitionen nutzbar sein.

Als Beispiel nennt Justus die Möglichkeit, eine professionelle Webseite inklusive Shop im ersten Jahr für den symbolischen Preis von einem Euro monatlich aufzusetzen. Möglich machten dies die Partnerfirmen Ionos und Jimdo. Um das nötige Wissen aufzubauen, hat Google gemeinsam mit dem HDE 27 kostenlose Onlinetrainings entwickelt, sieben davon richten sich speziell an kleinere Unternehmen.

Award prämiert Beispiele gelungener Digitalisierung

250.000 Händler sollen zum Start der Initiative per Post angeschrieben und auf die Angebote hingewiesen werden – nicht nur HDE-Mitglieder, wie Justus ausführt. „Wir haben uns bemüht, eine möglichst umfangreiche Liste zu erstellen.“ Um Unternehmern Mut zu machen und zu inspirieren, loben die Initiatoren zusätzlich den Award ZukunftHandel aus, der beim Deutschen Handelskongress in sechs Kategorien verliehen wird und Beispiele gelungener digitaler Transformation prämiert.

Einige der Angebote habe es zuvor schon gegeben, nun allerdings seien sie gebündelt, ergänzt und für die Händler besser sichtbar, erklärt Tromp. Justus jedenfalls ist vom Erfolg der Initiative überzeugt: „Wir können hier einen positiven Unterschied machen.“ Sollten trotz des breiten Online-Angebots seitens der angeschriebenen Händler noch Fragen offenbleiben, können sie sich – ganz klassisch – ab dem 14. September 2020 an eine eigens eingerichtete Telefon-Hotline wenden: 0402 380 6380.

Mehr Informationen zu den Angeboten der Initiative ZukunftHandel finden Sie hier, für den zugehörigen Award können Sie sich hier bewerben.

Schlagworte: Coronakrise, Coronavirus, HDE, Google, Digitalisierung

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