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Nachteile durch Besserungsschein

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Gerade im Mittelstand ist es durchaus verbreitet, dass der Gesellschafter an seine GmbH ein Darlehen vergibt, wenn diese in Finanznöten steckt. Häufig wird eine solche Darlehenshingabe privat bei einer Bank refinanziert. Was dabei zu beachten ist.
Text: Christoph Iser

Steuerlich ist dies zunächst kein Problem, denn wenn ein mindestens zu zehn Prozent am Stammkapital beteiligter Gesellschafter ein der GmbH hingegebenes Darlehen refinanziert, gelten die Refinanzierungszinsen mit Blick auf die Erträge aus dem Gesellschafterdarlehen als Werbungskosten. Diese unterliegen aufgrund der Regelung in § 32 d Abs. 2 Satz 2 EStG nicht dem Werbungskostenabzugsverbot und können daher steuermindernd berücksichtigt werden. Dies gilt selbst dann, wenn die Kapitalgesellschaft die geschuldeten Zins- und Tilgungszahlungen nicht (mehr) erbringt.

Problematisch kann es jedoch werden, wenn der Gesellschafter gegen Besserungsschein auf das Darlehen verzichtet. Diese Form des Schuldenerlasses zielt darauf ab, dass dem Schuldner zwar grundsätzlich die Schulden gegenüber einem bestimmten Gläubiger erlassen werden; diese jedoch wieder aufleben, falls sich die wirtschaftliche Situation des Schuldners bessern sollte. Dies ist für den Schuldner zunächst einmal positiv, heißt aber fiskalisch, dass die Refinanzierungszinsen unter Umständen nicht mehr steuermindernd abzugsfähig sind.

Rettungsanker Teileinkünfteverfahren
Der Grund: Bei einem Darlehensverzicht gegen Besserungsschein ändert sich der Veranlassungszusammenhang der Refinanzierungszinsen. Da der Gesellschafter auf die Zinseinnahmen aus dem Darlehen verzichtet hat, wird dieser Zusammenhang gelöst und es entsteht ein neuer, und zwar mit den eigentlichen Beteiligungserträgen der GmbH. Dieser Wechsel des Veranlassungszusammenhangs kommt insbesondere zustande, wenn der Gesellschafter durch den Verzicht auf Zins- und Tilgungsansprüche aus dem Gesellschafterdarlehen die Eigenkapitalbildung und Ertragskraft der Gesellschaft stärken möchte.

In der Folge tritt nun jedoch auch das Werbungskostenabzugsverbot wieder in den Vordergrund. Das heißt, die Refinanzierungszinsen können grundsätzlich nicht mehr steuermindernd abgezogen werden, wie der BFH in seiner Entscheidung vom 24.10.2017 (Az.: VIII R 19/16) klargestellt hat. Um dies zu verhindern, muss der Gesellschafter einen Antrag auf tarifliche Besteuerung nach § 32 d Abs. 2 Nummer 3 EStG stellen. Wird diesem stattgegeben, können immerhin noch 60 Prozent der Refinanzierungszinsen im sogenannten Teileinkünfteverfahren steuermindernd berücksichtigt werden.

Allerdings gilt es hier, eine Steuerfalle zu umgehen: Denn besagter Antrag muss spätestens zusammen mit der Einkommensteuererklärung für den jeweiligen Veranlagungszeitraum gestellt werden. Wird die Frist versäumt, greift wieder das Werbungskostenabzugsverbot. Der Gesellschafter muss daher rechtzeitig tätig werden, um den teilweisen steuermindernden Abzug von Refinanzierungskosten im Falle eines Forderungsverzichts gegen Besserungsschein zu retten.

Steuerberater Christoph Iser ist Partner der Dr. Husemann & Bellgardt Wirtschaftsprüfer – Steuerberater LLP in Düsseldorf. Der Autor zahlreicher Fachpublikationen ist auch Mitglied im Steuerausschuss des Steuerberaterverbands Düsseldorf und hat das Buch „Steuerrecht in Fragen und Antworten“ (Schäffer-Poeschel) veröffentlicht.

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