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Ende November eröffnete der Plattformbetreiber aus den USA auf dem Berliner Ku’damm seinen ersten Laden in Deutschland. Fünf Tage lang war das #HomeOfChristmas geöffnet. Ein Besuch.
Text: Mirko Hackmann

Die Location-Scouts des Onlinehändlers aus Seattle haben ganze Arbeit geleistet: Auf dem Berliner Ku’damm zwischen den Stores von Tesla und Apple gelegen, reiht sich der erste deutsche Laden von Amazon perfekt ein in die kleine Parade der US-Tech-Größen auf der traditionsreichen Prachtmeile des alten Westberlins:  Welcome to the American sector. Die Schaufenster rechts und links schmücken mit weißen Kugeln behangene Tannen, die Schrift auf der Scheibe davor verortet den Besucher: #HomeOfChristmas. Hier also wohnt dieses geheimnisumwitterte Weihnachten.

Zur Tür hineingeschneit, erwartet den Gast geballte Heimeligkeit: gedämpftes Licht, warme Farben, viel Holz. Blaue Schilder weisen den Weg zu den mannigfaltigen Räumlichkeiten des Weihnachtsmanns. Der verfügt nicht nur über eine Bäckerei und ein Spielzimmer, sondern nennt zudem ein smartes Wohnzimmer sowie einen Styling-Salon sein Eigen. Kooperationspartner wie Lego, Nespresso, Huawei und L’Oréal bespielen die jeweiligen Themenwelten mit zahlreichen eigenen Promotoren, die allein die auf zwei Etagen verteilte 200 Quadratmeter große Fläche schon ganz gut ausfüllen.

Wir sind hier nicht in Seattle, Jeff Bezos: Trotz Geschenkschleife bleibt der Berliner Pop-up-Store des 24/7-Onlinehändlers Amazon sonntags geschlossen. Im Inneren dominiert Behaglichkeit die Themenwelten und soll für angemessene Festtagsstimmung sorgen. Anklicken zum Vergrößern. © Amazon

Wir sind hier nicht in Seattle, Jeff Bezos: Trotz Geschenkschleife bleibt der Berliner Pop-up-Store des 24/7-Onlinehändlers Amazon sonntags geschlossen. Im Inneren dominiert Behaglichkeit die Themenwelten und soll für
angemessene Festtagsstimmung sorgen. Anklicken zum Vergrößern. © Amazon

„Wir wollen den Kunden eine neue Möglichkeit bieten, sich inspirieren zu lassen und schon frühzeitig auf  Weihnachten einzustimmen – mit Geschenkideen zum Anfassen und Ausprobieren, Weihnachtsworkshops, Lesungen und Konzerten“, umreißt PR-Managerin Christine Maukel das Konzept des Pop-up-Stores. Ob Hair-Artist, Fernsehköchin, Fitness-Influencerin oder Instagram-Profi: Amazon schafft Erlebnisse – doch kaufen können die Besucher nichts. Stattdessen verlinkt ein mit dem Smartphone eingescannter „Smile-Code“ auf die entsprechende Produktseite von Amazon. „Eine gute Werbung fürs Unternehmen“, lobt Kira Holdried, „die Mitarbeiter sind sehr freundlich, und es gibt viel zu entdecken.“

Wie die meisten Besucher hat die 24-Jährige den Pop-up-Store bewusst angesteuert, nachdem sie in den Medien darauf aufmerksam wurde. So auch Philipp Schöner. „Die Menschen wollen sich vor Weihnachten orientieren, was sie schenken könnten, und die Produkte haptisch erfahren“, glaubt der Student. Sandra Kühn beispielsweise hat sich über die Laptopangebote aufklären lassen. Jetzt genießt sie zur Musik der Band „Lions Head“ den kostenlosen Kaffee und sagt: „Obwohl ich 60 plus bin, gefällt’s mir hier. Zudem weiß ich nun, welches Computermodell ich bestellen werde.“

Neben Produkten der Kooperationspartner präsentiert Amazon im #HomeOfChristmas seine nicht allen Besuchern vertrauten Eigenmarken: im Bereich Fashion und Beauty „Find“ sowie „Truth & Fable“, aber auch Hundefutter von „Lifelong“. Für Individualität im Sortiment sorgt „Storefronts“, ein Label für deutsche DIY-Start-ups.

Ist der Pop-up-Store als Testballon für den Einstieg in den deutschen Handel zu interpretieren? „Wir konzentrieren uns auf die Laufzeit von fünf Tagen und freuen uns auf die Rückmeldungen der Kunden“, vermeldet Maukel in bestem PR-Sprech. Und die Öffnungszeiten? Täglich 9 bis 2o Uhr, sonntags geschlossen. Berlin halt.

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