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Zeit für Geschenke

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Der HDE erhöht seine Jahresprognose. Denn das Weihnachtsgeschäft wird dem Einzelhandel Umsätze bescheren, die erstmals über 100 Milliarden Euro liegen. Multichannel-Retailer profitieren dabei vom wichtigsten Wachstumstreiber – dem E-Commerce.
Text: Ralf Kalscheur

Das Weihnachtsgeschäft geht in die Endphase und liegt schwer auf Rekordkurs: „Der Einzelhandel knackt in diesem Jahr erstmals die 100-Milliarden-Euro-Umsatzschwelle“, prognostiziert HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Das entspricht einem Umsatzplus von zwei Prozent im Vergleich zu den Erlösen, die der Einzelhandel im November und Dezember des Vorjahres erwirtschaftete. In der traditionell verkaufsstärksten Zeit liegen die Umsätze um gut 15 Prozent über dem Durchschnitt der anderen Monate, in einzelnen Branchen sogar um bis zu 100 Prozent.

Bezogen auf den Jahresumsatz 2018, entfallen im Stationärhandel 19 Prozent und im Onlinehandel 25 Prozent auf das Weihnachtsgeschäft. Der E-Commerce ist dabei der wichtigste Wachstumstreiber, von dem nicht nur große Plattformen amerikanischer Provenienz, sondern auch Multichannel-Retailer stark profitieren: Nach Schätzung des HDE werden die Umsätze im Onlinehandel im November und Dezember im Vergleich zu 2017 um zehn Prozent auf einen Gesamt­erlös von dann 13 Milliarden Euro zulegen.

472 Euro will jeder deutsche Verbraucher im Schnitt für Weihnachtsgeschenke ausgeben, etwas mehr als im Vorjahr (466 Euro), ergab eine aktuelle Verbraucherbefragung des Ifes-Instituts der FOM Hochschule, die vom HDE unterstützt wurde. Am begehrtesten sind Geschenkgutscheine, in die mehr als die Hälfte der rund 56 000 Befragten rund drei Milliarden Euro investiert. Die Beschenkten kommen vor allem in den Genuss von Theater- und Konzertkarten. Kosmetik, Bücher und Schmuck nehmen weitere Spitzenplätze auf den Einkaufszetteln ein.

Der Einzelhandel insgesamt wird seine Erlöse 2018 nach Einschätzung des HDE moderat erhöhen können. „Die gesamtwirtschaftlichen Bedingungen sind gut, der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Deshalb wird das Umsatzplus in diesem Jahr etwas größer ausfallen, als bisher angenommen“, sagt Genth. Im Frühjahr prognostizierten die Handelsexperten 2,0 Prozent Umsatzwachstum, doch der Jahresverlauf lässt nun 2,3 Prozent erwarten. Das entspricht einem Gesamtumsatz von 525 Milliarden Euro. Die Preisentwicklung berücksichtigend, liegt das Umsatzplus bei 0,9 Prozent. Die stationären Umsätze steigen um nominal 1,5 Prozent, die Online-Umsätze um 9,6 Prozent.

Der Innenstadthandel geriet jedoch durch anhaltende Frequenzrückgänge und den heißen Sommer weiter unter Druck. Fast die Hälfte der Geschäfte in Citylagen musste im ersten Halbjahr 2018 Umsatzrückgänge hinnehmen. Deutlich besser liefen die Geschäfte wieder im Herbst, wie eine aktuelle Trendbefragung des HDE ergab – auch für die meisten Händler in Innenstadtlagen.

Während vor allem größere Unternehmen mit Umsatzsteigerungen rechnen, erwarten kleine und mittelständische Händler eher eine Entwicklung auf Vorjahresniveau. Die Warnung, dass diese Schere immer weiter auseinandergeht, ist schon zum Mantra des HDE geworden. Die Stärkung der Kaufkraft ist dringend vonnöten. „Die Abschaffung des Solis wäre jetzt das richtige Signal“, betont HDE-Hauptgeschäftsführer Genth. „Wir sehen darin einen Impuls, um die Binnenkonjunktur und die Verbraucherstimmung dauerhaft zu stabilisieren.“

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