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Flexibler mieten

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Der Wunsch nach flexibleren Mietvertragslaufzeiten ist für Einzelhandelsunternehmen ein wichtiges Thema. In einer neuen Umfrage unter Handelsunternehmen aus dem Segment Fachmarkt gaben fast 80 Prozent der Befragten an, dass sie in Zukunft Mietvertragslaufzeiten von fünf bis zehn Jahren anstreben, gerne mit Verlängerungsoption.

Allerdings wünschen sich Betreiber von Konzepten bis 1.000 Quadratmeter eher kürzere Laufzeiten von fünf Jahren zuzüglich einer Verlängerungsoption, Betreiber größerer Formate streben eher klassische Laufzeiten von zehn bis fünfzehn Jahren und Option an, so die Studie der MEC METRO-ECE Centermanagement. „Der Einzelhandel vollzieht tiefgreifende Änderungen und die Strategien zur Bewältigung sind vielschichtig. Kürzere Laufzeiten von Mietverträgen sind nicht nur nachteilig. Sie bieten auch die Chance, einen Standort schneller an die Nachfrage anzupassen, bei einem anziehenden Vermietungsmarkt können Investoren zudem schneller wieder wirtschaftlich profitieren“, erläutert der COO der MEC, Christian Schröder.

Die Zukunftssicherung von Handelsimmobilien ist eine gemeinsame Aufgabe von Investoren und Handel. „Die aktuelle Marktsituation führt dazu, dass mehr Investitionen von Vermietern und Mietern erforderlich sind, um die Kunden zu binden. Im Segment Lebensmitteleinzelhandel hat das in den letzten Jahren gut funktioniert“, erklärt der Head of Shopping Center Management bei Corpus Sireo, Christoph Jauck.

Onlinehändler brauchen Omnichannel
Die Ergebnisse der Umfrage und neue Aspekte zu Einzelhandel und Fachmarktzentren liefert die neu veröffentlichte sechste Ausgabe des Marktberichts „Fachmarktzentren in Deutschland. Handel, Standorte, Standpunkte.“ Die Leitfrage der übergreifenden Betrachtung der Studie ist, wie sich der gesamte Einzelhandel, nicht nur der stationäre, verändert und wohin die Entwicklung gehen wird. Onlinehandel und stationärer Handel sind zwei Seiten einer Medaille: Stationäre Händler müssen E-Commerce integrieren, Onlinehändler müssen Handelswissen aufbauen und expandieren stationär. Diese Entwicklung ist weltweit zu beobachten.

In den USA zum Beispiel haben reine Onlinehändler gerade mal einen Umsatzanteil von 3,7 Prozent (2017) und viele von ihnen bauen Ladennetze auf, so die Studienautoren. Der stationäre Handel in den USA wuchs 2017 per Saldo um über 4.000 Filialen. Amazon wächst ebenfalls stationär, zuletzt durch die Akquisition von WholeFoods, und auch Alibaba expandiert stationär.

Im Bild von links nach rechts: Sebastian Kienert (MEC), Jörg Krechky (Savills), Christoph Jauck (Corpus Sireo), Sebastian Müller (GfK), Kathrin Andres (TH Real Estate), Uwe Seidel (Dr. Lademann und Partner), Christian Schröder (MEC), Moritz Lück (MEC). Anklicken zum Vergrößern. © MEC

Im Bild von links nach rechts: Sebastian Kienert (MEC), Jörg Krechky (Savills), Christoph Jauck (Corpus Sireo), Sebastian Müller (GfK), Kathrin Andres (TH Real Estate), Uwe Seidel (Dr. Lademann und Partner), Christian Schröder (MEC), Moritz Lück (MEC). Anklicken zum Vergrößern. © MEC

Im Hyperwettbewerb der Händler und Handelsstandorte ist ein auf klar umrissenen Zielgruppen ausgerichtetes Angebot der wichtigste Schlüssel zum Erfolg. „Wie alles menschliche Handeln ist auch das Verbraucherverhalten nicht nur situationsabhängig, sondern immer auch Spiegel und Ausdruck der jeweiligen persönlichen Lebenssituation. Erfolgreiche Assetmanager und Händler wissen, dass sie dem Rechnung tragen müssen“, sagt der Head of Retail & Real Estate Consulting bei GfK, Sebastian Müller. „Stetige Marktbeobachtung und vorausschauendes, kundenorientiertes Handeln sind die Grundlage, um Assets weiterzuentwickeln und ihren Wert auch in einem herausfordernden Markt zu steigern“, ergänzt die Head of Retail Asset Management bei TH Real Estate, Kathrin Andres.

Die Veränderungsprozesse im Einzelhandel werden von Investoren sehr genau beobachtet. „Fachmarktzentren mit ihrem Schwerpunkt Nahversorgung profitieren vom überdurchschnittlichen Umsatzzuwachs bei FMCG. Investoren honorieren das, die Anforderungen an Objekte werden aber weiter steigen“, erläutert der Head of Retail Investment Germany bei Savills, Jörg Krechky. Ohne kommunale Unterstützung ist die Modernisierung etablierter Standorte nicht möglich. Die Anwendung des Bau- und Planungsrechts hinkt oft der Entwicklung des Marktes hinterher.

„Die Refurbishmentzyklen sind kürzer geworden. Wenn Kommunen für Handel und Bevölkerung attraktiv sein wollen, müssen sie insgesamt bei Planungs- und Genehmigungsprozessen schneller und inhaltlich flexibler werden. Die Händler und Verbraucher warten nicht so lange, wie öffentliche Verfahren derzeit meist brauchen “, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter von Dr. Lademann und Partner, Uwe Seidel.

Der FMZ-Report zeigt anhand von drei Beispielen unterschiedlicher Kommunen, wie erfolgreich und flexibel Handelspolitik sein kann. Die Städte Hückelhoven, Baden-Baden und Saarbrücken zeigen, wie sie mit individuellen Lösungen die Zukunftsfähigkeit und Attraktivität gesichert haben. Neben den Gastbeiträgen aus den drei Kommunen liefern der Facility Dienstleister Wisag und die Metro Properties weitere Erkenntnisse. Die Wisag stellt Ergebnisse aus ihrer Studie „Omnichannel Readiness und Index“ vor und geht vor allem auf die von Verbrauchern erwarteten Onlineservices stationärer Händler ein. Die Metro Properties stellt in einer Langzeitbetrachtung dar, wie sich das revitalisierte Pfalz Center in Kaiserslautern weiterentwickelt hat.

Den neuen Fachmarktzentren Report finden Sie hier.

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