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Einträchtig

© Bert Willer Birdyfoto

Im Alter von 29 Jahren ist Tobias Schaber im Begriff, das elterliche Unternehmen zu übernehmen. Der angehende Geschäftsführer eines Trachtenmodenladens im Allgäu verbindet die Hingabe ans Produkt mit Innovationsgeist: Er setzt auf Tradition – und einen Trachten-Konfigurator. Text: Kapka Todorova

Noch vor wenigen Jahren wäre es außerhalb Bayerns undenkbar gewesen, zu Festen und Veranstaltungen Trachtenmode zu tragen. Heute ist es Teil des Alltagsbildes. Denn unter jungen Leuten sind Dirndl oder Lederhosen auch außerhalb des Freistaats beliebte Modestücke geworden. Ebenfalls gern Tracht trägt Tobias Schaber. Der gelernte Betriebswirt übernimmt gerade das Unternehmen „Schaber Trachtenmoden“. Das Geschäft haben seine Eltern Anselm und Luzia Schaber vor knapp 40 Jahren in Immenstadt im Allgäu gegründet.

„Damals ist die Geschäftsidee aus dem Bedarf heraus entstanden“, wie Tobias Schaber erzählt. Heute bietet das Familienunternehmen auf mehr als 500 Quadratmetern Verkaufsfläche erlesene Trachtenmode und alpinen Lifestyle. Neben traditionellen Lederhosen und Jacken von Marken wie Meindl, Grasegger und Lodenfrey führt Schaber Dirndl von Sportalm, CocoVero und Gottseidank in großer Auswahl. „Elegante Trachtencouture oder bügelfreie Modelle als Arbeitskleidung – bei uns findet jeder Kunde den passenden Stil“, so Schaber.

Individuelle Bekleidungskonzepte für Unternehmen
Der angehende Geschäftsführer will künftig „Tradition und Zukunft unter einen Hut bringen“. Deshalb zieht die Digitalisierung in den Bereich der individuellen Maßbekleidung ein: in Gestalt eines Trachten-Konfigurators. Mit diesem Projekt hat es das Allgäuer Unternehmen in diesem Jahr ins Finale des Innovationswettbewerbs „Handel im Wandel“ der Münchner Rid-Stiftung geschafft. „Dieses Tool bietet dem Kunden die Möglichkeit, gemeinsam mit unserem Berater Kleidung am Tablet zu entwerfen. Jeder kann seine neue Kleidung individuell gestalten und dabei eine Vielzahl von Variationen ausprobieren“, erklärt Schaber.

Tradition in Tracht: Das Dirndl wird längst auch außerhalb Bayerns gern getragen. Anklicken zum Vergrößern. © Flo Gehring Photography

Tradition in Tracht: Das Dirndl wird längst auch außerhalb Bayerns gern getragen. Anklicken zum Vergrößern. © Flo Gehring Photography

Für mehr als 30 Mitarbeiter wird der jetzige Juniorchef künftig Verantwortung tragen und ist sich ihres Wertes bewusst: „Wir sind aus eigener Kraft zu einem erfolgreichen Unternehmen gewachsen und wissen es sehr zu schätzen, was unsere Mitarbeiter dafür geleistet haben.“ Deren Unterstützung benötigt er künftig mehr denn je, denn der Betriebswirt ist ambitioniert: „In diesem Jahr haben wir unseren neuen, 200 Quadratmeter großen Showroom eröffnet. Dort bieten wir Unternehmen verschiedenster Branchen individuelle Bekleidungskonzepte an.“ Der Fokus liege dabei im Speziellen auf der Hotelleriebranche. Ziel sei es, künftig in diesem Bereich weiter zu wachsen.

Von großem Gewicht ist für Schaber zudem das Thema Nachhaltigkeit: „Wir produzieren in Bayern, Österreich und Europa. So kann ich die Produktionskette vollständig durchleuchten und weiß genau, wo unsere Sachen herkommen und wie sie gefertigt werden.“ Insgesamt sieht sich Schaber für die Zukunft gut aufgestellt. Warum? „Weil Trachtenmode den Zeitgeist widerspiegelt: heimatverbunden, aber dennoch innovativ und weltoffen.“

 

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