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Wohin die Reise geht

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Experten aus Industrie, Handel, IT und Logistik haben mit Wissenschaftlern und Start-ups auf Initiative von GS1 Germany in die Zukunft geschaut. Das Ergebnis: ein Trendradar für die Konsumgüterbranche.

Der Trendradar richtet sich an Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette. Von Anwendern für Anwender entwickelt, bietet er Orientierung in einer komplexen Welt und liefert konkrete Anhaltspunkte für Geschäftsentscheidungen. „Trends frühzeitig erkennen, neutral bewerten, Erkenntnisse teilen und damit ein Innovations-Frühwarnsystem für unsere Community etablieren – das ist unser Anspruch“, betont Regina Haas-Hamannt, Innovationsleiterin bei GS1 Germany. Stets im Blick habe das Unternehmen dabei das Thema Kooperation und den Einfluss der Trends auf die hauseigenen Standards.

Eine Besonderheit des Projekts: Durch die Mitwirkung einer Gruppe von Experten und Stakeholdern aus ganz unterschiedlichen Bereichen konnten praxisnahe und anwenderbasierte Ergebnisse erzielt werden. Haas-Hamannt: „Insgesamt trugen die Beteiligten mehr als 120 Trends zusammen, die sie wertschöpfungskettenübergreifend und ganzheitlich aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert haben – sowohl auf der Mikro- als auch auf der Makroebene.“ Darüber hinaus identifizierten sie Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Trends. So entstand aus vielen oftmals separat betrachteten Aspekten ein klareres Gesamtbild.

 

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Im Fokus stehen Trends für die Konsumgüterbranche mit hohem Veränderungspotenzial innerhalb der nächsten drei Jahre. Für diesen zeitlichen Rahmen haben die Experten die zehn wichtigsten Trends identifiziert (siehe rechte Seite) und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Im Zentrum der Trendanalysen stand der Kunde mit seinen Bedürfnissen. „Die Experten bewerteten die Trends über alle Phasen der Shopper- Journey hinweg und schätzten ihre Relevanz für sämtliche Stufen der Value-Chain ein“, betont Haas-Hamannt. Die Attribute „kundenzentriert“ und „wertschöpfungskettenübergreifend“ seien dabei stets als entscheidende Parameter in die Bewertung eingegangen.

 

Die Top-10-Trends für die Konsumgüterbranche

Anspruch des Trendradars ist es, möglichst praxisnah und anwenderorientiert zu sein. Daher prüften die Experten, welche der 30 in den kommenden fünf Jahren als maßgeblich erachteten Trends bereits innerhalb der nächsten drei Jahre ihr disruptives Potenzial entfalten werden. Die Top-10-Trends im Überblick:

Autonomes Fahren
Während der Verbraucher im selbstfahrenden Auto unterwegs ist, können Industrie und Handel ihm entlang der Route individuelle Konsumangebote unterbreiten. Das Auto entwickelt sich zum Entertainment-Verkaufskanal.

Blockchain
Blockchain entfaltet seine Potenziale im Zusammenspiel mit anderen Trends wie Big Data, Automatisierung, Plattformökonomie und dem Internet of Things. So kann etwa die Kombination von Blockchain und IoT-intelligenten Geräten erlauben, sicher miteinander zu kommunizieren und Transaktionen durchzuführen.

Cybersecurity
Das Thema Cyber-Sicherheit hat Auswirkungen auf alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Insbesondere durch die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie die rasant anwachsende Zahl an vernetzten Systemen besitzt es bereits heute enorme Relevanz.

E-Commerce-Frischesortiment
Perspektivisch ist zu erwarten, dass sich alle etablierten Lebensmittelhändler diesem Trend anschließen und ihre Kapazitäten ausweiten. Die steigende Nachfrage wird sich auf die Standorte des stationären Handels auswirken. Vorstellbar ist eine höhere Zahl kleinerer
Frische-Hubs, die kurze Lieferwege ermöglichen.

Erweiterte und virtuelle Realität
Neben der rein virtuellen Abbildung eines Markts bieten sich neue Möglichkeiten, Erlebniswelten für die Shopper zu schaffen, etwa durch die Einbindung spielerischer Elemente (Gamification). Der Ansatz von Industrie und Handel, gemeinschaftlich virtuelle Welten zu entwickeln, ist zudem eng mit dem Thema Plattformökonomie verbunden.

Kassenloses Bezahlen
Das disruptive Potenzial liegt in der kompletten Veränderung von Marktführung und -gestaltung. Theoretisch kann zukünftig jeder überall einen Markt eröffnen, zum Beispiel in Form eines reinen Automatenshops. Die Kompetenzen reduzieren sich dann auf Management und Verwaltung.

Künstliche Intelligenz
Die technische Entwicklung von KI wird exponenziell verlaufen; entsprechend ist mit einer starken Zunahme von Marktlösungen zu rechnen. Global agierende IT-Konzerne treiben die die KI voran, da sie große Datenmengen speichern, analysieren und bereitstellen können. Der gesellschaftliche Diskurs darüber, wie mit autonomen KI-Systemen umzugehen ist, steht noch am Anfang.

Plattformökonomie
Über Plattformen lassen sich neue Kunden-Anbieter-Konstellationen entwickeln. Da geografische Distanzen an Bedeutung verlieren und Informationsasymmetrien schwinden, werden klassische Intermediäre überflüssig. Generiert, verwaltet und analysiert ein Unternehmen Daten systematisch, kann es sich zu einem Ökosystem entwickeln, das branchenagnostisch zu operieren vermag.

Unsichtbare Identifier
Die Markierung mithilfe unsichtbarer Codes erlaubt eine optimierte Gestaltung der Artikelverpackungen. Da über die Codes Zusatzinformationen abgerufen werden können, eröffnen die optischen Identifier zudem neue Möglichkeiten, unternehmensübergreifende logistische Prozesse enger zu verzahnen.

Virtuelle Regale
Mit virtuellen Regalen lassen sich Verkaufsflächen ressourcenoptimierter und bedarfsgenauer gestalten. Darüber hinaus können flächenunabhängig große Sortimente präsentiert werden und der stationäre Handel lässt sich problemlos mit dem Onlinehandel verknüpfen. Diese Möglichkeiten verändern die Art der Bedarfsabdeckung und -versorgung der Märkte.

Den vollständigen Trendradar können Sie hier herunterladen.

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