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Welche Steuerfalle bei Direktversicherungen lauert

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Die Direktversicherung ist zwar nur eine Säule der betrieblichen Altersvorsorge, jedoch in der Praxis durchaus beliebt. Ein Grund dürfte die Tatsache sein, dass Beiträge des Arbeitgebers für die Direktversicherung seiner Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei sind. Text: Christoph Iser

Dies gilt, wenn die Beiträge im Kalenderjahr vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung nicht übersteigen. Der so errechnete Höchstbetrag steigert sich nochmals um 1.800 Euro, wenn die Beiträge auf Basis einer Versorgungszusage geleistet werden, die nach 2004 erteilt wurde.

Jährliche Höchstbeträge beachten
Ausweislich der für das Jahr 2018 geltenden Beitragsbemessungsgrenze bei der Rentenversicherung für die alten Bundesländer von 78.000 Euro im Jahr (6.500 ­E­uro je Monat) und für die neuen Bundesländer von 69.600 Euro (5.800 Euro je Monat) kann der Chef bei aktuell erteilten Versorgungszusagen Beiträge für die Direktversicherung seines Mitarbeiters in folgender Höhe steuerfrei leisten:

Alte Bundesländer: 4.920 Euro
(78.000 Euro x 4 Prozent = 3.120 Euro + 1.800 Euro)

Neue Bundesländer: 4.584 Euro
(69.600 Euro x 4 Prozent = 2.784 Euro + 1.800 Euro)

Zahlt der Arbeitgeber in einem Kalenderjahr höhere Beiträge, als es die jeweiligen Höchstbeträge erlauben, muss der übersteigende Teil vom Arbeitnehmer besteuert werden. Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes (Urteil vom 24.8.2017, Az.: VI R 58/15) zeigt, wie wichtig dabei der Zeitpunkt der Beitragszahlung ist.

Im Urteilsfall vereinbarten die Parteien nämlich zum Ende eines Jahres eine Entgeltumwandlung sowie den entsprechenden Abschluss einer Direktversicherung. Der Versicherungsschein wurde im Dezember ausgestellt und der Versicherungsbeitrag für dieses Jahr vom Dezemberlohn des Arbeitnehmers einbehalten. Obwohl der Arbeitgeber ebenso im Dezember bereits der Versicherungsgesellschaft eine Einzugsermächtigung erteilte, buchte diese den Jahresbeitrag jedoch erst im Januar des Folgejahres ab.

Da im darauffolgenden Dezember wiederum ein ­Jahresbeitrag in Höhe des geltenden Höchstbetrages fällig wurde, konnte der Beitrag für das Erstjahr nicht mehr steuerfrei bleiben, weil der kalenderjährliche Höchstbetrag deutlich überschritten war. Unter dem Strich ging so die Steuerfreiheit für das erste Jahr verloren. Gerade beim Abschluss einer Direktversicherung gegen Ende des Jahres muss daher darauf geachtet werden, dass der Versicherungsbeitrag noch im selben Jahr gezahlt wird, damit die Befreiung von der Steuer wirksam ist.

 

Christoph Iser ist selbstständiger Steuerberater in Düsseldorf. Er hält für namhafte deutsche Unternehmen Seminare und Vorträge über das deutsche Steuerrecht. Neben zahlreichen Publikationen in Magazinen hat er das Fachbuch „Steuerrecht in Fragen und Antworten“ (Schäffer-­Poeschel) veröffentlicht.

 

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