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Kunden bereit für Augmented Reality

© Getty Images/Bernhard Lang

Augmented Reality (AR) wird im Einzelhandel wichtiger. Wie das Marktforschungsinstitut Splendid Research herausgefunden hat, stehen Kunden der Technik meist offen gegenüber. Mit solchem Mehrwert im Laden können sich Händler gegen die Onlinekonkurrenz wappnen.

Zahlreiche Studien belegen den Trend weg vom Einkauf im Geschäft hin zur Onlinebestellung. Doch wie kann der stationäre Handel dem entgegenwirken? Eine Möglichkeit ist der Einsatz von Augmented Reality, einer Form der so genannten Mixed Reality. Unter AR versteht man die Erweiterung der Realität um computergestützte Informationen in Echtzeit.

In der Regel sind dabei keine kostspieligen Technologien notwendig, da der Kunde sein Smartphone direkt mit an den Point of Sale bringt und somit das notwendige Equipment bereits dabei hat. Die Realitätswahrnehmung wird bei der AR durch computergestützte Informationen erweitert. Im Einzelhandel können dies das Anzeigen von Produktinformationen, Angebote, Produktempfehlungen oder die Navigation durch das Geschäft sein. Eine spezielle Form der Augmented Reality ist der AR-Spiegel, durch den sich der Kunde selbst sehen und Schmuck oder Kleidung testen kann.

Im Zeitraum von November bis Dezember 2017 hat das Marktforschungsinstitut Splendid Research repräsentativ 1.008 Deutsche im Alter von 18 bis 69 Jahren online zum Thema AR befragt.

Interesse an AR generell hoch
Viele Kunden sind bereit, Augmented Reality zu nutzen. Knapp 89 Prozent der Menschen, die AR schon einmal verwendet haben, würden dies erneut tun. Bei Kunden, die AR noch nie ausprobiert haben, wäre fast die Hälfte zur Nutzung bereit. „Die Zahlen sprechen für eine hohe Weiternutzungsrate von AR“, bilanziert Studienleiterin Julia Charlotte Bungeroth.

Als Gründe für die Nutzung nennen die Verbraucher „Unterstützung im Alltag“ sowie ein hohes „Interesse an Technik“. Doch auch die Ablehnungsgründe geben Aufschluss über mögliche Handlungswege: Wer sich der Technik verweigert bevorzugt laut Studie eine persönliche Beratung und sieht keinen Mehrwert in der Nutzung von AR. „Marketingmaßnahmen, die dem Kunden die Verwendung von AR näherbringen, könnten Abhilfe schaffen“, meint Bungeroth.

Von den Nutzern ziehen 77 Prozent eine universell nutzbare App vor, statt für jedes Geschäft eine einzelne Applikation herunterzuladen. Das vereinfacht den Gesamtprozess enorm und erhöht die Bereitschaft, AR auch tatsächlich zu nutzen.

Umsatzsteigerung durch AR möglich
Die Einsatzmöglichkeiten für Augmented Reality im Einzelhandel sind vielfältig. Vier von fünf Kunden erhoffen sich durch die Nutzung von AR reine Produktinformationen. Aus dieser Gruppe wünschen sich 95 Prozent, den zu Produktpreis sehen, 69Prozent möchten über die Verwendung des Produkts informiert werden und knapp sechzig Prozent wünschen sich Informationen zu Material sowie zu Inhaltsstoffen der Produkte. Immer noch knapp dreißig Prozent haben auch Interesse an Produktempfehlungen. „Hier herrscht ein hohes Cross-Selling-Potential, das der Einzelhandel sich zu Nutze machen kann und sollte“, schlussfolgert Bungeroth.

Besonders groß ist der Bedarf im Lebensmitteleinzelhandel. 55 Prozent der Kunden gaben an, dass sie sich dort den Einsatz vorstellen können. Laut Studienautoren könnten ganze 5,44 Milliarden Euro Netto-Umsatz pro Jahr mehr erwirtschaftet werden unter der Prämisse, dass dem Nutzer durch AR ein verbessertes Einkaufserlebnis geboten wird.

Fast ebenso viele Kunden wünschen sich Augmented Reality in Bekleidungsgeschäften, die mit knapp 54 Prozent Platz zwei belegen.

„Einzelhändler, die Augmented Reality nutzen, sind derzeit noch Pioniere auf dem Gebiet und können durch die Neuartigkeit der Technik auch neue Zielgruppen anlocken. Geeignete AR-Funktionen können dazu beitragen, den Umsatz zu steigern und den Einzelhandel zu stärken“, sagt Bungeroth. Der Einzelhandel selbst hat dabei die Aufgabe, einen echten Mehrwert durch AR zu generieren und eine möglichst nutzerfreundliche Anwendung sicherzustellen.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

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