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Schuhe laufen gut

© Getty Images/Peter Cade

Für den Schuheinzelhandel endete das Jahr 2017 insgesamt mit einem Umsatzwachstum. Die vorläufige Bilanz des Handelsverbands Schuhe zeigt, dass Händler, die auch online unterwegs sind, deutlich stärker zulegten als rein stationäre Händler.

Der Schuheinzelhandel erzielte im Jahr 2017 nach vorläufigen Berechnungen des Handelsverbands Schuhe (BDSE) ein Umsatzwachstum von 1,5 Prozent. Kleinere Fachgeschäfte taten sich allerdings oftmals deutlich schwerer. Sie blieben auf dem Niveau von 2016. Schuheinzelhändler, die sowohl stationär als auch im Onlinegeschäft aktiv sind, zeigten eine bessere Umsatzentwicklung als rein stationäre Händler.

Im vergangenen Jahr wuchs der Onlinehandel mit Schuhen nach BDSE-Schätzungen um rund sieben Prozent. Das in früheren Jahren gut zweistellige Wachstum des Onlinehandels hat sich im Schuhmarkt damit erheblich abgeschwächt, allerdings auf einem deutlich höheren Umsatzniveau. Über alle Internetvertriebslinien hinweg liegt der Onlinemarktanteil bei Schuhen derzeit bei gut 20 Prozent.

Die sogenannten Online-Pure-Player, die so gut wie ausschließlich über das Internet verkaufen – wie beispielsweise Zalando – haben dabei die Nase vorn. Die Hälfte aller Schuhbestellungen via Internet entfällt heute auf reine Onlinehändler. Die Onlineverkäufe des Multichannel-Schuhhandels, deren Wurzeln im stationären Business liegen, machen etwa ein knappes Viertel des gesamten Online-Umsatzes mit Schuhen aus.

Mittelstand digitalisiert
Unter ihnen sind zunehmend auch mittelständische Schuhfachgeschäfte, die heute sowohl stationär als auch online verkaufen. Sie sehen die Digitalisierung nicht nur als Bedrohung im Wettbewerb, sondern zugleich auch als Chance. Sie bieten die Ware entweder über eigenbetriebene Internetshops an oder verkaufen – zusätzlich oder auch ausschließlich – über Onlinemarktplätze wie Amazon und Ebay. Gut entwickelt haben sich in jüngerer Zeit auf Schuhe spezialisierte Mittelstandsplattformen wie Schuhe.de oder Schuhe24.de, die von vielen inhabergeführten Fachgeschäften gerne als überregionaler Vertriebskanal bedient werden.

Anfang 2018 nutzten nach einer aktuellen BDSE-Befragung 37 Prozent der Unternehmen des Schuhfachhandels solche Onlineplattformen. Sie schätzen die vergleichsweise komfortable Abwicklung und sehen oftmals diesen Weg als einzige für sie realistische Möglichkeit, Schuhe effizient und mit vertretbarem Investitions- und Handlingaufwand online anzubieten. Einen eigenen Web-Shop unterhalten dagegen nur 22 Prozent der Unternehmen.

Mit 40 Prozent der Schuhfachgeschäfte wird, laut BDSE-Umfrage, ein anhaltend hoher Anteil der Unternehmen in diesem Jahr in Multichannel-Konzepte investieren. Und 42 Prozent beabsichtigen, den Kontakt zu den Kunden über neue Kommunikationskanäle bzw. die Sozialen Netze wie Facebook, WhatsApp oder Instagram auszubauen und zu optimieren.
Der mittelständische Schuhhandel stellt oftmals fest, dass es über die neuen Onlinevertriebsaktivitäten gelingt, das schwächelnde stationäre Geschäft zumindest auszugleichen, teilweise sogar zu verstärken.

Besucherfrequenzen rückläufig, Kundenbons steigen
Denn das stationäre Business leidet schon seit geraumer Zeit unter schwächeren Besucherfrequenzen. 63 Prozent der Schuhfachhändler verzeichneten im vergangenen Jahr sinkende Besucherzahlen an ihren Standorten. Fast ein Fünftel aller Schuhgeschäfte (18 Prozent) litten sogar unter stark rückläufigen Kundenfrequenzen. Ein Phänomen, das Mode- und Schuhgeschäften mit ihren saisonalen und trendigen Warenangeboten besonders zu schaffen macht, da für sie Impulskäufe eine wichtige Rolle spielen. Wenn Innenstadtbesucher aber fernbleiben, kann der stationäre Handel Impulskäufe nicht in gewohnter Zahl auslösen. Dennoch ist der durchschnittliche Wert der Einzelverkäufe im vergangenen Jahr etwas gestiegen. Immerhin 40 Prozent der Schuhhäuser konnten ihren Durchschnittsbon erhöhen.

Zusammenarbeit mit Lieferanten optimieren
Angesichts der wachsenden Herausforderungen im Stationärgeschäft setzt der Schuhfachhandel auf eine optimierte Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten. Dabei geht es um eine veränderte Taktung der Warenauslieferung, die sich noch stärker an den heutigen Kundenwünschen orientiert und Kunden über häufiger wechselnde Warenbilder am PoS in die Läden lockt.

Zudem ist die Verbesserung der Nachversorgung des Schuhhandels im Saisonverlauf ein zentrales Anliegen der Fachhändler. Als wichtiges Thema wird in diesem Zusammenhang die digitale Nachbestellmöglichkeit von Einzelpaaren, etwa im Rahmen einer sogenannten „Digitalen Regalverlängerung“ gesehen. Fast 50 Prozent der Schuhhändler wollen diese Funktion künftig nutzen oder ausbauen. Hierzu erwartet der Handel ein entsprechendes Leistungsangebot auf Lieferantenseite. Über diesen Weg könnte die Warenpräsenz der Schuhgeschäfte in der gesamten Verkaufssaison verbessert und Zusatzumsätze für Handel und Industrie generiert werden.

Für das Jahr 2018 ist der Schuheinzelhandel zuversichtlich. Fast die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) rechnet mit einem Umsatzwachstum. Und gut ein Drittel (36 Prozent) erwartet zumindest stabile Umsätze.

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