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Allein Köln wird teurer

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Nach einer Auswertung des DIP – Deutsche Immobilien Partner, stagniert die Spitzenmiete in deutschen Einzelhandelsmetropolen. Lediglich die Preise in Köln legten 2017 zu. München bleibt teuerste Stadt in Deutschland.

Der seit 2010 ununterbrochen expandierende Einzelhandelsmarkt in Deutschland wuchs auch 2017 mit einem nominalen Umsatzplus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 501 Milliarden Euro (2016: 486 Milliarden Euro) weiter an. Die anhaltend dynamische Entwicklung wird vor allem von einer positiven Einkommensentwicklung der Privathaushalte bei niedriger Sparquote (2017: 9,8 Prozent) und einer weiterhin vergleichsweise niedrigen Arbeitslosigkeit (5,3 Prozent; Stand: Dezember 2017) bei einem gleichzeitig binnenwirtschaftlich wie auch international seit Jahren steigenden, sehr hohen Beschäftigungsniveau getragen.

Ungeachtet der positiven Rahmenbedingungen stagnierte das Niveau der Einzelhandels-Spitzenmieten nach Analysen des Verbunds von Immobilien-Dienstleistern DIP – Deutsche Immobilien-Partner in den bedeutendsten deutschen Einzelhandelsmetropolen Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf und Stuttgart („Big Seven“) bei rund 310 Euro pro Quadratmeter. Lediglich in Köln stieg die Spitzenmiete 2017 um fünf Euro auf 280 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt reicht die Spanne innerhalb der „Big Seven“ von 280 Euro (Hamburg, Köln, Stuttgart) bis 380 Euro pro Quadratmeter in München.

Stagnierendes Mietpreisniveau in Top-Lagen
Die Nachfrage nach Verkaufsflächen verlagerte sich nach Analysen von DIP in den letzten Jahren verstärkt in die Innenstädte. Am stärksten profitieren etablierte, hochfrequente 1A- Lagen von den gezielten Ansiedlungen expandierender Filialisten und neu auf den deutschen Markt drängenden ausländischen Ketten. Das betrifft vor allem die hochfrequentierten Hauptgeschäftslagen in den größeren deutschen Städten beziehungsweise Ballungszentren wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf und Stuttgart. An diesen Standorten erhöhten sich in den vergangenen zehn Jahren die realisierten Spitzenmieten für kleinteilige Ladengeschäfte von im Mittel 224 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche (2007) um rund 38 Prozent auf aktuell 310 Euro pro Quadratmeter.

Auch in den übrigen untersuchten DIP-Standorten (Bremen, Dresden, Essen, Hannover, Karlsruhe, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg) sind die Einzelhandelsspitzenmieten insgesamt gestiegen. Hier fällt die Steigerungsrate im genannten Zeitraum (2007 bis 2017) mit 20 Prozent allerdings moderater aus. Zudem liegt die an diesen Orten  im Mittel erzielte Spitzenmiete mit 133 Euro pro Quadratmeter rund 57 Prozent unter dem Mittelwert der „Big Seven“.

Insgesamt analysiert DIP indessen aufgrund der kontinuierlich wachsenden Umsatzquote des Onlinehandels (Zuwachs 2017 um 10 Prozent auf rund 49 Milliarden Euro) und einer gewissen Marktsättigung durch vergleichsweise unzureichende Produktdifferenzierung eine moderat abnehmende Wachstumsdynamik im stationären Handel.

Gute Perspektiven am deutschen Einzelhandelsmarkt
Auch für 2018 sind die Perspektiven gut: Nach einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2,2 Prozent im letzten Jahr, geht die aktuelle Prognose des Sachverständigenrates für 2018 von einem BIP-Wachstum von 2,6 Prozent aus. Deutschland bleibt damit auch im laufenden Jahr Motor und Zugpferd der europäischen Wirtschaftsentwicklung und der wichtigste Einzelhandelsmarkt in Europa.

Der GfK-Konsumklimaindex erreichte im Dezember 2017 mit einem Indikatorwert von 10,7 den höchsten Dezember-Wert der jüngsten 15 Jahre. Dabei geben die positiven Rahmenbedingungen im Inland, die Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklung, die seit Jahren sehr niedrige Inflation trotz aktuell leicht steigender Verbraucherpreise sowie der bei null Prozent stehende Leitzins der Europäischen Zentralbank wesentliche Impulse für das vergleichsweise hohe Konsumniveau.

Das seit Jahren rege Interesse von Einzelhandelsmietern insbesondere an Top-Lagen in den besonders nachgefragten Städten und Wachstumskernen setzt sich auf hohem Niveau fort. Entsprechend ist an den favorisierten Standorten weiterhin von zumindest einer Stabilisierung des Spitzenmietniveaus auszugehen.

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