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Auf Verwöhnaroma abonniert

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Für den besonderen Koffeinkick schickt Mixeobox Kaffeegourmets jeden Monat neue Bohnen. Das Abo-Commerce-­Konzept von Gründer Andreas Mense setzt auf das Handwerk kleiner Röstereien. Text: Ralf Kalscheur

Andreas Mense war Projektleiter im Chemieanlagenbau, er leitete einen Indoorspielpark, verkaufte Currywurst in London und betrieb eine Medienagentur. Der 52-Jährige hat beruflich einiges ausprobiert, bevor ihn die Bohne interessierte.

Mense trinkt gern Kaffee, am liebsten frisch gemahlenen und nicht immer den gleichen. Doch ein Angebot, das die Spitzenkaffees kleiner Röstereien zusammenstellt und regelmäßig zugänglich macht, suchte er in Deutschland vergeblich. So entstand die Geschäftsidee für Mixeobox.

Das Abo-Commerce-Konzept liefert Kaffeegourmets alle vier Wochen per Post eine Überraschungsbox. Die Lieferung ist kostenfrei, der Inhalt den Bestellern durchaus teuer: Vier Aromabeutel mit je 65 Gramm sortenreinen, sogenannten Single-Origin-Kaffees von monatlich wechselnden Manufakturen aus Deutschland gibt es ab 13 Euro, ein Pfund kostet 25 Euro. „Die Menschen sind bereit, das für den besonderen Genuss zu bezahlen“, sagt Mense. Der Unternehmer setzt auf das Premiumsegment für Individualisten, die Kaffeehausketten verschmähen und lieber daheim mit einer ordentlichen Maschine exklusive Sorten mahlen und brauen – ein wachsender Markt, meint der Gründer: „Es gibt schon über 600 kleine Röstereien in Deutschland, und stetig kommen neue hinzu.“

Seit März 2016 bietet das Start-up aus Kiel die wertig verpackte sowie mit Informationen zur Herkunft der Bohnen bestückte Abobox an. Mense betreibt das Kaffeeversandgeschäft mit großer Leidenschaft. Die ist auch vonnöten, denn der Unternehmer macht von der Bearbeitung der Kundenanfragen bis zum Verpacken der Bohnen alles selbst. Den professionell gestalteten Webshop hat er aus Eigenmitteln finanziert, die Kontakte zu bislang 25 Partnerröstereien auf Fachmessen geknüpft. Langfristig will Mixeobox ein Sammelportal für kleine Röstereien mit einer Produktion von bis zu hundert Tonnen Bohnen im Jahr werden. Gourmets, die in einer Abobox ihre Lieblingsbohne gefunden haben, können diese auf dem Portal nachbestellen. Der Aggregator leitet den Bestellvorgang dann an den Webshop der Rösterei weiter und Mense verdient an der Vermittlung des qualifizierten Traffics.

Handarbeit: Andreas Mense packt die Boxen selbst. Das Start-up wächst so organisch wie sein Produkt. © Presse

Handarbeit: Andreas Mense packt die Boxen selbst. Das Start-up wächst so organisch wie sein Produkt. © Presse

Überdies sollen Mitnahmeeffekte durch das Angebot von Zubehör abgeschöpft werden. Auf diese Weise will Mense einem Problem des Abo-Commerce-Modells entkommen, an dem bereits zahlreiche Gründer aus verschiedenen Branchen gescheitert sind: Es verursacht hohe Marketingkosten, Konsumenten vom Abschluss eines Abonnements zu überzeugen – und die Weiterführung des Abos dann mit jeder neuen Box zu rechtfertigen. „Ich erhalte schon sehr viel positives Kundenfeedback, das mich freut und stärkt“, sagt Mense. Er hat für Mixeobox keinen Kredit aufgenommen und will auch künftig organisch wachsen. Erste Erlöse fließen in die Werbung.

Menses Lieblingsbohne ist übrigens eine Arabica der Varietät Pacamara, die auf der Parzelle „Iglesia“ der Finca Chiripa in Mexiko wächst und von den Röstfreunden Randersacker im schonenden Trommelröstverfahren veredelt wird. „Sehr vollmundiger Geschmack, fast schokoladig“, sagt Mense. Auch wieder sympathisch: Der vom Kenner gepriesene Kaffee ist leider gerade ausverkauft.

 

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