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Kontaktlos ist im Kommen

© stock.adobe.com/ Robert Kneschke

Bargeld verliert an deutschen Kassen langsam an Bedeutung, wie eine Studie des EHI Retail Institutes belegt. Schon die Hälfte des Umsatzes im Einzelhandel  wird ohne Münzen oder Scheine erwirtschaftet. Besonders die Girocard ist beliebt. Kunden und Händler setzen zunehmend auf kontaktloses Bezahlen.

Die Umsatzanteile von Bargeld sinken und das Bezahlen per Karte wird immer beliebter. So konnte der kartengestützte Umsatz in Deutschland, nach einem stetigen Wachstum in den vergangenen Jahren, auch 2017 ein deutliches Plus erzielen. Stärkster Umsatztreiber ist dabei die Girocard – auch in der vom Kunden sehr gut angenommenen Kontaktlos-Variante –, die weiterhin ein starkes Wachstum verzeichnet.

Mit Bargeld wird aktuell nur noch jeder zweite Euro im deutschen Einzelhandel umgesetzt, zeigt die EHI-Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2018“. Der Anteil kartengestützter Umsätze verzeichnet ein deutliches Wachstum um 9,8 Milliarden Euro auf 196,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 46,9 Prozent (Vorjahr 45,6 Prozent) am Gesamtumsatz der Einzelhandelsgeschäfte in Höhe von 420 Milliarden Euro.

Nutzung der Girocard wächst stark
Bereits im Vorjahr hat sich das Girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft als stärkster Wachstumstreiber des kartengestützten Bezahlens etabliert. Auch 2017 ist der Umsatzanteil der Girocard weiter deutlich gestiegen. Durch ein Umsatzplus von 9,4 Milliarden Euro auf 110,3 Milliarden Euro liegt der Anteil der Girocard bei mehr als einem Viertel (26,3 Prozent). Begünstigt wird der Erfolg des Verfahrens durch den technologischen Fortschritt, der in erster Linie in der Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens liegt. Girocard kontaktlos wird aktuell bereits von mehr als der Hälfte (56,3 Prozent) der Händler akzeptiert. Im Vorjahr waren es erst 7 Prozent der Händler. Bis Ende dieses Jahres werden drei Viertel der großen Handelsunternehmen in Deutschland das kontaktlose Bezahlen eingeführt haben.

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Kreditkartenzahlungen haben eine Steigerung um 0,4 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent Umsatzanteil erreicht. Durch die stetige Erhöhung diverser Zusatzgebühren (sogenannter Card-Scheme-fees) für MasterCard und Visa wird der erreichte Einspareffekt der EU-weiten Interchange-Deckelung allerdings abgeschwächt, wodurch die Akzeptanz von Kreditkartenzahlungen im Handel gehemmt wird. Das Girocard-Verfahren bleibt für die Händler schlichtweg das günstigere Zahlungsmittel. Neben dem Bargeld verliert auch das unterschriftenbasierte SEPA-Lastschriftverfahren weiter Anteile und sinkt um 0,8 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent.

Investitionsbereitschaft sinkt
Die Bereitschaft der Händler für Investitionen in ihre Payment-Infrastruktur ist derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der EHI-Erhebungen zu diesem Thema. Von den großen Handelsunternehmen planen zurzeit nur noch 33,8 Prozent (Vorjahr 47,2 Prozent) zu investieren. Grund für die Zurückhaltung im Handel sind fehlende Perspektiven. So scheinen die Händler auf marktfähige mobile Payment-Lösungen zu warten. Auch Instant Payments wird aufgrund der hohen Sicherheit und Liquidität als Hoffnungsträger gesehen.

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Bargeld bei kleinen Beträgen
Auch wenn der Umsatzanteil der Barzahlungen weiter gesunken ist, heißt dies nicht, dass die Kunden bald nur noch Karten im Geldbeutel mit sich führen. Bargeld bleibt das beliebteste Zahlungsmittel deutscher Kunden. So werden noch 77,2 Prozent der Einkäufe bar bezahlt (Vorjahr 77,9 Prozent). Vor allem bei kleinen Einkaufsbeträgen kommen bevorzugt Münzen und Scheine zum Einsatz. Aus Sicht der befragten Händler wird Bargeld auch in den kommenden fünf Jahren bei Beträgen unter 30 Euro die dominierende Zahlungsart bleiben, auch wenn der Transaktionsanteil sukzessive sinkt. Bei Beträgen über 30 Euro messen die Befragten dem Bargeld für die Zukunft keine größere Bedeutung mehr zu. Stattdessen sehen sie die Girocard, ob kontaktbehaftet, kontaktlos oder mobil, an erster Stelle der dominierenden Zahlungsarten der nächsten Jahre. Für Beträge unter 30 Euro wird die Girocard nach Meinung der Händler zumindest die zweitwichtigste Zahlungsart sein. Daran zeigt sich, dass uns mit dem Girocard-Verfahren hierzulande ein sehr leistungsstarkes nationales Zahlungsmittel zur Verfügung steht.

Die vollständige Studie ist ab Juni 2018 unter ehi.org erhältlich.

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