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Storytelling statt grauer Theorie: Eine neue Medienreihe vermittelt die ökonomische Bildung im Handel anhand praktischer Beispiele aus dem Alltag einer Wohngemeinschaft. Text: Ralf Kalscheur

Menschen sind von Natur aus Geschichtenerzähler. Durch Emotionen, die mit Storys verbunden sind, wird unbewusst Wissen vermittelt. Nüchterne Zahlen und Fakten schaffen das nicht, sind die Initiatoren des Projekts „Ökonomische Bildung im Handel“ überzeugt. Die neue Medienreihe bringt darum das Storytelling in die Aus- und Weiterbildung. 17 animierte Bildfolgen, die sich rund um die Erlebnisse junger Bewohner einer fiktiven Wohngemeinschaft drehen, erzählen Geschichten, die das Leben auch für andere Gleichaltrige schreibt.

Alle Storys haben etwas mit Ökonomie zu tun. Wer im Handel etwas werden will, kommt nicht darum herum, seine ökonomischen Hausaufgaben zu machen. Von VWL-Themen wie Wirtschaftskreislauf und ökonomisches Prinzip im ersten Lehrjahr über Inhalte wie Kalkulation, Preisbildung und Bilanz im zweiten sowie Aspekte der Lohn- und Gehaltsrechnung oder der
Nachhaltigkeit im dritten Ausbildungsjahr reicht das Spektrum. Darauf baut die Weiterbildung zum geprüften Handelsfachwirt auf und vermittelt zusätzliches Wissen, etwa über den Multichannel-Retail, Marketing, Investition und Finanzierung.

Emotionalen Zugang schaffen
Die Aus- und Weiterbildung im Handel stellt zweifelsohne eine Herausforderung dar, mitnichten jedoch eine Herkulesaufgabe. Dennoch überfordert der Erwerb grundlegender wirtschaftlicher Kompetenzen Jahr für Jahr selbst etliche der Prüflinge, die Leidenschaft für den Beruf mitbringen. In der Schule hat der Nachwuchs im Handel in der Regel wenig über Wirtschaft erfahren. In der Folge nimmt es darum kaum wunder, wenn Auszubildende die rein theoretische Vermittlung ökonomischer Themen als lebensfern und geradezu gestrig wahrnehmen.

„Wir wollten mithilfe der Storytellingmethode und von Medien, die sich an den Sehgewohnheiten der Zielgruppe orientieren, einen anderen, emotionalen Zugang zu ökonomischen Bildungsinhalten schaffen“, erläutert Gabriele Lehmann, Geschäftsführerin des Vereins Zentralstelle für Berufsbildung im Einzelhandel (zbb), den Hintergrund des Projekts. Die zbb hat der Handelsverband Deutschland (HDE) 1966 mit dem Ziel ins Leben gerufen, die berufliche Bildungsarbeit des Handels zu fördern. Sie koordinierte die Entwicklung der 2012 initiierten Medienreihe „Ökonomische Bildung im Handel“, die zusammen mit dem HDE sowie Verbundpartnern aus dem Bildungssektor entstand und mit der Stuttgarter Hochschule der Medien umgesetzt wurde.

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„Wir haben das Projekt von Anfang an unterstützt und begleitet“, sagt Jens Dirk Wohlfeil, Geschäftsführer für Arbeitsmarkt-, Bildungs-, Sozial- und Tarifpolitik beim HDE. Um Jugendlichen ökonomische Zusammenhänge greifbar und verständlich näherzubringen, folge der innovative didaktische Ansatz einem überzeugenden Leitsatz, so Wohlfeil: „Praktische Beispiele aus dem richtigen Leben statt grauer Theorie.“

Seit Anfang des Jahres sind die Unterrichtsmaterialien kostenfrei online erhältlich (siehe unten). Für jede Lerneinheit gibt es ein Begleitheft für Lehrkräfte, das die Unterrichtsplanung, Lösungshinweise und ergänzende Aufgaben enthält. Manuel King von der Edeka Juniorengruppe, Mitglied im Projektbeirat, kündigte bereits an, dass die Lerngeschichten fester Bestandteil in den Aus- und Weiterbildungsprogrammen von Edeka werden.

Erfolgskontrolle per Onlinequiz
Die Medienreihe umfasst 17 digitale Einheiten, deren in einfacher Sprache erzählte Storys sich auf Inhalte der Berufsvorbereitung, der Ausbildungsjahre und auf die Aufstiegsfortbildung beziehen. Protagonist Johannes etwa arbeitet im Plattenladen. Anhand seiner Lohnabrechnung werden in einer Story die Abzüge und seine Steuererklärung thematisiert. Später entdeckt er im Keller des Ladens ein Plattenarchiv. Er darf es verkaufen, doch wie soll er die Preise kalkulieren? Storytime! Eine Geschichte für angehende Handelsfachwirte bringt derweil den Kiezkiosk ins Spiel. Er wirft nicht mehr genug ab, sodass der Besitzer die Pacht nicht mehr bezahlen kann. Woran liegt’s? Die WG-Freunde stellen eine Bilanz auf und führen zudem eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung für den Nachbarn durch.

„Wir möchten mit den digitalen Lerneinheiten Kompetenzen fördern. Es geht uns nicht allein darum, Wissen zu vermitteln, sondern um die Förderung ergebnisorientierter Handlungsfähigkeit, die dabei hilft, das Wissen praktisch anzuwenden“, betont Judith Kunz, Projektkoordinatorin von der zbb. Um den Lernerfolg messbar zu machen, entwickelte das Projektteam zudem ein Onlinequiz, mit dessen Hilfe die Auszubildenden ihre eigene Kompetenzentwicklung vor und nach der Bearbeitung der Lerneinheiten einschätzen können.

 

Die Story macht’s
Alle Folgen der Medienreihe samt Begleitheften für Lehrkräfte stehen kostenlos zur Verfügung. Die digitalen Lerneinheiten laufen auf allen Betriebssystemen und sind in alle gängigen Lernplattformen integrierbar.

Weitere Informationen unter: oeb-handel.de

 

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